Auf dem Stundenplan – Folge 3 – Die Verschwiegenen Ursachen des Unfriedens

Auf dem Stundenplan

– Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher –

– Folge 3 –


 „Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München, sondern Versailles !“ – THEODOR HEUSS

1983 — Nicht das 50. Jahr der Machtübernahme,
sondern das 65. Jahr nach Versailles!

Der „Versailler Friedensvertrag“ – ein Diktatfrieden mit verheerenden Folgen:
Das volkspädagogisch gesteuerte Trommelfeuer im Hinblick auf den 50. Jahrestag der Machtübernahme durch die Hitler-Papen-Regierung am 30. Januar 1933 ist auf die West- Deutschen niedergeprasselt. Das sog. Deutsche Fernsehen hat sich erblödet, die Wiederholung der Hollywood-Serie „Holocaust“ mit einem Plakat anzukündigen, auf dem ein geschmiertes Hakenkreuz abgedruckt war. Sollten damit primitive Geister und Provokateure zu Schmierereien angeregt werden, um den Vergangenheitsbewältigern ihre Lebensversorgung zu sichern?

Die durchweg schlampig gemachte Reihe „Europa unterm Hakenkreuz“ brachte Einblendungen aus unserer Zeit, die man nur als fehl am Platze und als Zeitschinderei bezeichnen kann. Eine Ausnahme machte allein die Sendung über London, die in Sachen Kriegsursache und Kriegsausbruch manches brachte und zurechtrückte, was nicht so in den gängigen Geschichtswerken für unsere Schulen steht.

Ähnlich hastig wurde die Sendung „Ein anderes Lutherjahr (1933)“ aus Archivfilmen, Bildern und Gesprächen am Beispiel der Stadt Marburg zusammengestellt und mit einem unbewiesenen Kommentar versehen. Immer wieder tauchte die Behauptung auf „Keiner könne sich in Marburg erinnern …“. Um die Stunde vollzubekommen, wurde gleich über 1933 hinaus ein weiteres Jahrzehnt hinzugenommen. Krönung des Ganzen war ein Gespräch mit dem Erzhasser S. Wiesenthal. – Man kann nur hoffen, daß diese Sendungen eine geringe Einschaltquote hatten, sonst müßte man Angst haben, daß damit ein gefährliches Potential an Negativgefühlen aufgespeichert wurde.

Faschismusgeschrei hilft nur den Völkerverhetzern und Kriegstreibern

Derlei Sendungen, deren Sachlichkeit und Objektivität mehr als zweifelhaft sind, helfen immerhin bei der Vernebelung der Bedrohung durch die internationalen Kriegsverbrecher. Sie sind ein herrliches Mittel der Täuschung und Falschunterrichtung. Durch das ständige Faschismus- und Neo-Nazismus-Geschrei, das wir mit unseren Steuergeldern finanzieren, soll von der weltweiten, auf Umsturz ausgerichteten Partisanen- und Spionage-Wühlarbeit sowie von der ungeheuren Aufrüstung durch die Supermächte abgelenkt und die Wehrbereitschaft sowie der Verteidigungswille völlig abgebaut werden. Jedem Mitleid mit den in einem „begrenzten Krieg“ auszulöschenden bösen Deutschen soll vorgebeugt werden. Wir sehen ein gutfunktionierendes Bündnis von Geldmachern und Anti-Deutschen beim sog. Deutschen Fernsehen, der rosaroten Schickeria an den Universitäten sowie den eiskalten Strategen der Welt-Revolution. Sicher ist es kein Zufall, daß der BRD-Faschismus Papst, ein gewisser Prof. R. Kühnl aus Marburg, im roten Pahl- Rugenstein-Verlag/Köln sowie bei „rororo“ seine Faschismus-Warnungen veröffentlicht.

Selbstbestimmungsrecht 1918/1919 vorenthalten

Wenn von der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und die Deutschnationale Volkspartei im Jahre 1933 gesprochen wird – daß sie in völliger Übereinstimmung mit den Gesetzen erfolgte, wird nicht immer gesagt! – dann muß betont werden, daß dieses Ereignis u.a. nur möglich wurde, weil der Vorvertrag zum „Frieden von Versailles“, der zum Waffenstillstand vom 11. Nov. 1918 führte, in schmählicher Weise hintergangen wurde. Gemeint sind die 14 Punkte des US-Präsidenten Wilson, die 1917 einen Friedensschluß auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes in Aussicht stellten.

