Asylbewerber und Kinder zusammen in Schullandheim – Kinder müssen in Zelten übernachten

von Zirze

Stellen Sie sich vor, Ihre Kinder besuchen in den Ferien ein Schullandheim. Als Sie sie abholen wollen, rennen plötzlich rund 30 Asylbewerber auf dem Gelände herum, die bei der Ankunft vor einer Woche noch nicht da waren. Was würden Sie wohl denken? Welches Gefühl hätten Sie in diesem Moment?

schullandheim_sternWenn Sie nicht gerade ein „Refugees welcome“-Aktivist sind, hätten Sie doch sicher ein mulmiges Gefühl im Bauch, zumal die womöglich traumatisierten Kriegsflüchtlinge augenscheinlich ohne Sicherheitspersonal direkt neben den Ferienkindern untergebracht wurden.

Doch das stört Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) nicht. Im Gegenteil. Er ließ es sich am Samstag nicht nehmen, die Neubürger aus Albanien, Syrien, dem Irak und Afghanistan im Schullandheim persönlich zu begrüßen. Vor lauter Vorfreude hatte er allerdings vergessen, die Betreuer und die Eltern der Kinder zu informieren. Die standen am Sonntag plötzlich da und waren sichtlich schockiert.

Am Samstag (08.08.2015) berichtete die Thüringische Landeszeitung:

Jetzt wird es wirklich eng! Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) hat es sich gestern Vormittag nicht nehmen lassen, 29 Flüchtlinge im Schullandheim „Stern“ auf dem Forst zu begrüßen. Die Kinder, Frauen und Männer – bis auf eine albanische Familie alle aus Syrien, Irak oder Afghanistan – sind Teil einer Gruppe von 40 Flüchtlingen, zu deren außerplanmäßiger Aufnahme Jena kurzfristig vom Landesverwaltungsamt verpflichtet worden war, nachdem die Erstaufnahmeeinrichtung Suhl ihre Kapazitätsgrenze um 600 Personen überschritten hatte. „Am Mittwoch früh um 9 Uhr erhielten wir den Anruf, dass wir um 17 Uhr die Aufnahme der 40 Flüchtlinge zu realisieren hätten“, so beschrieb gestern Sozial-Fachdienstleiterin Barbara Wolf den Hergang.

Doch es kommt noch schlimmer! Weil scheinbar kein Platz mehr ist, müssen 25 Kinder, die am Montag (gestern) angereist sind, in Zelten campen!

Den „Stern“ habe die Stadtverwaltung schon länger als Alternative im Blick gehabt für den Fall, „dass es ganz eng wird“, wie der OB sagte. Tatsächlich sei der „Stern“ mit seiner großen Innenstadtferne „natürlich nur eine Übergangslösung“. Zudem gibt es organisatorische Reibereien. Von Montag an sollen 25 Kinder als Gäste des Stadtsportbundes (SSB) eine Ferienfreizeit auf dem „Stern“ verbringen – und nun in Zelten campen, statt im Haupthaus zu wohnen. Also gelte es, für 14 Tage „möglichst problemfrei eine Doppelbelegung abzusichern“, wie Jenas Schulverwaltungs-Chef René Ehrenberg sagte. Gewiss sei der „Stern“ für die Flüchtlingsunterbringung „keine Idealkonstellation“. Aber was Alternativen angeht, „stehen wir mit dem Rücken an der Wand“, sagte Ehrenberg. Ja, er wisse, einige Eltern hätten signalisiert, sie nähmen Abstand von der Unterbringung ihrer Kinder in Zelten. Das bestätigte gestern auch SSB-Vorsitzende und CDU-Stadträtin Elisabeth Wackernagel. Überdies war vom Jenaer Stadtforst zu hören, dass das traditionelle „Work-Camp“ abgesagt werden musste: Es fehlt jetzt der Übernachtungsplatz auf dem „Stern“ für die Studenten aus zwölf Ländern.

Am Montag berichtete die Ostthüringer Zeitung ganz versteckt in einem anderen Artikel über die Doppelbelegung des Schullandheims:

Eine Mutter aus Jena berichtete der dortigen AfD-Landtagsabgeordneten Wiebke Muhsal, dass 29 Asylbewerber plötzlich auch im Jenaer Schullandheim Stern einquartiert wurden. Gemeinsam mit Ferienkindern, ohne Absprache mit den drei Betreuern oder den Eltern der Kinder. Die bemerkten erst beim Abholen der Kinder am Sonntag die Doppelunterbringung. Muhsal empört sich, dass womöglich traumatisierte Kriegsflüchtlinge augenscheinlich ohne Sicherheitspersonal direkt neben den Ferienkindern eine Unterkunft fanden. Passiert ist zwar gar nichts. Aber eine parlamentarische Anfrage der AfD zu dem Vorgang wird es dennoch geben.

Zum Glück ist nichts passiert! Was wäre gewesen, wenn etwas passiert wäre? Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass Asylbewerber auffällig werden, Leute anpöbeln oder Frauen belästigen. Wie hätte Oberbürgermeister Schröter das den Eltern erklären wollen?

Wir wissen alle, dass den Kommunen das Wasser bis zum Hals steht, was die Unterbringung von Flüchtlingen betrifft. Es kann aber auch nicht sein, dass die Leute ständig vor vollendete Tatsachen gestellt werden, weil plötzlich über Nacht irgendwo eine neue Flüchtlingsunterkunft entsteht und niemand vorher informiert wurde.

Es sind nicht die bösen „Rechtspopulisten“ die die Menschen aufstacheln! Es ist die Politik, die diese Zustände herbeiführt, indem sie Geduld der Anwohner auf eine harte Probe stellt.

Jeder hier hat Verständnis für die Lage, aber die Politik muss endlich einsehen, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann!

Die Toleranz und die Geduld der Leute hat irgendwann ein Ende und dann fliegt der Deckel vom Topf.


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