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Das Demografie–Märchen

Von Marcello Dallapiccola

Ein wichtiger Grund, warum wir Europäer unbedingt Zuwanderung brauchen, sei unser demografisches Problem, wird uns immer wieder erklärt. Zu wenig Kinder, kein Nachwuchs mehr da um die mickrigen Renten zu erwirtschaften und die überbordenden Kosten von staatlicher Misswirtschaft und politischer Korruption allenthalben zu schultern; was liegt also näher, als massenhaft Menschen aus kinderreichen Kulturen zu importieren?

So in etwa wird es uns zumindest immer verkauft: Die Araber und Afrikaner, die aktuell in großen Massen nach Europa drängen, werden frisches Blut in unseren alten Kontinent pumpen. Mit ihrer sagenumwobenen Fertilität und ihrem Familiensinn werden sie unser Nachwuchsproblem lösen und viele Kinder großziehen, die dann unsere Renten zahlen, unsere Alten pflegen und nebenher noch mit ihren Steuergeldern die Exzesse der politischen Kaste weiter finanzieren. Schon in wenigen Jahrzehnten wird sich Europa wieder verjüngt haben und vor Energie nur so strotzen.

Doch sollte die Entwicklung nicht eigentlich in die umgekehrte Richtung gehen? Wäre es nicht klüger, wenn bevölkerungsreiche Gegenden und Kulturen sich eher an Europa orientieren und weggehen vom Modell der Großfamilien mit zehn oder mehr Kindern? Mal ganz abgesehen davon ob es wirklich so schlau ist, Menschen aus einem komplett anderen Kulturkreis in so kurzer Zeit und so großer Zahl in eine ziemlich gegensätzliche Gesellschaft hineinzuwerfen – löst ein schlichtes Vermehren wirklich unsere Probleme?

Angeblich könne die Welt ja bis zu 15 Milliarden Menschen ernähren, behauptet zumindest die UNO. Da wir es schon bei knapp 8 Milliarden nicht schaffen, die Güter auch nur ansatzweise gerecht zu verteilen, darf man bezweifeln, dass eine höhere Geburtenrate in Europa zur Lösung dieses Problems beitragen könnte. Auch Arbeit gibt es längst nicht mehr genug für alle, die Statistiken sprechen da eine deutliche Sprache. Diese Situation wird sich auch in den nächsten Jahren immer weiter zuspitzen; insofern hat sich die demografische Entwicklung Europas lediglich den neuen Gegebenheiten angepasst.

Die Angst vor dem Aussterben aus demografischen Gründen ist sowieso himmelschreiender Unsinn angesichts von 500 Millionen Menschen. Und wenn „wir“ uns auch in einem Jahrhundert auf 300 Mio. reduziert haben sollten – mehr Platz für alle, weniger Gerangel um die Ressourcen.

Dieses Modell sollte man doch eher nach Afrika und in gewisse Gegenden Asiens exportieren, anstatt hier in Europa mit aller Gewalt ein Bevölkerungswachstum mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie Massenarmut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität herbeizuführen.