Acht Millionen Steuerzahler bezahlen die ganze Party „Deutschland“ – wann kippt das System?

von Niki Vogt

Deutschland ist das gelobte Land, denn die Deutschen sind reich. Das denkt mehr oder weniger auch der Rest der Welt. Jeder, der kein Geld verdient und nicht weiß, wovon er leben soll, kann Hartz IV bekommen und verhungert nicht.

Es dürfen alle aus aller Welt hierherkommen, ohne Obergrenze, denn wir Deutschen sind ja so wohlhabend und haben daher die moralische Verpflichtung, auch allen anderen zu helfen.

Deutschland hat 83 Millionen Einwohner. 53% davon, das sind in absoluten Zahlen 44 Millionen, sind berufstätig oder haben eine vergleichbare Beschäftigung. Es gibt in Deutschland 27 Millionen Bürger, die Netto-Steuerzahler sind, also mehr dem Staat an Steuern bezahlen, als sie von ihm an Vergünstigungen oder Unterstützung bekommen.

Das sind nur 33% der Bevölkerung. Alle anderen leben zum Teil oder ganz von den Steuergeldern dieser Nettozahler. Viele mit vollem Recht, wenn es Kinder oder Auszubildende sind, Kranke oder Arbeitslose oder Rentner.

Weniger schön: Antifanten und Gefängnisinsassen oder diejenigen Zuwanderer unter all den Ankömmlingen, die sehr wahrscheinlich niemals Steuerzahler werden, sondern nur Geld aus unseren Steuermitteln erhalten.

Da aber die staatlich besoldeten Beamten, Angestellten, wie Polizei, Lehrer, Professoren, Berufssoldaten usw. auch von den eingenommenen Steuern bezahlt werden, muß man diese, genau genommen, auch von den Netto-Steuerzahlern abziehen. Sie haben natürlich wichtige Aufgaben, könnten aber nicht bezahlt werden, wenn es nicht die Nettozahler gäbe.

Ja, das ist etwas ungerecht, denn ohne Polizei, städtische Krankenhäuser und Schulen, Universitäten und und hauptamtliche Feuerwehrleute sähe es schlecht aus. Ohne sie könnten auch die 15 Millionen Nettozahler nicht anständig leben und arbeiten. Trotzdem, ohne die Steuerzahler hätten sie kein Einkommen und eigentlich ist es Unsinn, dass diese Berufsgruppen nicht gleich einen Nettolohn erhalten, als von den als Gehalt gezahlten Steuergeldern wieder Steuern zu bezahlen.

Dann bleiben nur 15 Millionen echte Steuerzahler, die all das erwirtschaften müssen. Sie halten das ganze System Bundesrepublik Deutschland am Laufen. Sie bezahlen alles, auch teilweise die EU.

Diese 15 Millionen müssen nämlich nicht nur die anderen 68 Millionen ganz oder teilweise mitversorgen, sondern auch die Mittel in die EU-Töpfe einbezahlen, Griechenland beispielsweise Kredite geben, marode Banken retten, andere Länder unterstützen, Entwicklungshilfe finanzieren.

Nun könnte man sagen, ist doch in Ordnung, wenn diese 15 Millionen so viel verdienen, dass ihnen die Steuern gar nicht weh tun – und die ganze Welt weiß doch, dass die Deutschen reich sind.

Aber stimmt das? Müßte es doch, wo doch die Deutschen in der EU überall am meisten draufbuttern und am ehesten zur Kasse gebeten werden, oder nicht? Es ist noch nicht lange her, da wurde angeregt, auf dem Hintergrund der schwächelnden Banken in Euroland, dass man doch eine gemeinsame Einlagensicherung für alle Sparer in der EU installieren sollte … und dabei wurde recht begehrlich auf die deutsche Einlagensicherung geschielt, die dann für ganz Europa in Anspruch genommen werden könnte. Denn die Deutschen haben’s ja.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung brachte schon 2013 einen Beitrag, der überraschend feststellte, dass die Deutschen nicht nur nicht die fettgefütterten Reichsten im Euroraum sind, sondern sogar die Ärmsten. Das Nettovermögen der beneideten Deutschen ist nach den Daten der Europäischen Zentralbank niedriger als in jedem anderen Euroland. Im Medianvermögen liegt Deutschland an letzter Stelle. Dieser Messwert ist etwas anderes als der Durchschnitt. Der berühmte Durchschnitt kann die Tatsachen sehr verzerren.

Wenn in einer Gruppe von zehn Menschen ein Millionär dabei ist, und neun Geringverdiener mit Null-Vermögen, liegt das Durchschnittsvermögen wegen des einen Millionärs dennoch ziemlich hoch. Nur haben die Geringverdiener gar nichts davon. Der Median geht davon aus, dass die eine Hälfte der Vermögen über dem Median liegt und die andere Hälfte drunter.

