Begriffe und ihre Bedeutung – Teil 17: die Liebe

von Alexander Berg

Es wird viel über sie geschrieben und in der Regel wird jenen, die an sie glauben, meist ein verständnisvolles Lächeln oder Neid entgegengebracht.

Liebe, das ist doch was für Kinder. Wer braucht schon Liebe, wenn man Macht über andere haben kann?

Stellt man sie in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext, so läuft die Mehrheit in einem gut konditionierten Suchtpotential herum – auf der Suche, nach diesem „Etwas“, was in einem alles verändert. Verändert. Das ist genau das Wort, wo sich das „Ich“ alsdann Gedanken macht.

Durch die gut angelegte Außenorientierung, implementiert in frühster Kindheit in der Familie, laufen die meisten mit einer Vorstellung herum, der andere wäre stets derjenige, der einem die Liebe zu geben habe und so entwickelt sich das ganze Beziehungsspektakel mit der Zeit zu einem Machtkampf um jenes, was im Kern niemandem gehört.

Hin und wieder kommt bei mir der Gedanke, dass die Liebe uns nur daran erinnert, dass es da noch etwas anderes gibt, über das bisher nur wunschgedacht und sich utopisch zusammengehofft wurde, während man sich auf einer Müllkippeninsel befindet und jeden Tag den Dreck umzudrehen hat, den man als Gesellschaft selbst produziert hat.

Es macht mehr den Eindruck dass sich das Leben selbst durch die Liebe beim Menschen in Erinnerung ruft, während er weiter im Modus Besitz, Hab und Gut unterwegs ist.

Nicht selten wird die Liebe verdrängt, man sei nicht „würdig“ genug oder hält die Liebe für etwas Kitschiges. Das ist alles nur grober Unfug, der auf der gut konditionierten und künstlich fortgeführten Fremdbestimmung beruht, wo ein künstliches Bild der Liebe mit der Abhängigkeit zu einer Autorität verbunden wird.

„Du bist solange gut, solange mir das gefällt -> Fremdbestimmung durch: bedingte Liebe, bedingte Zugehörigkeit, bedingte Aufmerksamkeit und bedingte Anerkennung.“

Erkennbar, dass es um weitaus mehr geht, als diesen oder jenen Richter mit diesem oder jenem Schreiben, in diesem oder jenem Staat. Das verliert alles an Bedeutung und die Hölle, die erlebt wird, hat sich die Gesellschaft selbst geschaffen. Sie ist kein Ort „woanders“, ebenso wenig wie der „Himmel“. Das „Para-dies“ (also parallel vom dies) ist lediglich ein Ergebnis eines Umdenkprozesses im Menschen selbst – wenn er sich auf diesen „einzigen“ Weg macht.

„Himmel“ und „Hölle“ sind lediglich zwei Geisteshaltungen und „woanders“ lediglich ein Ausdruck für die gesellschaftlich akzeptierte Verdrängung, beruhend auf einer künstlich in die Länge gezogenen Märchenveranstaltung durch die Autorität.

Dabei ist die Liebe einfach da und dieses Gefühl, was sehr oft zwischen sich Findenden entsteht, ist dieses innige Fließen zwischen Ihnen, was sie wahrnehmen, was über das Körperliche hinausgeht. Liebe überwindet Raum und Zeit. Sie ist. In der Tat.

„Einander findend,
einander berührend,
einander erinnernd,
einander…“

Hat man sie erst einmal erlebt, verändert sie einen für immer. Besser, sie legt etwas frei, was längst vergessen war. Den argwöhnenden Kritiker kann ich bei diesen Gedanken sehr gut verstehen, ebenso jenen, der sich verzweifelt die Liebe erhofft oder glaubt von ihr enttäuscht worden zu sein.

„Mach’s mit Liebe, weil machen musst du’s sowieso.“ Unternehmer aus Fulda

Die Liebe erzeugt keinen Schmerz, nur der Mensch, der an etwas festhält, erzeugt diesen in sich selbst. Jenen Schmerz, für den niemand anders als er selbst verantwortlich ist. Es gibt keine anderen, denen man etwas nachtragen und vorwerfen kann, wenn man die Liebe erfahren hat und der Trick der Feindbildprojektion durch das „Ich“. Das „Ich“ will haben, um sich mit seinem eigenen Seinszustand nicht beschäftigen zu müssen, der ihn im Kern an seine Entwicklung und Entfaltung erinnert.

