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Der subtile Kampf gegen die deutsche Familie

von Richard-Wilhelm-von-Neutitschein

Das zum mit einer Affinität zum Freimaurertum in Verbindung gebrachten Gruner & Jahr Verlag gehörende “pm-magazin.de” bringt in seiner Onlineausgabe 06/2011 einen Artikel “Wie viele Männer braucht die Frau?”. Es wird darin versucht, “wissenschaftlich” die natürliche Lebensform der Polygamie für die Frau (und den Mann) und deren angebliche Vorteile für die Menschheitsentwicklung zu begründen. So lautet eine Zwischenüberschrift: “Retten untreue Frauen die Menschheit?”. Die “volkspädagogische” Stoßrichtung des Artikels ist dabei klar: Es geht um eine weitere Zersetzung der Institution Familie als Keimzelle des Volkes. Dies ist Teil des Programmes, zu dem auch die Abartigkeiten der gesetzlich erzwungenen Homosexuellen- und Gender-Gleichschaltungspolitik gehören. Die “Wissenschaftlichkeit” des Artikels freilich ist unterirdisch. Hier ein Zitat:

Der Reproduktionserfolg ist die Währung der Evolution. Polyandrie kann von Vorteil für den Nachwuchs sein. Durch die Kombination mit den Genen unterschiedlicher Männer können gesündere und anpassungsfähigere Nachkommen zur Welt kommen, sagt Dr. Dietrich Klusmann, Evolutionspsychologe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf”

Dieser Evolutionspsychologe Klusmann ist demnach wohl eher am Universitätsklinikum Hamburg-Deppendorf anzusiedeln denn in Hamburg-Eppendorf.

Ich sollte meinen weiteren Ausführungen vielleicht vorausschicken, daß ich von Berufs wegen Biologe bin, jetzt im Ruhestand. Doch auch jeder interessierte Nichtbiologe und vor allem ein Evolutionspsychologe sollten schon wissen, daß es völlig egal ist, mit wievielen Männern  eine Frau sich “paart” – die Befruchtung wird immer nur von einem einzigen Spermium eines einzigen Mannes vollbracht.

“The winner takes it all” hatte Agnetha Fältskog von Abba so schön gesungen…

Wenn ein Evolutionspsychologe mit Doktortitel das nicht weiß und auf seinem Unwissen dann auch noch eine wissenschaftliche These aufbauen will, dann ist er gelinde gesagt ein Narr.

Ich gehe einmal davon aus, daß der zitierte Herr als Psychologe nicht aus der naturwissenschaftlichen Richtung kommt, sondern aus dem Sumpf der Soziologie. Und das ist keine Wissenschaft, sondern eine linke politische Propagandaideologie.

Der ganze Artikel in seiner Gesamtheit ist von hinten bis vorne in seiner offensichtlichen Stoßrichtung letztendlich so ein soziologischer Unfug, mit teilweise haarsträubenden Aussagen und Vergleichen. Es lohnt sich gar nicht, darauf im einzelnen einzugehen.

Ich will in dem Zusammenhang nur auf eine im Gegensatz zu den Äußerungen im P.M.-Artikel tatsächlich naturwissenschaftliche Studie hinweisen, deren Ergebnisse nahelegen, der Körper einer Frau müsse sich erst an die Spermien eines Mannes “gewöhnen”, um einen umso sichereren Befruchtungserfolg zu erreichen. “Fremde” Spermien haben jedenfalls laut dieser Untersuchung weit weniger Erfolg beim Befruchten der Eizelle als die “gewohnten”.

Was die Vielmännerei betrifft noch ein Beispiel aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung: In den 1970er Jahren hatten wir in einem südafrikanischen Schutzgebiet bei Buntböcken (Afrikaans Bontebok) das Problem, daß die Population zusammenbrach, weil die Weibchen immer weniger Junge bekamen, daß heißt immer seltener trächtig wurden. Wir standen vor einem Rätsel. Die Tiere waren gesund und es waren auch viele Männchen da. Es waren sogar außergewöhnlich viele Männchen da. – Und genau das stellte sich schließlich als die Ursache des Problems heraus. Diese vielen Männchen waren nämlich nur noch damit beschäftigt, sich gegenseitig von den Weibchen zu vertreiben, so daß überhaupt keines mehr dazu kam, den Deckakt erfolgreich zu vollziehen, ohne vorher von seinen Nebenbuhlern weggescheucht zu werden.