Dann würde beim oben genannten Beispiel des einen Einkommensmillionärs dessen Einkommen weit aus dem Rahmen fallen und das Medianvermögen nur leicht über dem Durchschnitt der Geringverdiener. Daher ist eine große Diskrepanz zwischen Median und Durchschnittseinkommen ein Symptom dafür, dass es einige sehr Reiche und viele arme Schlucker gibt.

Die Tabelle hier unten zeigt für Deutschland genau diese Verhältnisse an.

Hinter Luxemburg kommt gleich Zypern. Und sogar das arme Griechenland rangiert sechs Plätze über Deutschland. Und auch die Pleite Italiener, die einen relativ kleinen Spagat zwischen Durchschnittseinkommen und Meridian zeigen, sind wesentlich begüterter als die Deutschen. Wir Deutschen liegen auch im Median deutlich unter dem Durchschnitts-Median des gesamten Euroraums, genau gesagt, wir haben den halben Median des Euroraumes. Das ist, gelinde gesagt, beschluchzbar.

Und daher sind diese Zahlen ein Schlag ins Gesicht des ewigen Zahlmichels Deutschland, denn gerade von uns kommen ja Milliarden und Milliarden an Stabilisierungshilfen für den Euroraum. Insbesondere Zypern, dessen Einwohner auf Platz 2 der reichen Völker der Eurozone liegen, hat im Durchschnitt und im Median das Fünffache Deutschlands. Der Median liegt dort bei 270.000 Euro pro Haushalt, in Deutschland bei 52.000. Und doch bezahlen die Deutschen für Zyperns Stabilisierungsprogramm. Selbst die griechischen Haushalte besitzen mit 102.000 Euro doppelt so viel, wie die deutschen.

Das heißt im Klartext: Die 15 Millionen Deutsche finanzieren die wesentlich reicheren, anderen Haushalte in der EU deutlich mit.

Betrachtet man nun diese 15 Millionen, die die EU-Party schmeißen, so fällt auf, dass davon nur 8 Millionen unter 45 Jahre alt sind. In nur 15 Jahren fangen die 45jährigen also an, so langsam in den Ruhestand überzuwechseln. An den 8 Millionen jüngeren Steuerzahlern und den wegen Geburtenmangels nur spärlich Nachwachsenden innerhalb der nächsten 15 Jahre, hängt ab dem Jahr 2032 und folgenden die Zukunft Deutschlands von ca 10 Millionen Netto-Steuerzahlern ab. Zieht man dann noch ab, dass aufgrund immer schlechter werdenden Zukunftsaussichten davon noch einige in aussichtsreichere Länder abwandern werden, wir die Schar derer, auf deren Schultern die Zukunft Deutschlands liegt immer übersichtlicher.

Steigt aber die Anzahl der schlecht Ausgebildeten und Glücksritter, die hier nach Deutschland kommen, weil sie sich hier im Land, wo Milch und Honig fließt, es auf Kosten der Deutschen gemütlich machen wollen und von Integration oder Fachkräften wenig zu sehen ist – wie sich das jetzt schon deutlich abzeichnet – steigt der Anreiz für die Leistungsfähigen zum Auswandern an.

Schon jetzt müssen die 15 Millionen aktiven Steuerzahler mehr als eine Million Flüchtlinge und neue Migranten ernähren und ausstatten, was mehr als 100 Milliarden bis 2020 bedeutet – und voraussetzt, dass keine neuen Flüchtlinge nachkommen – was aber sehr wohl der Fall ist. Ein Flüchtling verbraucht mehrere Zehntausend Euro pro Jahr, nur an Lebenshaltungskosten. Die Betreuer und Helfer, Gesundheitsleistungen und Polizeieinsätze sind da noch gar nicht mitgerechnet. Ganz zu schweigen von Familiennachzug. Die Hoffnung, dass ein nennenswerter Anteil der Neusiedler hier in den Arbeitsmarkt integriert werden kann, verfliegt gerade, wie Stroh im Wind.

Soziologie-Professor und Ökonom Heinsohn beschreibt die düsteren Aussichten und Entwicklungen:

Alles das muß von den 15 Millionen Netto-Steuerzahlern geleistet werden. Das Verhältnis von Leistungserbringern zu Leistungsempfängern verschiebt sich also ständig mit jedem Flüchtling und jedem Rentner und jedem Unterstützungsempfänger zuungunsten der Leistungserbringer.

Vor diesem Hintergrund ist der Kollaps sicher.


Quelle und Kommentare hier:
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