Liebe kennt auch keine Autorität, keine Vorgesetzten, keine Untergebenen und allem voran: keine Bedingungen. Deshalb ist sie. Liebe rechnet auch nicht auf. Liebe kann man auch nicht kaufen – ebenso wenig wie den „Himmel“ (siehe: oben).
Man kann sie auch mit keinem Wert beziffern, weil auch Zahlen nur Symbole sind, die sich der Mensch (besser: sein „Ich“) ausdachte, um das Unbegreifliche begreifbar machen zu wollen, um sich an etwas festhalten und so etwas wie „berechenbare Sicherheit“ erlangen zu wollen, während das Unbegreifliches mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist.

Denn es war ja schon immer so.

Der Mensch sehnt sich nach Liebe, denn sie heilt mit langsanfter Art. Jedoch schuf er durch sein „Ich“ ein System, was sich in der künstlichen Abbildung vom Leben und sich dabei vom Leben selbst abgewandt hat.

„Sich entfaltende Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Dort findet sich auch jene Gerechtigkeit, die bisher gerne „woanders“ oder „bei anderen“ gefordert wurde.“

„Wer nimmt, dem sei genommen. Wer gibt, dem sei gegeben.“

Da fällt mir spontan „das Finanzamt“ ein, was im Kern jenes „Ich“ der Gesellschaft verkörpert, was den Nehmenden nimmt, die nur für sich zu erhalten versuchen und stets im Mangel klagen, den sie sich selbst einreden und so auch erleben, während sie selbst gegen die natürliche Entwicklung und den Lebensprozess streben. Da hat Finanzamt doch mal was Gutes an sich.

Das „Ich“, was durch seine Programmierungen über den Menschen herrscht, solange er sich nicht von dieser Erstprogrammierung (im künstlich verlängerten Empfangen, damit verbundener Unvernunft und Gewissenlosigkeit und damit verbundenem Vorhandensein der Betreuer und Verwalter) trennt, versucht sich in der Schaffung von Bedingungen, um über die Liebe – besser um Macht über die nach Liebe suchenden erringen zu wollen. Macht ist im Kern die Möglichkeit über das Leben von anderen bestimmen zu können – jenen, die es zulassen, weil sie es nicht anders kennen, während sie nicht selten selbst danach streben zu unterwerfen, wo es ihnen möglich erscheint.

Das „Ich“ macht dies durch seine Erstprogrammierung mit dem Menschen nicht viel anders. Einem Zustand, aus dem sich der Mensch nur selbst befreien kann – wenn er sich mit dem Leben und seinen Prinzipien beschäftigt (Siehe: Esau-Segen)

Fließen von Energie findet lediglich in einer Bedingungslosigkeit statt. An dieser Stelle ist auch erkennbar, dass bisherige Regelwerke der Fremdbestimmung, Macht- und Führungsebenen zunehmend an Bedeutung verlieren und allen Pöstchen und Institutionen, die sich durch Fremdbestimmung zum Ausdruck bringen.

Was den Menschen befreit ist die Erkenntnis über seine ihm gewohnte Unvernunft, die in der Gesellschaft als Vernunft verkauft wird. Vernünftig ist, viel zu haben oder Meinungen, die der eigenen entsprechen. Falsche Brüder und falsche Propheten.

Das Bisherige ist nur eine künstliche Form des Lebens und auch der Grund, warum die Augen so mancher leer und leblos sind und erst und nur solange lebendig werden, wenn man sie direkt anspricht.

Das alles hat natürlich auch einen Sinn: Es geht darum zu erkennen, wie es nicht funktioniert.

Somit kann man sich nur selbst lebendig machen, alles selbst mit Leben und Liebe erfüllen.

Das ist auch schon die einzige Lebenderklärung, mit der man sich beschäftigen sollte.

Alles andere wäre nur ein Schein – im Außen.

P.S. Ziemlich gut – für einen Terroristen.

 


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