Deutschlandfahrt

von Gerhard Breunig

In den vergangenen Tagen konnten meine liebe Frau und ich auf einer Fahrt in den Urlaub an die Ostseeküste wieder einmal ganz ausgiebig das Ergebnis von Angela Merkels toller Energiewende bewundern.

Unsere Fahrt ging von der „südhessischen Riviera“ über Frankfurt, Erfurt nach Leipzig. Von dort machten wir einen „Schlenker“ um Berlin. Dann ging es in Richtung Stettin und über Anklam nach Usedom.

Während die Silhouette des Odenwalds, dort wird der Raubbau an der Natur bevorzugt im Hinterland versteckt, von Merkels „Propellern“ noch weitgehend verschont blieb, ging das Leiden bereits kurz hinter Frankfurt richtig los.

In den Wäldern von Mittelhessen durften meine Frau und ich die ersten „parkähnlichen“ Ergebnisse merkelhafter „Umweltpolitik“ in ihrem ganzen Ausmaß genießen. Die Schlaglochpiste „Autobahn“ führte uns des Öfteren direkt durch diese modern gestalteten Parklandschaften des großen „Al Wazir“.

Manchmal ergriff uns bereits hier das wunderbare Gefühl, von den stehenden Rotorblättern fast berührt zu werden. Ein leiser Schauer lief mir über den Rücken, als wir so ein Riesending auf kürzester Distanz passieren durften. Das ist wirklich Urlaub von Anfang an. In Gedanken übermittelte ich bereits nach weniger als 150 Kilometern meinen ersten herzlichsten Dank an unsere geliebte Angela.

Kaum konnten wir den Blick von diesen windschnittigen, wenn auch leider wie so oft funktionslosen „Merkelpropellern“ abwenden. Weiter ging die „wilde Fahrt“ durch das grüne, weil besonders waldreiche Herz Deutschlands.

Zügig erreichten wir die nächste Baustelle, an der wie üblich keine Arbeiter, dafür aber ein paar abgestellte Bau-Maschinen zu sehen waren. Wir genossen diese staatlich verordnete „Entschleunigung“ per Dauerbaustelle bei Tempo 60 und dankten der geliebten Kanzlerin ein weiteres mal dafür, dass wir dank verlangsamter Fahrt so viele weitere schöne Eindrücke unseres wunderbaren Deutschlands sammeln konnten.

Man rast eigentlich immer viel zu schnell durchs Leben, sagte meine Frau. Da kommt doch so eine Baustelle wie gerufen. Kurz hinter Kirchheim ging es dann nach rechts über unzählige Schlaglöcher und Spurrinnen in Richtung Osten. Noch „schnell“ eine kleine Baustelle, noch schnell ein paar Windparks und schwupp di wupp waren wir in Siggi Gabriels „Dunkeldeutschland“.

Freunde hatten uns ja davor gewarnt, in die Hölle des Ostens zu fahren und ich gebe es zu, wir wollten das alles nicht hören. Was wir erlebten, übertraf jedoch die grauenhaftestenn Berichte meiner Freunde bei Weitem. Kaum waren wir ohne jede Ausweiskontrolle, auch dafür danken wir der großen Vorsitzenden, über die ehemalige „Zonengrenze“ gebrettert, gab es urplötzlich Straßen ohne Schlaglöcher und Teerflicken.

Während die viel befahrene Nord-Süd Achse von Frankfurt nach Hannover aus einer zweispurigen Holperpiste bestand, war die Autobahn in Richtung Erfurt dreispurig und in relativ gutem Zustand. Das nenne ich „Verkehrspolitik“ vom Feinsten.

Zu unserem großen Erstaunen konnten wir feststellen, dass sich die Leute im Osten offenbar immer noch so sehr auf Besuch aus dem Westen freuen, dass sie jeden gleich fotografieren, der zu zügig an ihren herausgeputzten Städten vorbei fährt. Das erste mal fällt mir jetzt der kürzlich von uns gegangene Hennoch Kohn ein, den sie Kanzler der Einheit nannten. Der dicke Bimbesabgreifer und bekennende Leberwurstfan, der für diese uns dargebotenen blühenden Landschaften angeblich komplett verantwortlich ist, soll das alles vorbereitet und gewußt haben? Ich kann es einfach nicht glauben.