Es war die Tragödie Europas, daß man nur wenigen Völkern im östlichen Mitteleuropa die Bildung von Nationalstaaten ermöglichte, die jedoch wegen der Gemengelage ihrer Bewohner neue Mehr- oder Vielvölkerstaaten in Kleinausgabe wurden. Die neuen „Minderheiten“ hatten durchweg weniger Rechte als die Minderheiten im kaiserlichen Deutschland oder in der k.u.k. Monarchie.

Vor allem jedoch gab es kein Selbstbestimmungsrecht für Deutsche! Mindestens zehn von zwölf Millionen Deutschen in diesem Raum wären bei Abstimmungen zu einer großdeutschen Republik gekommen – die Deutsch-Österreicher einschließlich der Sudeten-Deutschen und der Südtiroler, die Westpreußen und Danziger, die Memelländer, ein Drittel der Bevölkerung der Provinz Posen (vor allem um Bromberg), die Ost-Oberschlesier mit den Bewohnern von Teschen und Bielitz, die Elsaß-Lothringer mit großer Wahrscheinlichkeit, sicherlich aber die Bewohner des Saarlandes, von Eupen und Umland, der Stadt Ödenburg/Burgenland sowie Teilen der Krain.

Bei sauberen Abstimmungen hätte sich das deutsche Volk mit dem Verlust von Gebietsteilen auch leichter abgefunden, wie es das Beispiel von Nordschleswig zeigt. Selbst im Kriege wurde dies von der nationalsozialistischen Regierung nicht in Frage gestellt.

„Versailler Frieden“ – nur ein Waffenstillstand auf 20 Jahre

Die Aussprüche von Politikern aller europäischen Länder, die dieses Friedensdiktat von Versailles als Vorstufe zu einem kommenden Krieg ansahen, sind Legion. Theodor Heuß, der im Deutschen Reichstag nicht nur dem sog. Ermächtigungsgesetz zustimmte, sondern auch der erste Bundespräsident (FDP) war, sagte,

„Die Geburt der Nationalsozialistischen Bewegung liegt nicht in München, sondern in Versailles“.

Das Friedensdiktat führte auch zu einer inneren Spaltung in Deutschland zwischen den Sozialdemokraten, dem Zentrum und den Liberalen, die sich bemühten, durch eine „Erfüllungspolitik“ die Auswirkungen dieses Vertrages mit der Zeit zu mildern und das Vertrauen der früheren Kriegsgegner im Westen zu gewinnen, auf der einen Seite sowie den Rechtsparteien und extremen Kräften auf der anderen, die den durch eine Hungerblockade erzwungenen Vertrag von vornherein ablehnten. Sie hielten ihn für eine Anhäufung von unerfüllbaren Bedingungen und Forderungen sowie die Grundlage eines Bündnissystems zwischen Frankreich und den neuen Staaten des östlichen Mitteleuropa, einzig dazu geschaffen, Deutschland ständig zu bedrohen und kleinzuhalten.

Hoffnung auf Einsicht vergebens

Den Sozialdemokraten, dem Zentrum sowie den Liberalen stellte sich eine praktisch fast unlösbare Aufgabe. Sie hofften, vergeblich, die 14 Punkte von US-Präsident Wilson würden sich letztlich als europäisches Gestaltungselement durchsetzen. Im Hinblick darauf hatten sie um einen Waffenstillstand nachersucht, um einen verlustreichen Endkampf des deutschen Volkes, das hungerte und fast ausgeblutet war, zu verhindern.

Erinnern wir in diesem Zusammenhang daran, daß die Hälfte der Kriegstoten des 2. Weltkrieges auf die Zeit ab 1944 entfällt. Deutschland hatte keine Chance mehr, den Krieg für sich zu entscheiden, obwohl seine Truppen noch in Belgien und tief in Rußland standen. Die Verbündeten, die k.u.k-ler, die Bulgaren und die Türken, hatten bereits aufgegeben. Eine neue Front im Südosten und Süden wäre entstanden, für die keine Truppen mehr zur Verfügung gestanden hätten.

In der Bitte und dem Ersuchen auf Waffenstillstand kann man, sofern man will, auch die Hoffnung auf die Solidarität der Demokraten der Welt sehen. Es blieb eine Hoffnung und ein Traum! Als Dolchstoß gegenüber der kämpfenden Front, der Verpflegung und Munition fehlten, kann man es nicht sehen.