Die Anzahl der Männchen wurde dann deutlich reduziert, und promt stellte sich auch wieder Nachwuchs ein. Nun würde doch jeder denken, zumal jeder Stubengelehrte, viele Männchen = garantierter Befruchtungserfolg. Die Praxis zeigt, daß es eben nicht so ist, sondern mitunter das genaue Gegenteil.

Der hier zur Diskussion stehende Artikel ist aber grundsätzlich nicht wissenschaftlich; seine Aussagen sind zumal für den praktischen Biologen mit entsprechender Erfahrung bis über die Schmerzgrenze absurd. Es handelt sich dabei schlicht gesagt nicht um Wissenschaft, sondern um linke Soziologenideologie mit deutlich genug erkennbarer “volkspädagogischer” Absicht als suggestive Propaganda gegen die Institution der intakten Familie, und damit gegen ein intaktes Volk.

Bei einer höchstkomplexen, und zwar auch geistigen Lebensform wie dem Menschen, kann man hinsichtlich der Fortpflanzung, die verbunden ist mit der Entwicklung des Keimes bis hin zu dessen Geburt, und dann schließlich auch mit dem Eingebundensein des heranwachsenden Kindes in die Familie, welche als solche für die gesunde psychische Entwicklung des Kindes in sein Sozialverhalten hinein die vergleichbare Funktion hat, wie der Uterus für dessen gesunde physische Entwicklung im Mutterleib sie hatte – da kann man also nicht einfach wie von einem Deckakt sprechen oder das gar mit dem Fortpflanzungsverhalten der Fruchtfliege Drosophila vergleichen, wie das in dem Artikel aber allen Ernstes getan wurde.

Das sind doch keine Wissenschaftler, sondern das sind Quacksalber, die ich aufgrund deren lebensfeindlicher Dummheit noch nicht einmal zum Ausmisten meiner Stallungen heranziehen würde.

Wenn man solche Dinge des Menschen oder auch von Tieren, zumal von höheren Tieren, untersucht und erforscht, dann muß man dabei immer deren jeweilige gesamte Lebensform und Lebensweise vor Augen haben, denn nur daraus kann man das spezielle Eingebundensein und die spezielle Aufgabe (ich mag das Wort “Funktion” bei lebendigen Erscheinungen nicht) eines isolierten Lebensbereiches erkennen.
Die völlig falsche Bezeichnung des “isolierten Lebensbereiches” habe ich jetzt ganz mit Bedacht gewählt, um gleich darauf hinweisen zu können, daß es bei lebendigen Organismen eben keine isolierten Lebensbereiche gibt! Hier steht immer alles mit allem in Wechselwirkung, und nichts davon kann in seinem Sinn verstanden werden, wenn man in die Betrachtung nicht auch immer die ganze Lebensform mit einbezieht.

Gerade das nicht zu tun, ist die Sackgasse der modernen Genetik. Wobei modern hier nicht als neuzeitlich zu sehen ist, sondern als zeitgeistig.

Zum Abschluß noch ein Beispiel aus jenem Artikel, dessen Analyse umgehend anschaulich machen wird, daß man es hier tatsächlich nicht mit Wissenschaftlichkeit, sondern – man kann es nicht anders sagen – mit Idiotie zu tun hat:

“Auch der Seitensprung im verflixten siebten Jahr lässt sich mithilfe der Biologie erklären. Unsere Vorfahren blieben so lange zusammen, wie sie gemeinsame Interessen hatten. Das war in erster Linie der Nachwuchs. Es scheint Sinn zu machen, dass Kinder mit sieben Jahren schon relativ selbstständig sind und nicht mehr die Fürsorge beider Eltern brauchen, so Thomas Junker.”

Diesem Thomas Junker, Professor für Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen, einer großen Leuchte vor dem Herrn, kommt es also gar nicht in den Sinn, daß wenn bei unseren Vorfahren das Kind sieben Jahre alt gewesen ist, dann ganz selbstverständlich auch eine Reihe weiterer jüngerer Geschwister vorhanden gewesen war. Dieses universitäre Wunderhirn stellt sich als Professor für Geschichte der Biowissenschaften(!) die Evolution unserer Vorfahren demnach als permanente Erscheinung der Ein-Kind-Familie vor, die nach sieben Jahren Laufzeit dann aufgekündigt wurde, weil ab da die Frau wieder selber mit ihrer Gender-Gruppe zum Mammutjagen ging!
Kommentar überflüssig. Aber vielleicht folgende Frage nicht: Nach welchen Kriterien werden in der heutigen BRD eingentlich die Professorentitel unter den Anwärtern im PISA-Pool verteilt? Nach Intelligenz ganz bestimmt nicht.

Richard Wilhelm von Neutitschein