An die politisch korrekte Jugend…

von Susanne Kablitz

Die Deutschen sind glücklich! Glücklicher als…. ach, wer weiß das schon so genau. Seit lange eben! So zumindest wird uns dies Tag für Tag eingeredet. Es geht uns besser als in weiten Teilen vom Rest der Welt. UNS allen geht es so gut, UNS, UNS, UNS … ohne Ausnahmen, ohne Differenzierungen.

Jugend-650x300WIR unterstützen unseren Bundespräsidenten Herrn Gauck, unsere Kanzlerin Frau Merkel, WIR stehen hinter Zwangsbeiträgen von GEZ und IHK und sind ALLE der Meinung, dass das zur Demokratie dazu gehört. WIR wollen alle den „richtigen“ Ton, bloß keine Polmemik, und schon gar keinen verbalen Ausfälle. WIR wollen alle „korrekt“ sein, stromlinienförmig, angepasst und gesetzestreu. WIR alle sind davon überzeugt, dass das Zahlen von Steuern und Abgaben UNS zugute kommt, dass WIR davon profitieren.

Wieso nur fühlt sich das nur so unglaublich falsch an?

Ich las heute in einem Leserbrief von „Jemandem“, dass er gerne Steuern zahlt! Für die Straßen und so! Ach so, für die Straßen wird das viele Geld gebraucht! Damit die so viele Löcher haben, dass nur noch unsere Premium-Automobile die einigermaßen unbeschadet überstehen. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit, dann haben wir hier keine Premium-Automobile mehr, die werden nämlich in nicht allzu weiter Ferne nur noch im Ausland gefahren – und gebaut.

Und dann wird das ganze Geld gebraucht für die Kindergärten und frühkindlichen Verwahranstalten, damit Mami und Papi auch langfristig beide die moralische Pflicht haben, Herrn Schäuble zufrieden zu machen. Und natürlich für die ganzen anderen Wohltaten, die der Staat seinen glücklichen Bürgern gönnt. Besonders glücklich machen die Deutschen Dinge, die „Bio“ sind. Weil wir hier in Deutschland wollen grün sein. Grün heißt der neue Wohlfühltrend, grün ist das neue Gucci! Deswegen brauchen wir auch keine Premium-Automobile mehr. Die zerstören nur die Umwelt mit ihren Abgasen. Und wir brauchen die Umwelt, schon allein um diese Winddinger da rein stellen zu können.

Noch zehren wir vom Wohlstand der früheren Generationen und wir zehren gern! Neben dem Glücklich sein können wir auch vom Zehren gar nicht genug bekommen!

Und ein nicht unerheblicher Teil scheint zu glauben, dass das ewig so weitergeht. In einer Phase der Dauer-Dekadenz mutieren wir alle zu Übermenschen, die glauben, sie könnten die ökonomischen Gesetze außer Kraft setzen, die glauben, sie hätten den Stein der Weisen gefunden, der ihre Idiotie in Gold verwandelt.

Ich lebe in einer historisch aufregenden Zeit, nachfolgende Generationen werden diesem Zeitalter Geschichtsbücher widmen. Über das Zeitalter der glücklichen Sklaven. Man wird sich über uns Primitivlinge ganz schön das Maul zerreißen, weil wir so dämlich gewesen sind.

Wann haben wir hier das letzte Mal etwas Großartiges geschaffen? Etwas Weltbewegendes? Etwas Bedeutendes?

Das ist lange her; alle unsere Außergewöhnlichkeiten stammen aus der Vergangenheit, inzwischen sind wir nur noch „grün“. Großartige Erfindungen werden im Ausland gemacht. Entweder direkt durch unsere ausländischen Freunde oder durch deutsche Mitbürger, die ihr Glück lieber außerhalb Deutschlands suchen. Weil sie da kreativ sein dürfen, verrückt, erfinderisch. Das ist hier alles out. Hier sind wir grün und gleich.

Gleichheit ist neben dem Grünsein total en vogue.

Stellen Sie mal eine Frau auf einer Party neben eine andere Frau, die das gleiche Kleid trägt – das ist ein Spaß. Es sei denn, die Dame ist grün. Dann trägt sie oft etwas, das aussieht wie ein Sack – weil Weiblichkeit out ist! Kurven betonen – nix da, das ist frauenfeindlich!

Erklären Sie mal einem Top-Gehirnchirurgen, dass er genauso intelligent ist wie ein ungelernter Fabrikarbeiter, der seit 25 Jahren am gleichen Band steht und der Überzeugung ist, dass Madrid in Italien liegt. Das Empörungsgesicht wird Sie noch in ihre Träume verfolgen. Aber sagen wird er das auf keinen Fall laut – nix da, das ist politisch unkorrekt!

Gehen Sie einmal zum Spaß zu einem reichen Mitmenschen und nehmen sich dort das Rinderfilet aus dem Kühlschrank! Er wird Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach freundlich den Weg nach draußen weisen. Ohne Rinderfilet! Aber tut er das auch, wenn er dabei gefilmt wird? Nix da – er könnte als sozial ungerecht gebrandmarkt werden! Schließlich ist er reich und Sie nicht!

Komisch finde ich das! Politiker erklären uns, was die Menschen gut und richtig finden. Wieso kenne ich keinen, der das bestätigt? Also dann bestätigt, wenn wir alleine sind?

