Achtung Panikmache: Schwarzer Montag

von opposition24

Fast in allen Schlagzeilen taucht der „Schwarze Montag“ auf.

Was wird hier inszeniert? Was will man uns mit dem Märchen vom plötzlich und unerwarteten Grexit, der ungefähr so überraschend wie der Herztod eines 114 Jahre alten Greises daher kommt, was will man uns damit wieder auftischen?

Zittern und bibbern sollen wir, vor dem drohenden Crash. Am Beispiel der Griechen sollen wir erkennen, was mit uns geschehen kann und dankbar sein, dass dieser Kelch an uns vorüber geht.

Aus vollem Herzen dankbar sein und wieder völlig auf Eurokurs sollen wir gebracht werden, wenn der Crash dann wieder doch nicht kommt, weil er von unseren kompetenten Volksvertretern wieder einmal im letzten Augenblick verhindert wird.

Der Schwarze Montag soll Erinnerungen an den Schwarzen Freitag von 1929 wecken, ein Ereignis, das wir nur aus den Geschichtsbüchern kennen. Der Tag, an dem sich zahlreiche Investoren und Börsenspekulanten das Leben nahmen. Es war der Beginn der Weltwirtschaftskrise, der Vorabend zum Zweiten Weltkrieg.

Werden uns die Fernsehsender heute Abend Bilder von aus den Fenstern stürzenden Griechen präsentieren? Beginnt jetzt die Weltwirtschaftskrise 2.0 und wird sie Europa in Krieg und Chaos untergehen lassen?

Wenn die Zeitungen schon von einem Schwarzen Montag sprechen, bevor er überhaupt statt findet, sollte man wachsam sein. Diese Propaganda soll die Ängste schüren, damit wir zu weiteren Sparmaßnahmen und Einschränkungen bereit sind, die am Ende jedoch genau zu dem führen, was den Griechen gerade widerfährt.

So paradox erscheinen die Interventionen der Finanzstrategen, aber paradoxe Interventionen sind in Wahrheit eine hohe Kunst zur Manipulation, die nicht jeder beherrscht. Wenn man sie erkennt, dann ist das ein untrügliches Kennzeichen dafür, dass jemand ganz genau weiss, was er tut, dass er geplant und überlegt handelt.

Paradoxe Interventionen sind selten das Ergebnis von überstürzten Hals-über-Kopf Aktionen.

Und meistens funktionieren sie.

Vergessen wir nicht:

Eine Bank, die Geld aus dem Nichts erschafft, kann niemals Pleite gehen, weil ihr das Geld ausgeht.

Die frisch eingeweihten Zwillingstürme der EZB geraten erst dann ins Wanken, wenn niemand mehr Lust hat, dabei mit zu spielen.

Für den kommenden Freitag rufen die Blockupy Bündnisse und ähnliche linksradikale Gruppierungen zu europaweiten Aktionen auf den Straßen auf, um die Griechen bei ihrem NEIN zu den Sanktionen der EU zu unterstützen.

So wirkt die Gehirnwäsche, selbst die größten Gegner dieses Systems plädieren also dafür, dass alle weiter im Spiel bleiben. Denn die Griechen wollen ja gar nicht raus aus dem Euro und zurück zur Drachme. Sie fordern nur bessere Spielbedingungen und verzocken sich eventuell dabei – das ist alles. Dann fliegen sie halt raus – was soll’s?

Draghi hat noch genügend andere Mitspieler, die sich bereitwillig als Verlierer zur Verfügung stellen. Wir sind auch dabei.

Wer nun der Propaganda auf den Leim geht und am Freitag tatsächlich freudig tanzend und wieder einmal „Hoch die Internationale Solidarität“ singend auf der Straße für seine fortschreitende Enteignung demonstriert, dem ist schlichtweg nicht zu helfen. Er hilft damit ganz sicher nicht den Griechen, die es nötig hätten, sondern macht sich nur selbst zur bedauernswerten Lachnummer.

Vielleicht aber kommt alles ganz anders heute, im Laufe dieses „Schwarzen Montags.“

Vielleicht überschlagen sich nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Ereignisse, wobei Ursache und Wirkung nicht eindeutig zu erkennen wären und das gesamte Kartenhaus der EU stürzt heute schon krachend in sich zusammen. Aber woher sollen wir das genau wissen?

Panikmache hilft immer nur denen, die die Panik verbreiten. Hören wir auf, das Problem der Griechen zu unserem Problem zu machen. Sie haben eine kleine Chance, tatsächlich etwas zu verändern, aber vermutlich werden sie sie ungenutzt verstreichen lassen, denn sie glauben immer noch an den Euro. Wir hingegen haben keinerlei Möglichkeit darüber abzustimmen, was mit unseren Steuergeldern geschieht. Wir sind nicht am Drücker, auch wenn man uns was anderes erzählt.

Ob sich der heutige Tag tatsächlich zu einem Schwarzen Montag entwickelt, wie die Revolverpresse spekuliert, das wissen wir frühestens heute Abend.


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