Betrug an deutschen Demokraten

Der sog. Dolchstoß hingegen wurde von Politikern wie Clemenceau, Poincaré, Lloyd George, Orlando und Wilson geführt, und zwar gegen die deutsche Republik. Beteiligt waren auch die neuen Verbündeten im östlichen Mitteleuropa, die Herren Benes, Domowski und Massaryk.

Nach diesem Friedensdiktat hatte die junge deutsche Republik von 1918 kaum noch eine Chance. Sie kämpfte um die Erleichterung und die Streckung der Wiedergutmachungszahlungen, mußte erleben, wie die Franzosen 1923 als Faustpfand das Ruhrgebiet besetzten. Man suchte nach immer neuen Finanzquellen, u.a. durch Verkauf den Zündholzmonopols, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und so die Besatzer wieder loszuwerden.

Sechs Jahre lang verhandelte Gustav Stresemann. Weil man ihm nicht einen einzigen Schritt entgegenkam, mußte er es sich gefallen lassen, als Erfüllungspolitiker bezeichnet zu werden. „Stresemann, verwese man!“ hieß es damals landauf, landab. Seine Partei sank zur Bedeutungslosigkeit herab, und er starb allein und verzweifelt an einem Schlaganfall im Oktober 1929.

Die Jugend Hitler in die Arme getrieben?

Auf Grund der Auswirkungen des Versailler Friedensdiktates wurde die deutsche Jugend gegen die Staatsform der jungen Republik eingenommen und vertraute nach und nach immer mehr der Macht und Gewalt. Auch die Weltwirtschaftskrise wurde der Unfähigkeit der Demokratie angelastet. Kurz vor seinem Tode vertraute Stresemann einem englischen Besucher an:

„Es ist nun fünf Jahre her, seit wir Locarno unterzeichnet haben. Wenn Ihr ein einziges Zugeständnis gemacht hättet, würde ich mein Volk überzeugt haben … Jetzt bleibt nichts übrig als die rohe Gewalt. Die Zukunft liegt in den Händen der jungen Generation. Und die Jugend Deutschlands, die wir für den Frieden und das neue Europa hätten gewinnen können, haben wir für beide verloren. Das ist meine Tragik und Eure Schuld.“ 1)

Dann kam Adolf Hitler, die „letzte Hoffnung“, vor allem der jungen Menschen. Die westlichen Demokratien gaben Hitler Stück um Stück nach, was sie den Politikern zuvor verweigert hatten. Sie ließen den Einmarsch in das Rheinland zu, unternahmen nichts, um den Anschluß Österreichs zu verhindern, entdeckten plötzlich, wie schamlos die Sudetendeutschen von den Tschechen behandelt und ausgebeutet wurden. Dies machte diese Staatsform in den Augen der deutschen Jugend der 30er Jahre vollends unglaubwürdig.

Deutschland und Europa zerstört

Am Ende stand der 2. Weltkrieg, als Deutschland unter Hitler den letzten Rest des Unrechts von Versailles beseitigen wollte. Die Sowjets wurden als Verbündete des Westens gewonnen, obwohl sie zusammen mit Hitler Polen aufgeteilt hatten. Man wollte den „Teufel mit Belzebub“ austreiben, doch am Ende standen die Sowjets mitten in Europa. Es half nichts mehr, daß Churchill nun der Auffassung war, man habe „das falsche Schwein geschlachtet“. Wenn man eine Lektion aus den letzten 65 Jahren ziehen will, dann die, daß solche Knebelungs- und Unterwerfungsverträge wie Versailles keinen Frieden schaffen, sondern nur Haß und Rüstung für den Gegenschlag. Bei der Verurteilung der Machtübernahme von 1933, wie sie zur Genüge auf allen Ebenen deutlich geworden ist, darf und kann nicht vergessen werden, daß gerade „Versailles“ Adolf Hitler eine politische Chance gab.

„Versailles“ – Ursprung allen Übels

Heute versuchen Schulbuchautoren bereits den Versailler Friedensvertrag als eine Wohltat für Deutschland zu verkaufen. Sie veröffentlichen in verkleinerter Form eine offizielle Wandkarte, die 1928 im Auftrag der Reichsregierung für den Schulgebrauch herausgegeben wurde, und bezeichnen sie als ein Beispiel dafür, wie der Versailler Vertrag in der Zeit der Weimarer Republik in weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung verstanden wurde. Sie bedauern, daß diese Deutung zu einem Mittel des politischen Kampfes wurde (Dolchstoßlegende). Die in der Karte verwendeten Begriffe sollten unter diesen Gesichtspunkten gesehen werden. 2)


Auf die Dauer werden intelligente Schüler wohl nach mehr Quellen fragen und sich die Frage stellen, warum die damalige Reichsregierung (1928) eine Karte mit der Überschrift „Deutschlands Verstümmelung“ verbreiten ließ.

