Brüsseler Schrottkiste

von Blogwart

Dass Europa so wichtig ist, erkennt man daran, dass alle, die mal aus Versehen im Europäischen Parlament gelandet sind, alles daran setzen, so schnell wie möglich von dort abzuhauen, wenn noch Chance besteht, im Inland Karriere zu machen. Bestes Beispiel ist der Martin Schulz, der uns vielleicht als möglicher Kanzlerkandidat beglücken wird.

Merkel und Schulz, das ist wie Killary und Trump – nur hier im Nochdeutschland. Wäre ich bösartig, würde ich schreiben, dass ich nicht weiß, welcher Hackfresse ich … , aber ich bin ja ein friedlicher Mensch und für Europa habe ich 1979 auch schon mal kandidiert und da müsste ich mir zuerst an die eigene Nase fassen. Die Sahra war fünf Jahre dort und ob ihr Traum von einer Karriere in Berlin bei diesem verkommenen Haufen der gendergestreamten Politruks um Pau, Kipping u.v.m. noch möglich ist, wage ich zu bezweifeln.

Schon 1979 lautete unser Spruch „Hast Du einen Opa, dann schick ihn nach Europa“. Leider hat sich das nicht geändert. Die EU ist der europäische Schrottplatz für ausgebrannte Politiker, quasi das Gorleben für Politschrott als Endlagerstätte. Beispiele?

José Manuel Barroso: Der Mann ohne Gesinnung, aber festem Karrierebewusstsein: Gescheitert als Sozialist in Portugal, dann Kommissionschef bei der EU und jetzt die Transformation vom einstigen Maoisten zum Lobbyisten bei Goldman Sachs.

Herman Van Rompuy: Nach kaum einem Jahr als belgischer Ministerpräsident gescheitert, wurde dieser Charismatiker Präsident des Europäischen Rates. Kann sich jemand erinnern, für was der stand, was der bewegt hat? Tut mir leid, aber ich muss jetzt auf Nigel Farage verlinken, der ihn sooo hervorragend beschrieben hat: dieses Video steht in meiner persönliche Hitparade unter den Top-Ten. Die 2.980€ Strafe, die er bezahlen musste, war es wert (wenn ich den Nigel mal treffen sollte, zahl ich ihm zwei, drei Bier).

Lady Äschtonn‘ (auch Ashton geschrieben, allerdings gefällt mir meine Schreibweise besser. Sie symbolisiert vieles). Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, die nie irgendwo vom Volk für irgendwas gewählt wurde, auch sie wurde in der EU entsorgt: über die Friedensbewegung bis zu den Putschisten in Kiew, eine stramme Leistung!

Es könnte munter weitergehen, aber die wenigsten kennen ja die Brüsseler Spitzen. Höchstens noch die Neelie Kroes, oder die Viviane Reding. Was letztere so befähigt hat, hat sich mir nie erschlossen. Aber sie sitzt jetzt in der Bertelsmann-Stiftung und da sitzt man nicht, wenn man die falsche Gesinnung hat. Ich will nicht langweilen, sondern zu den deutschen Koniferen kommen.

Unser Transrapidspezialist hat sicher Zeichen gesetzt und deshalb wollte der Oettinger nicht beiseite stehen. Was ein Bayer kann, kann ein Schwabe schon lange: mit seinem Pidgion-English hat er sich im realen Politkabarett ziemlich nach vorn gearbeitet: immer wieder hörenswert diese markante Rede (englisch untertitelt).

Aber mit seiner „Schlitzaugen und -ohren-Rede“ hat er mein Herz erreicht. Gerade in Zeiten, wo man die „Anstalt“ und die „Heute-Show“ wegen der vielen Flüchtlingsversteherei und dümmlichen AfD- oder Trump-Bashings nicht mehr gucken kann, ist jeder humoristische Beitrag mit Tiefsinn begrüßenswert und – ohne Häme – dieser Vortrag ist Kabarett vom Feinsten. Auch wer die Rede nicht gehört hat, der kann anhand der Personen, die sich darüber aufgeregt haben, schließen, dass diese Rede gut gewesen sein muss. Hier die Empörten:

  • Katarina Barley, SPD-Generalsekretärin
  • Volker Beck, Christal Meth-Experte
  • Katja Kipping, Flüchtlingsexpertin
  • Manuela Schwesig, Küsten-Barbie
  • Stefanie Schmidt, Lesben- und Schwulenverband

Für den Posten des EU-Kommissars für Finanzplanung und Haushalt sehe ich den Andenpaktierer als eine glatte Fehlbesetzung, aber als kommender Star am Kabaretthimmel gebe ich ihm große Chancen. Wenn er mit seinem Programm mal bei uns auftritt, sitze ich in der ersten Reihe. Für diese blöde Schlagzeile: Oettinger sehen, Brexit verstehen habe ich kein Verständnis und was sich der Thorsten Denkler bei diesem Kommentar gedenkelt hat, bleibt sein Geheimnis.

P.S. Ist Claudia Roth wieder in der Türkei, Börek machen? Sie hat nämlich noch nichts zu Oettinger gesagt. … und weil wir gerade beim Kabarett sind, möchte ich auf ein weiteres – jetzt schon hochbezahltes – Talent aufmerksam machen. Hier erklärt die hoffnungsvolle Nachwuchskraft Sawsan Chebli, weshalb die Bundesregierung für eine Welt ohne Atomwaffen ist und deshalb – ach wie logisch – gegen Verbotsverhandlungen von Atomwaffen bei der UN gestimmt hat. Das könnte der Pispers auch nicht besser!


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