Der erfolgreiche Ausverkauf Deutschlands – eine Momentaufnahme

von Kybeline

Dieter Zetsche, Al Qubaisi

Dieter Zetsche, Al Qubaisi

Die zwei Männer auf dem Foto strahlen wie zwei Schneekönige. Der eine ist ein Deutscher, sein Name ist Dieter Zetsche. Der andere ist ein Araber und sein Name ist Al Qubaisi. Er ist der Bigboss des IPIC, der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Foto entstand, als der Araber gerade 9,1 % von Daimler gekauft hatten. Und hier ist die Geschichte, heute in der Welt erzählt:

Die größten Strippenzieher

Gerade erst hatte Thoma den Weg für den Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi beim Essener Ferrostaal-Konzern geebnet. Man kannte und vertraute sich daher. Und nun hatte Thoma sofort ein potenzielles Investitionsziel im Kopf: Daimler. Der Anwalt, der sowohl bei der Fusion von Daimler und Chrysler vor zwölf Jahren als auch bei der späteren Trennung dabei war, griff zum Telefon. Keine drei Monate später verkündeten Qubaisi und Daimler-Chef Dieter Zetsche den milliardenschweren Einstieg von Abu Dhabi. Hunderte Kameras waren auf den Manager und den Investor gerichtet. Georg Thoma blieb der Bühne fern.

Der Anwalt ist einer der einflussreichsten Schattenmänner der deutschen Wirtschaft. Die heimlichen Dealmaker wie er oder sein Anwaltskollege Maximilian Schiessl, Banker wie Goldman-Sachs-Deutschlandchef Alexander Dibelius oder Stephan Leithner von der Deutschen Bank sind die Architekten hinter den großen Fusionen oder Übernahmen. Ihre Bedeutung hat in den Nullerjahren weiter zugenommen: Deutsche Konzernvorstände, für die M&A (”Mergers & Akquisitions”) in den 90er-Jahren noch vielfach ein Fremdwort war, gehen heute professionell an Fusionen und Übernahmen heran. Ob Banker, Anwälte oder Kommunikationsstrategen: Die Arbeit der Berater im Hintergrund entscheidet oft

Welt Online

Ein Bankkaufmann sagte mir neulich, dass etwa 25% von Daimler sich bereits in arabischen Händen befindet. Wie viel von dem restlichen 75% noch den Moslems gehört, weiß man nicht, denn es wird einfach “Streubesitz genannt, also diese kleinere Mengen, die nicht veröffentlicht werden. (Neben IPIC gehört etwa 7% den Kuwaitis und dann noch etwa 4 % der Deutschen Bank)

Aber sicher kann man davon ausgehen, dass 10-20 % der großen Aktiengesellschaften Deutschlands sich bereits in den öligen Händen der Araber befinden: Siemens, Höchst, MAN, ThyssenKrupp…

Auf lange Sicht reichen die Petrodollars aus, um Rettungsaktionen wie die jüngste für Dubai aus der Portokasse zu bezahlen und weltweit Milliardenbeträge in Konzerne zu stecken – von Citigroup über Daimler und MAN bis ThyssenKrupp. Der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority gilt als größter der Welt.

Auch sonst sind die Verbindungen zur deutschen Wirtschaft eng. BASF hat sich einen Großauftrag für den Bau von Masdar City gesichert. Die Deutsche Bank legt gerade gemeinsam mit Masdar einen Private-Equity-Fonds für Investitionen in grüne Unternehmen auf, die Geldgeber werden von Siemens angeführt.

Finanztreff

Die Frau auf dem Foto heißt Nahed Taher und sie gründete und führt die Gulf One Investment Bank in Bahrain.

Die Frau auf dem Foto heißt Nahed Taher und sie gründete und führt die Gulf One Investment Bank in Bahrain.

Sie ist die erste Saudi Frau, die eine Bank in der Golfregion führt.  Sie hat eine 50-Personen Firma, die sich streng an den islamischen Investment-Regeln hält. Sie hat unlängst eine 2 Mrd. Dollar Fonds geschlossen und gerade 150 Mio Dollar wieder eingesammelt, um diese in Deutschland zu investieren.

She is the first Saudi woman to head a bank in the region. Her 50-person firm, which adheres to Islamic investment principles, recently closed a $2 billion infrastructure fund and has just raised $150 million to invest in Germany.

Forbes

IPIC liebäugelt mit Einstieg bei Schaeffler/Conti – Diese Nachricht ist erst aus dem vergangenen Herbst:

“IPIC prüft, entweder einen Anteil an Schaeffler oder einen Teil von Conti zu kaufen”, sagte eine mit der Situation vertraute Person der “FTD”. “Dabei würde es um mindestens 20% gehen, wahrscheinlich um mehr als 25%”.

Auch Siemens war vor zwei Jahren da unten am Golf in Brautschau. Die Braut war man selber und man hoffte auf ein dickes islamisches Brautgeld:

Siemens buhlt um Geld der Scheichs
Der Siemens-Konzern zittert vor aggressiven Finanzjongleuren – und wirbt um Investoren aus der Golfregion. Zum Schutz, sagt Finanzvorstand Kaeser.

Die Deutsche Bank und die ACIC werden im Königreich Saudi-Arabien nach Maßgabe des neuen Kapitalmarktgesetzes gemeinsam das Investment Banking-Geschäft betreiben. Zweck des Joint Venture ist das Angebot von Finanzdienstleistungen für Firmenkunden sowie die Erschließung von Anlagemöglichkeiten für Investoren in Saudi- Arabien.

Diese Nachricht ist etwas älter, aus 2004. Aber wir können getrost davon ausgehen, dass es sich dabei um ein längerfristiges Projekt gehandelt hat.

Und noch einer, vor 1-2 Wochen:

Schon wieder steigen arabische Investoren bei einem deutschen Unternehmen ein: Ein Schiffsbauer aus Abu Dhabi übernimmt große Teile der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss. Der bisherige Eigentümer ThyssenKrupp zieht sich damit weitgehend zurück.

Spiegel

Nicht anders in Österreich: 20% von OMV gehört dem Staatsfonds IPIC.

Ich habe nur ein schwindend kleinen Teil dieser Investoren zusammen getragen. Neben IPIC könnt ihr noch nach Kuwait Petroleum Company suchen, nach Alwaleed (die Saudische Investitionen), usw.

Wer diese Fakten verinnerlicht hat, der wird auch verstehen, wie die Lobby-Arbeit in Berlin funktioniert. Diese Investoren sitzen dort, und beeinflußen die Arbeit der Regierung mehr als das Wählervieh je kann. Die Wähler dürfen nur einmal in vier Jahren ihren Mund aufmachen, aber diese Investoren ständig!


Quelle: Europäische Werte

Quelle und Kommentare hier:
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