18. Januar – von der Reichsgründung und den heutigen Vasallen

Von Martin Etzrodt

Die Reichsgründung vor 145 Jahren ist jedenfalls einen Gedanken wert.

Man muß dazu weder ‚Reichsbürger‘ noch bekennender Monarchist sein. Es sei nebenbei daran erinnert, mit welch nachsichtigem Friedensvertrag Deutschland damals den Verlierer Frankreich aus dem Kriege entließ….

reichseinigung-1871Angesichts der heutigen desolaten Situation Deutschlands darf aber wohl vor allem die Frage nach den Alternativen aufgeworfen werden.

Ach, ich vergaß – heute ist ja alles „alternativlos“.

1871 war man jedenfalls im festen Glauben, daß Deutschland seinen Teil zur Gestaltung der Welt beitragen kann und muß.

Heute glaubt der Deutsche nicht einmal daran, sein eigenes Schicksal gestalten zu können.

Unsere Politbranche züchtet sich selbstverständlich die ihr brauchbaren Werkzeuge heran. Es sind Menschen, die verinnerlicht haben, keinen eigenen Willen und schon gar nicht den Willen des Volkes zu zeigen. Auf allen Ebenen sind Persönlichkeiten installiert, die jederzeit bereit sind, die Vorgaben „von oben“ umzusetzen und ihre ganze Kraft daranzusetzen, dies möglichst konfliktfrei gegenüber ihren „Untertanen“ zu bewerkstelligen. Caspar Freiherr von Schenck-Notzing prägte den passenden Begriff der „Charakterwäsche“.

Es ist eine eigenartige Erkenntnis, daß der vormals so beschimpfte und geschmähte „Untertanengeist“ sich regelrecht zu neuer Blüte entfalten konnte.

Wohl wahr, nicht der Kaiser, Gott und Vaterland geben die Richtschnur vor. Aber damit erschöpfen sich bereits die Unterscheidungsmerkmale. Nun sind es eben die Atlantikbrücke, der Koalitionszwang oder einfach nur die Alternativlosigkeit. Die Holocaustreligion ist derweil etwas unter die Räder gekommen, was sicher einige bedauern mögen. Da waren noch gar nicht alle geplanten Kultstätten errichtet.

Wie auch immer, untertäniger als all die Bürgermeister, Landräte, Kreistage und Minister konnte sich kaum ein preußischer Beamter geben. Dem preußischen Beamten würde ich gar mehr Widerspruchsfähigkeit zumuten.

Das selbstgeschaffene und „Flüchtlingskrise“ genannte heutige deutsche Dilemma richtet den Blick auf diese Verhaltensmuster wie durch ein Brennglas. Immerzu mußte der Bürger hören, daß man nicht anders könne, die Gesetze seien eben so, man sei gezwungen, die „Flüchtlinge“ zu beherbergen, nun seien sie einmal da,  u.s.w. – Blanker Fatalismus auf allen Ebenen.

Eigene Gedanken der Volksvertreter, eigener Wille, gar eigene Gedanken des Souveräns, des deutschen Volkes? Kommunale Selbstverwaltung? Ohne, daß darüber offen gesprochen wurde, ganz ohne Notstandsgesetze, fand all das, selbst in der bisher ohnehin eher praktizierten Demokratiesimulation, ein Ende. Es genügt der Hinweis auf Solidarität, auf Menschlichkeit, auf die deutsche Verantwortung, die Drohung mit der Ausgrenzung aus der Zivilgesellschaft (Nazikeule)  – und die bedingungslose Gefolgschaft ist gesichert.

„bedingungslose Gefolgschaft“ – wurde uns das nicht zuletzt noch als verwerflich vorgeworfen? Galten nicht gerade die Widerstandskämpfer, die Deserteure als die besseren Menschen?

Der Landrat von Landshut kachelte ein Haufen vorgeblicher Syrer vor das Kanzleramt und wollte so ein Zeichen setzen. Ist das der lang erhoffte Widerstand? Was für ein Zeichen? So eines wie die Flugblätter der weißen Rose, deren Ersteller ihr Leben damit verwirkten?

Keineswegs! Nirgends ist die Rede von einer Grundsatzkritik. Es geht lediglich um die Überforderung der Kommunen. Prompt kommt die Antwort, er mache sich lächerlich und solle lieber nach konstruktiven (vielleicht auch kreativen?) Lösungen suchen. Das vorgegebene Ziel steht felsenfest!

Es ist das Verhalten eines Vasallen (lat. Knecht!), der sich lediglich mit der ihm übertragenen Aufgabe überfordert sieht. Nie, in keinem Gedanken, unter keinen Umständen wird die absolute Macht des Lehnsherrn in Frage gestellt.

Die jüngsten Äußerungen dieser Kaste, die bisher alles tat, um jeden Freien Bürgerwillen zu diffamieren, zu unterdrücken, für unmündig zu erklären, die müssen wohl jeden Demonstranten irgendwie verwundern. Wie sollen wir diese werten?

Da sprechen seit einigen Tagen, bald Wochen, ein Seehofer, ein Tillich, streckenweise gar ein Schäuble mit Worten, die sich nicht mal im Kleinsten von den Reden auf den Protestdemos unterscheiden. Benötigten diese Berufspolitiker, Minister und Ministerpräsidenten wahrhaftig über ein Jahr, um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen? Wohl eher wird hier rotzfrech im Polittheater einfach ein neuer Aufzug begonnen.

Man bereitet die Situation nach Merkel vor. Es liegen offenbar trotz aller „Alternativlosigkeit“ mehrere Drehbücher bereit. Eines davon sieht mit Sicherheit den (politischen) Tod der „Kanzlerin“ Merkel vor. Der Abgang dieser Schauspielerin will gut inszeniert sein und vor allem muß das Publikum auf die neue Rollenverteilung in der folgenden Staffel der Serie „BRD – der freieste aller Staaten, den es je auf deutschem Boden gab“ vorbereitet werden.

Wir sollten das Theater verlassen! Die Schauspieler sollten entlassen werden – ohne Lohn!

Die Souveränität eines Volkes dokumentiert sich doch wohl zu allererst darin, welch formalen Rahmen es sich zu geben vermag.

Wie wäre es mit einer eigenen Verfassung?

Wir sollten endlich dieses Besatzungsrecht, das „Grundgesetz für die BRD“, abstreifen und wieder nach unserer eigenen Verfassung (welche ein Wortspiel!) leben!

Eine Nationalversammlung muß her!
Weg mit diesen Marionetten, diesem Polittheater, dieser Demokratiesimulation!


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