Unsere Jugend ist inzwischen in weiten Teilen geistig dermaßen kontaminiert, dass sie den Staatsdienst jeglicher Selbständigkeit vorzieht, weil der Staatsdienst so sicher ist. So sicher! Das sind Leute um die zwanzig! Und die wollen vor allem Sicherheit? Herrje, wir sind dem Untergang geweiht.

Im stillen Kämmerlein wollen wir einzigartig und besonders sein, niemand fühlt sich geschmeichelt, wenn man ihm sagt, dass er Durchschnitt ist. Wir geben Unmengen an wertlosem Geld aus, um uns vom anderen zu unterscheiden. Aber wenn es um unseren Geist geht, wollen wir Einheitsbrei sein. Sind wir schizophren? Sind wir ver-rückt? Dieser grüne Geistesmüll hat unsere Synapsen verklebt, wir merken noch nicht einmal mehr, was man uns antut, wir wollen sogar, dass man es uns antut!

Wir stopfen uns mit Bio-Eiern voll und verpesten gleichzeitig unser Gehirn mit verseuchter Kost. Das größte Ziel unserer Jugend ist es, auf Kosten anderer zu leben! Aus Steuergeldern finanziert zu werden. Und das sicher findet. Dass das nur sicher ist solange sich genug finden, die bereit sind, für die Sicherheit anderer zu arbeiten, scheint zu hoch zu sein. Das sind solche, die zum Staatsdienst gehen und verzweifelt bemüht sind, dann wenigstens durch Oberflächlichkeiten aufzufallen. Die ihr sicheres Leben durch spannende Hobbys und exotische Reisen aufwerten (müssen), um in ihrer selbstkonstruierten Neo-Biedermeierzeit noch frische Luft einatmen zu können.

Die mal etwas erleben wollen, weil der Alltag so öde ist.

Die auf Kosten anderer leben und sich dieses Leben teuer bezahlen lassen, weil sie für das Gemeinwohl arbeiten! Weil sie dem Staat dienen. Weil sie es für zu unsicher halten, eigene Werte zu schaffen. Weil sie dann beruhigt krank werden können. Weil sie keine echte Verantwortung für das Wohl ihnen unmittelbar bekannter Menschen übernehmen müssen. Weil sich Gutmenschlichkeit im Anonymen glaubwürdiger und vor allem beweisfreier lamentieren lässt.

Die (wirtschaftlich sinnmachende) Selbstständigkeitsrate unter den grünen Gutmenschen ist – und da verwette ich alles drauf – verschwindend gering. Weil Reden eben einfacher als Handeln ist. Weil Verwalten leichter als Schaffen ist. Weil es einfacher ist, den Moralapostel zu spielen als Moral zu leben, indem man Wohlstand schafft. Und Wohlstand schafft man nicht, indem man den Preis des größten Maulhelden der Nation gewinnt, sondern indem man die Klappe hält und anpackt! Sich die Hände schmutzig macht und nicht lamentiert. Indem man etwas TUT und nicht nur die politisch korrekten Regelungen, Vorschriften und Gesetze denjenigen um die Ohren haut, die EURE Sicherheit erarbeiten.

Liebe (weite Teile der ) Jugend von heute! Bitte schreibt euch hinter die Ohren… Wenn ihr nur noch in den Staatsdienst wollt, weil ihr durch staatliche Kindergärten, staatliche Schulen und staatliche Hochschulen dermaßen indoktriniert seid, dass ihr nicht mehr selber denken könnt, dann lasst euch sagen, das euer Plan nicht funktionieren wird. Wenn nämlich niemand mehr echte Werte schafft, habt ihr nichts zu verwalten – so einfach ist das!

Aber es gibt auch Hoffnung!

Es gibt die Jugend, die aufbegehrt, die sich nicht einpferchen lässt in Gedankenmuster, die schon bei unseren Großeltern nicht funktioniert haben. Die „frech“ sind, die Fragen stellen und sich nicht abbügeln lassen, die kreativ sind, fleißig, mutig und engagiert, die sich keine Vorschriften machen lassen und die sich (zum Glück) von der Schuldsucht „der Deutschen“ selbstbewusst abgrenzen, die sich nicht dem Kollektiv, der Obrigkeitshörigkeit unterwerfen, die bei dem inflationär benutzten Wort „Nazi“ nur müde lächeln.

Die deshalb lächeln, weil sie wissen, dass heute jeder ein „Nazi“ ist, der dem links-grünen Gesinnungswahn nicht folgen möchte.

Diese Mut machenden jungen Menschen, die den Unterschied erkennen zwischen Ver-rückt sein und Verrücktsein, die wissen, was Benehmen und Anstand ist und die wissen, ab wann man zu weit geht und dies tunlichst unterlassen. Die wissen, was Eigenverantwortung ist, und die sich dieser stellen. Die bereit sind, Haftung für Ihr Tun zu übernehmen. Die wissen, dass wir nur weiterkommen, wenn wir den Fortschritt wagen, die Veränderung. Veränderungen, die durchaus auch bisweilen in heftigen Auseinandersetzungen münden können und die alles andere als politisch korrekt sind.

Aber genau das ist das, was „WIR“ dringend brauchen.


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