Anja Reschke blamiert sich einmal mehr mit „Berichterstattung“

von Christian Jung

Dramatische Musik. Polizisten im Einsatz. Die GSG, wie Reschke zuvor in ihrer Anmoderation bedeutungsschwanger raunte, durchsucht Häuser. Eine Chatgruppe soll eine Todesliste von Personen aus dem „linken Spektrum“ angelegt haben. Unter den Mitgliedern der Gruppe: zwei Polizisten. Reschke kann bei diesem Faktum die Hüfte nicht stillhalten, so erregt ist die linke Moderatorin. Doch im eigenen Sender ist zum Zeitpunkt der Sendung schon bekannt, dass der Verdacht nicht mehr besteht.

Grund: Diese Liste gibt es nicht.

Anja Reschke berichtete von einem Verdacht, der schon nicht mehr aufrecht zu erhalten war (Bild: Screenshot ARD / Panorama, Ergänzung um roten Pfeil: JouWatch)

Genüßlich wird im Report-Beitrag der „Vorwurf“ der Bundesanwaltschaft zitiert. Die Gruppe, die sich „Nordkreuz“ nenne, habe sich darauf vorbereitet, im Krisenfall Personen des „linken Spektrums festsetzen und mit ihren Waffen töten“ zu wollen. Dazu sollen Mitglieder der Gruppe eine Liste angelegt haben.

Panorama spricht dann mit Marco G., bei dem eine Durchsuchung stattfand, obwohl er keiner der Verdächtigen war und ist.

„Tatsächlich wirkt er erstmal harmlos auf uns“, erklären die Panorama-„Journalisten“.

Soll heißen: Der friedliche Eindruck täuscht.

Denn, so erfahren die Zuschauer, Marco G. sei nicht nur Polizist, sondern einer der Administratoren und der Gründer der Chatgruppe, in der sich die Mitglieder über Krisenvorsorge austauschten. Modern nennte man das die „Prepper-Szene“, erklärt G. in die Kamera.

Die Angehörigen dieser Szene bereiten sich für den Fall des Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung darauf vor, für die eigenen Sicherheit selbst sorgen zu müssen. Das Anlegen von Vorräten und der Umgang mit legalen (!) eigenen Waffen gehört auch dazu, was für linke Journalisten ohnehin jenseits des Vorstellbaren gehört.

Verfassungsschutz will Personen beobachten, die es mit der Lebensmittelbevorratung übertreiben

Alles was G. beschreibt ist legal und weckt erkennbar dennoch den Argwohn und die Ablehnung der Redakteure von Panorama.

„Der Polizist (G.) rechnet also mit dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung, obwohl er sie von Berufs wegen doch garantieren soll“, raunt die Sprecherin.

Den Machern von Panorama scheint es also noch nicht einmal abwegig, das ein einzelner Polizist die staatliche Ordnung „garantieren“ soll. Faktisch ist das nicht nur unmöglich, sondern auch falsch. Er hat sich „lediglich“ jederzeit für die freiheitlich demokratische Rechtsordnung einzusetzen, so jedenfalls das reale Beamtenrecht.

Dass G. Die Einhaltung des Rechts nicht garantieren kann, wenn die Bundeskanzlerin rechtswidrig Grenzen öffnet oder den Euro „rettet“, müsste sogar einem linken Journalisten einleuchten.

Noch bevor Anja Reschke mit ihrer Verdachtsberichterstattung auf Sendung geht, weiß man im eigenen Sender, dass es keine „Todesliste“ gibt (Bild: Screenshot NDR, Ergänzung um roten Pfeil: JouWatch).

Doch selbst mit einer derartig absurden Darstellung gelingt es nicht, den durchaus sympathisch wirkenden G. in ein schlechtes Licht zu rücken. Der Verfassungsschutz schnüffelt angeblich auch schon der „Prepper-Szene“ hinterher, berichtet Report in dem Beitrag. Zu Wort kommt der Verfassungsschutzpräsident des rot-rot-grün regierten Thüringen.

Verdacht ließ sich nicht erhärten – Report-Beitrag ging trotzdem auf Sendung

Kein Wort erfährt der Zuschauer, dass dieser von einer Regierung eingesetzt wurde, deren parlamentarische Mehrheit sich unter anderem auf ehemalige Stasi-Spitzel und aktuelle Mitglieder der linksextremen Roten Hilfe stützt. Eine Organisation, die linke Straf- und Gewalttäter unterstützt – wenn sich diese gerade nicht von der Gewalt eskalieren. Andernfalls wird die Unterstützung gestrichen.

„Prepper übertreiben es. Sie wollen Monate durchhalten“, erklärt Verfassungsschutzpräsident Stephan J. Kramer den Panorama-Leuten. Da müssten die Sicherheitsbehörden nun näher hinschauen meint Kramer und zeigt damit auf, dass es zumindest dem Thüringer Verfassungsschutz nicht um Demokratiefeinde, sondern allenfalls um all jene geht, die kein dezidiert linkes Weltbild pflegen.

Am Abend der Sendung, noch vor der Ausstrahlung der Panorama-Sendung im Ersten: Der NDR meldet, es habe keine Liste mit Personen „aus dem linken Spektrum“ gegeben.

Laut Internetseite des NDR erschien diese Meldung um 19:15 Uhr. Als Reschkes „Panorama“ um 21:45 Uhr und damit mehr als zwei Stunden später auf Sendung geht, wird der Verdacht schon gar nicht mehr aufrechterhalten.

Davon erfährt der Zuschauer der Panorama-Sendung nichts. (CJ) 


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