Der Deutschen Kreuzweg vom „Völkischen“ zur „Umvolkung“

von helmut mueller

Goethe schrieb einmal* über „die genetische Denkweise, deren sich der Deutsche  nun einmal nicht entschlagen kann…“.  Nur der Deutsche? Gar nicht so wenige Völker sehen nicht nur die eigene Lebensweise als die einzig richtige an, sondern  fühlen sich allen anderen Völkern aus verschiedenen  Gründen, auch im Grunde „genetischen“, überlegen. Heute noch.

Einige kleine Völker  ordneten sich schon in früheren Zeiten Bezeichnungen zu, die sie allein als „Menschen“ oder „menschliche Wesen“ charakterisierten. Oder sie selbst als Rechtgläubige, andere aber als Ungläubige auswiesen. Oder immer noch ausweisen. Tatsache ist, daß das eigene Volk oder das eigene Land und nicht selten auch der eigene Glaube in vielen Teilen der Welt –  stärker  als heute in deutschen Landen  –  noch immer in den Mittelpunkt gestellt wird.

Das ist, wenn es nicht zum Schaden  anderer übertrieben wird, insofern natürlich von Bedeutung, da es einer Gesellschaft einen hohen Grad der Übereinstimmung sichert. Anders gesagt, eine solche Gesellschaft kann nur bestehen, wenn eine Mehrheit davon überzeugt ist, daß ihre eigene Kultur und ihre Lebensgewohnheiten die für sie richtigen sind. Also in letzter Konsequenz: dem eigenen Volk gemäß.

Dessen sind sich, vielleicht außer einigen wenigen europäischen, die meisten Völker auch heute noch bewußt. Desgleichen die in eine desorientierte, entwurzelte  Gesellschaft hereinströmenden „völkischen“ Massen aus Asien und Afrika, denen unsere Selbstzweifel eigenartig und unsere angeblich für alle Welt einzig richtigen Werte  exotisch erscheinen müssen.

Wenn nun  in Zeiten einer  längst unzumutbaren Überfremdung und eines zynischen Bevölkerungsaustausches  die pharisäerhaften Oberlehrer einer selbstzerstörerischen Willkommenskultur zu  nationalmasochistischer Höchstform auflaufen und dabei ihren neurotischen Selbsthaß mit falscher Fremdenfreundschaft  kaschieren, dann wäre das eigentlich im günstigsten Fall einer für die Psychiatrie und nicht für die Politik.

Der von den vielen politischen Geisterfahrern selbst meist nicht wahrgenommene Haß auf das Eigene  ist selbstverständlich nicht etwas typisch Deutsches, denn es findet sich diese geistige Störung auch anderswo. Selbst dort, wo man es nicht vermutete. So schrieb schon der  geniale, aber etwas kauzige Philosoph Otto Weininger in seinem Buch „Geschlecht und Charakter“:

„Wie man im anderen nur liebt, was man gern ganz sein möchte und doch nie ganz ist, so haßt man im anderen nur, was man nimmer sein will, und doch immer zum Teil noch ist…So erklärt es sich, daß  die allerschärfsten Antisemiten unter den Juden zu finden sind…“ .

In ähnlicher Weise müssen auch die Antideutschen (oder  selbsternannten besseren Deutschen) dieser Tage gesehen werden: Niemand scheint das deutsche Volk und seine Kultur mehr zu verachten als sie. Und verachten sich dabei logischerweise selbst. Professor Freud hätte seine helle Freude mit solchen Klienten, und bei unzähligen Psychotherapeuten könnte heute die Kasse mehr denn je klingeln. Wenn, ja wenn…

Uns  aber genügt  der  gesunde Hausverstand,  der sagt: das Eigene mehr schätzen als das Fremde  und es auch schützen und bewahren wollen, sei „natürlich“ und legitim. Mag man es mit „national“, „volklich” oder sonstwie bezeichnen; evolutionistisch gesehen, richtig auf jeden Fall. Das aber wollen unsere falschen Fremdenfreunde nicht anerkennen, im Gegenteil, jedes tiefere Bekenntnis zum eigenen Volk und seiner Kultur, dabei gar auf Abstammung pochend,  wird postwendend als  neonazistisch oder rassistisch gebrandmarkt.

Und zwar nicht nur dann, wenn von Dritten ein belasteter Begriff“ ins Spiel gebracht wird. Geht es den Fremdtümlern doch letztlich um eine Art  ideologische „Teufelsaustreibung“, die manchmal so weit geht, daß eine harmlose „Volksbücherei“ in eine „Stadtbibliothek“  umbenannt werden muß. Das  Wort Volk stört ähnlich wie der Begriff  „völkisch“, der, wie zuletzt in einem TV-Disput, nur als Vorwand dient. Vereinfacht gesagt, man drischt den Sack und meint den Esel, das Volk in diesem Fall.

Nun ist dieser zelebrierte, in gönnerhafter Weise von besonderer Seite geförderte  und mit Fremdenkult gepaarte Selbsthaß  zum Glück zwar noch in einer Minderheitenposition, aber des ihm innewohnenden irrationalen Fanatismus wegen um nichts weniger gefährlich. Was die Götzendiener alles Fremden uns als Alternative zur eigenen Identität anpreisen, ist in Wirklichkeit ein uferloser  Kosmopolitismus der  in allen Bereichen der Gesellschaft bereits sein närrisches Treiben veranstaltet. Alles schon dagewesen, möchte  man sagen. Nur nicht so massiv und allgegenwärtig wie jetzt.

Denn bereits Luther beklagte die Würdelosigkeit vieler Landsleute. Und daß die Begeisterung für alles Fremde eine auf Deutschland beschränkte politische Krankheit sei, bemerkte später ja auch Bismarck. Einst waren die alten Deutschen stolz darauf, einer so großen Nation anzugehören, Neudeutsche dieser Tage  können es ihrem Schicksal nicht verzeihen, als Deutsche geboren worden zu sein. Daher auch das krampfhafte Bemühen, das Ethnische abzustreifen, zu eliminieren, um sich fortan als kontur- und wurzelloses Produkt „Made in Gutmensch-Germany“ in der Vogel-Strauß-Haltung dem Spott und auch schon der Verachtung der Welt auszuliefern.

Der fünf Jahre nach Bismarcks Ableben zu früh verstorbene Otto Weininger versuchte einst die Arier auf dem geistigen Felde gegen die Juden, also sein eigenes „Volk“,  in Stellung zu bringen. Letztlich aber hat er  sich, so heißt es,  aus Gram über sein Jüdisch-sein frühzeitig das Leben genommen. Unsere deutschen Selbsthasser werden sich nicht so schnell  das Leben nehmen, auch weil ihnen nach wie vor das hilfreiche Händchen irgendeines Geldlumpen und seiner medialen Zuarbeiter gewiß ist.

Aber was dann, wenn einmal sichtbar werden sollte, daß all ihr  Hoffen,  das Deutsche  in sich doch noch zu besiegen und die Autochthonen eines Tages mehrheitlich durch Einwanderer ersetzt zu sehen, vergeblich war? Das wäre dann wahrscheinlich der Tag eines deutsch-volklichen Erwachens aus tiefster Erniedrigung. Möge es noch früh genug kommen. Und dabei das rechte Maß halten. Katastrophen hatten wir schon genug.

*Aufsatz „Principes de Philosophie“

Zum Thema

Alle gegen eine  https://youtu.be/8JadZ2V4pnw

Akif Pirincci und die Umvolkung  https://youtu.be/X4aPfoSndNg

Das Deutsche Volk  https://youtu.be/omPgnXqcXgs


Quelle und Kommentare hier:
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