Auch die Erwähnung „Versailler Vertrag 50 bzw. 60 Jahre in Kraft (16.1.1920)“ in einem Taschenbuch, das die Bundeszentrale für Politische Bildung in Bonn als Trostpreis für die Beteiligung beim jährlichen Schüler-Preisausschreiben vergibt, wird suchenden jungen Deutschen auf die Dauer hoffentlich nicht genügen.

Auch die Angabe „Verlorenes Reichsgebiet“ für Posen- Westpreußen, Danzig, Elsaß-Lothringen in einem Geschichtslehrbuch 3) wird sicherlich ein kritisches Hinterfragen zur Folge haben. Die vorenthaltenen Volksabstimmungen sind eben der Geburtsfehler dieser Abtretungen. Bei Ober-Schlesien ist es noch schlimmer: trotz der für Deutschland günstigen Abstimmung (69 %) wurde der wirtschaftlich wertvollere Teil an Polen gegeben.

Der Versailler Diktatfrieden muß als Beispiel dafür herausgestellt werden, daß

„Nichts geregelt ist, was nicht gerecht geregelt ist!“

(US-Präsident A. Lincoln).

Geben wir unseren Kindern und Enkeln eine Argumentationschance. Machen wir das 50. Jahr der Machtübernahme durch eine Regierung Hitler-Papen zum 65. Jahr des Versailler Diktatfriedens sowie des Dolchstoßes an der jungen deutschen Republik. Machen wir es auch zu einem Jahr der Mahnung an die Sieger des 2. Weltkrieges, Deutschland endlich einen gerechten Friedensvertrag zu geben und nicht ständig und ewig als Vorbestraften zu behandeln.

Ernst von Weizsäcker, der spätere Widerstandskämpfer gegen das Dritte Reich, schrieb bereits am Tage des Waffenstillstandes vom 11. November 1918 in sein Tagebuch:

„Hieraus entsteht ein neuer Krieg; unsere Kinder werden ihn ausfechten müssen.“

Der Reichsaußenminister des Weimarer Staates, Dr. Gustav Stresemann, charakterisierte am 14. September 1925 dieses Diktat mit folgenden Worten:

„Das ist ja gerade die diabolische Art des V e r s a i l l e r D i k t a t e s (Sperrung im Original !) gewesen, daß sie an allen Ecken und Enden Unfrieden zwischen Deutschland und seinen Nachbarn geschaffen hat. Von allem anderen abgesehen, suchte sie Feindschaft zu legen zwischen Frankreich und Deutschland (Elsaß-Lothringen), Belgien (Eupen-Malmedy), Dänemark (Nordgrenze), Polen (Danzig, Korridor, Oberschlesien), Tschecho-Slowakei (Deutschböhmen und Verhinderung des Anschlusses), Litauen (Memel). Dazu alle die Unterdrückungen Deutschstämmiger, die Streitpunkte mit Jugoslawien und Rumänien schaffen, genau so wie die Südtiroler Frage eine brennende Wunde für die deutsche Seele ist. (Damals, für einen damaligen deutschen Außenminister!) Nehmen wir dazu die Wegnahme der deutschen Kolonien, so ist es klar, daß eine Politik, die darauf hinausginge, das alles in den früheren Status quo umzuwandeln, eine Politik des Kampfes gegen die ganze Welt wäre . . . . Selbst ein gerüstetes Deutschland würde diese Politik mit einer dauernden antideutschen Weltkonstellation zu bezahlen haben.“

Quellenhinweise:

1) Gespräch mit Bruce Kockhard, Mitglied der Brit. Botschaft in Berlin, 13.3.29; nach Prof. H.-S. Weber in Rhein. Post vom 25.5.49

2) Geschichtliche Weltkunde, Hrsg. Prof. Dr. W. Hug – Verlag M. Diesterweg/fm 19792, Bd. 3, S. 41

3) Politik und Geschichte des 19. u. 20. Jh. von Rückert/Hettinger-Verlag F. Schöningh/Paderborn 1978, S. 88, sowie Grundriß der Geschichte, Verlag F. Schöningh/Paderborn, Bd. 3, S. 73

Quelle: Unabhängige Nachrichten, Bochum 1983


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: