Der US-amerikanische Krieg um Ressourcen – Teil 1

„amerika21“ nennt sich ein deutsches Internetportal, das Nachrichten und Analysen aus Lateinamerika und der Karibik in professioneller Aufarbeitung übersetzt und publiziert. Am 3.4.2011 veröffentlichte „amerika21“ einen Beitrag, der es wert ist, einen näheren Blick darauf zu werfen, da er Aufschluss über die Krisenherde vieler Länder gibt.

Der Beitrag stammt von Eva Golinger, einer US-amerikanischen Rechtsanwältin und Publizistin, die seit 2005 in Venezuela lebt. Frau Golinger schrieb, dass ein Dokument mit dem Titel „Doktrin des irregulären Krieges der Kriegsflotte der USA“, im Jahr 2009 veröffentlicht worden sei. Dieses würde die Pläne Washingtons aufdecken, weltweit alle strategischen Ressourcen zu vereinnahmen.

Bestandteil dieses Dokumentes sei eine Karte, die das neue „Schlachtfeld“ der USA auf weltweiter Ebene definiere. Die Karte hebe einen „Bogen der Instabilität“ hervor, in dem sich folgende Länder befinden: die meisten Länder Zentralasiens, des Mittleren Ostens, Nordafrikas und Venezuela.

Etwas hätten diese Länder gemeinsam: Sie beherbergen die größten strategischen Reserven der Welt. Um sich dieser reichen Ressourcen zu bemächtigen, habe die USA nach und nach ihren Krieg auf alle diese Territorien ausgedehnt,. „Die Doktrin des irregulären Krieges“ unterscheide sich deutlich vom konventionellen Krieg, der nach offizieller Kriegserklärung mit Bodentruppen und/oder aus der Luft geführt wird.

Der irreguläre Krieg habe nämlich einen anderen primären Fokus: Der ist, die Zivilbevölkerungen zu beeinflussen und zu beherrschen. Die getarnten Kriegstaktiken seien die Durchdringung der „Zivilgesellschaft“, indem Chaos, Destabilisierung und Missstimmungen gefördert würden. So würden interne Konflikte hervorgerufen, die die Pfeiler der Macht schwächten.

Mit dem sogenannten arabischen Frühling in Ägypten, Tunesien, Jemen, Bahrain und Libyen habe die USA genau diese Ziele erreicht – Die sind, „ihre Militärpräsenz auszuweiten und die Kontrolle über die strategischen Ressourcen in dieser Region zu sichern“. Obwohl es in all diesen Ländern zunächst gewaltsamen Widerstand von Seiten der Regierungen gegeben habe, habe Washington nur im Fall von Libyen die militärische Invasion vorangetrieben. Denn bloß in Libyen hat sich die Regierung von Muammar al-Gaddafi ausdauernd widersetzt.

In den anderen Fällen haben sich die Regierungen freiwillig der US-Agenda unterworfen. Das Beispiel Libyen beweise, bis zu welchem Punkt die US-Regierung bereit sei zu gehen, falls eine Regierung in einem Land mit großen strategischen Reserven …


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: