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Das Sittengesetz – Teil 2: Die Freiheit

von Spreelichter

Frauen der Kimbern töteten sich und ihre Kinder, um nicht in Sklaverei zu fallen. Auf dem Banner der freien Reichsstadt Straßburg stand: „Viel lieber gestritten und ehrlich gestorben, als Freyheit verloren und Seele verdorben.“

Theodor Körner wusste:

„Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt.“

Friedrich der Große:

„Nur Feiglinge beugen sich unter das Joch, schleppen geduldig ihre Ketten und ertragen die Unterdrückung.“

Schiller:

„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.“

Wer frei sein will, muss erkennen, dass ihm niemand die Freiheit gibt als das eigene Schwert.

Marie von Ebner-Eschenbach:

„Erstritten ist besser als erbettelt.“

Die Freiheit – und damit auch die persönliche Freiheit jedes Einzelnen – ist seit jeher ein Wert für unser Volk gewesen. Dies wird nicht nur an vorstehenden und vielen weiteren Sprichwörtern klar, sondern auch an Untersuchungen wie denen des Historikers Treitschke, der zusammenfassend feststellte, dass köstlichstes und eigentümlichstes Besitztum unseres Volkes die Liebe zur persönlichen Freiheit sei.

Dies vermag die Anfälligkeit des deutschen Menschen für Ideengerüste des Liberalismus zu erklären, sobald eine Definition von „Freiheit“ vorherrscht, die nicht mit der historisch überkommenen vereinbar ist.

Wie fatal eine falsch verstandene Freiheit im Sinne eines (Aus-)Lebens „ohne Grenzen“ wirkt, wird an der sogenannten antiautoritären Erziehung deutlich: Aus der Ideologie heraus, Kinder ohne jeden Zwang aufwachsen lassen zu müssen, da Zwang autoritäre Charaktere herausbilde und diese zu Diktaturen führten, wurde Kindern schlicht alles erlaubt. Sie durften essen, was und wann sie wollten, Dinge auf den Boden werfen, Tapeten mit Farbstiften bemalen, ja brauchten sich nicht zu waschen!

Diese Experimente der „Frankfurter Schule“ schlugen gänzlich fehl: So erzogene Menschen waren später unfähig, nähere Bindungen einzugehen, und insgesamt unglücklicher als solche, die eine Erziehung genossen hatten. Dies, weil junge Menschen instinktiv wissen, dass es Grenzen gibt, die sie noch nicht kennen können, die sie jedoch vor Gefahren bewahren sollen und deshalb von ihren Eltern aufgezeigt werden müssen.

Dass Kinder, die im Sinne der Liberalisten erzogen wurden, eine andere Auffassung von Freiheit haben, als sie Menschen unserer Art historisch innewohnte, wird am Zitat von Matthias Claudius deutlich:

„Der ist nicht frei, der da will tun können, was er will, sondern der ist frei, der da wollen kann, was er tun soll.“

Und Lagarde:

„Frei ist nicht, wer tun kann, was er will, sondern wer werden kann, was er soll.“

Und Rudolf C. Binding:

„Immer setzt Freiheit eine Ordnung oder Beziehung voraus.“

Bei dem Ruf nach „Freiheit“, mit dem in nationalen Kreisen viele schnell bei der Hand sind, muss also stets mitgedacht werden ein „Freiheit für“ bzw. „Freiheit wozu„, nicht aber eine „Freiheit von„. So sah es Nietzsche, der wusste:

„Was ist Freiheit? Dass man den Willen zur Selbstverantwortung hat.“

Dabei genügt es nicht, das richtige oder falsche „für“ oder „wozu“ an Gesetzen fest zu machen. Theodor Storm:

„Der eine fragt: Was kommt danach? Der andere fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht.“

Solche Gesetze sind dabei nicht nur das geschrieben Recht eines Staates, sondern auch ideologische Gerüste, die das eigenständige Denken begrenzen oder gar verbieten. Denn nur da kann vom Streben nach Freiheit eines Volkes die Rede sein, wo sich die Frage nach dem „frei wozu“ aus der Volksseele selbst beantwortet, also aus dem Freiheitsdrang, der unserem Volk seit Jahrtausenden genetisch eigen ist.

Diese Freiheit wird heute bedroht durch einen übermächtigen Zug zur Gleichheit. Denn Freiheit und Gleichheit sind Gegensätze, wenn die Freiheit in den Menschen selbst wurzelt, die Menschen aber biologisch bedingt ungleich sind. Wird nun Gleichheit zum Ideal erklärt, besteht für jeden, der dieses Ideal beherzigt, der Zwang, seinen Geist bei Freiheitsüberlegungen nicht an sich selbst oder seiner Art, sondern an allen zu orientieren. „Ein Volk, das sich einem fremden Geiste fügt, verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.“ (Ernst Moritz Arndt).

Ein Bekenntnis zur Freiheit ist Voraussetzung der Selbstbehauptung, des Widerstandes gegen Zustände, die jene Freiheit verhindern. Doch vor diesem Bekenntnis steht die Frage, was mit „Freiheit“ gemeint ist. Im Überlebenskampf eines Volkes muss es eine „Freiheit zum Überleben“ sein („Wozu?“) und keine individualistische, die alle Ungleichheiten ableugnet und damit bereits das Denken in völkischen Linien ausschließt.

Es muss dem Propagieren der „Freiheit“ deshalb zwingend ein Diskurs vorangehen, der die Ungleichheit der Menschen offenlegt und dabei völkische Gemeinsamkeiten herausarbeitet, die in den Genen liegen und deshalb nichts zu tun haben mit dem heutigen „Bevölkerungs-Genpool“.

Nur dann ist es möglich, im Denken wie im Handeln Prämissen zu entwickeln, die denen der Demokraten entgegengestellt werden können und müssen, soll es eine Zukunft für unser Volk geben.

Ohne eine Begriffsbestimmung der „Freiheit“ aber wird jeder Freiheitskampf zur sinnlosen Irrfahrt.