Im Tunnel nahe Jena haben sie dann auch ein Foto von uns gemacht. Wir haben freundlich in die Kamera gelächelt und freuen uns schon auf einen herzlichen Gruß der Verkehrsbehörde und das hoffentlich schön gewordene Erinnerungsfoto, das wohl demnächst per Post kommen wird.

Kurz hinter Jena frage ich mich dann, ob den „Dunkeldeutschen“ damals bewußt war, wie Hennoch Kohns „blühende Landschaften“ in Wahrheit aussehen werden. Ob die auch dann so gejubelt hätten wie damals, wenn sie gewußt hätten was wirklich kommt?

Wir erreichen eine Stelle, an der man Windräder sieht, soweit das Auge reicht. Es müssen mehr als 100 sein, die man rechts und links der Autobahn in die recht platte Landschaft gestellt hat. Und dieser beklemmende Eindruck wird sich die nächsten 300 Kilometer auch nicht wesentlich ändern. Wir machen eine kurze Pause, um die Eindrücke von Angela Merkels „Gesamtkunstwerk“ in uns aufzusaugen.

Das, was man umgangssprachlich als „Windparks“ bezeichnet, macht aus der Mitte Deutschlands in meinen Augen ein nicht mehr enden wollendes optisches Horrorszenario. Das Grau des Himmels passt perfekt zu den sichtbaren Eindrücken, die uns die nächsten Stunden begleiten.

Nur im Elbtal wurden ein paar Autobahnkilometer ausgespart. Kurz danach geht es weiter mit den total zerstörten, von Wind-Industrieanlagen zerschnittenen Feldern, Wäldern und Wiesen. Dem schnellen Profit einer völlig geisteskranken Ideologie hat man die schönsten Flecken unseres Landes geopfert – flächendeckend. Wir haben nicht gezählt, wie viele Windräder wir gesehen haben auf diesen knapp 850 Kilometern. Es mögen Tausende gewesen sein. Selbst am Rande von Berlin und in Merkels Uckermark stehen die Dinger in Massen.

Zwischen Leipzig und Berlin wurden wir dann wieder mehrmals ordentlich „eingebremst“. Statt der ansonsten üblichen Schilder, die auf bestimmte Sehenswürdigkeiten hinweisen, setzt man im „Dunkeldeutschland“ des Herrn Außenminister anscheinend lieber auf möglichst lange Baustellen. Und weil es zwischen Leipzig und Berlin besonders viel zu sehen gibt, hat gleich mehrere Baustellen in Überlängen von 15 Kilometern oder mehr eingerichtet. Auch hier wird wie fast überall, praktisch nichts gearbeitet. Das Vorbild des „Berliner Flughafens“ wirkt anscheinend überall. Man könnte fast glauben, Hartmut Mehrdorn wäre als Leiter für Autobahnbau ins Verkehrsministerium gewechselt.

Wie entspannend es ist, bei Tempo 60 durch nie enden wollende Baustellen zu zuckeln, vermag nur der zu beurteilen, der diesen wahren Genuß zu würdigen weiß. Leider hatten aber auch diese Baustellen irgendwann ein Ende.

Kurz nach 22 Uhr, als es gerade dunkel wurde in Dunkeldeutschland, erreichten wir dann tatsächlich doch noch unser Reiseziel. Völlig entspannt aber leider zu spät für das Abendessen im Hotel. Zum Glück muss ich ja eh abnehmen und man kann schließlich nicht alles haben – schon gar nicht ein Recht auf Demokratie für immer. Sie erinnern sich vielleicht noch an diese Aussage der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten.

Deshalb schon heute ein dickes „Daumen hoch“ auf Aintschiiiiiiees erneute Wiederwahl.

Denn es gibt sie heute leider immer noch, trotz zwölf Jahren unter der Knute von Angela Merkel, die vereinzelten Flecken intakter Natur in Deutschland. Wie lange das so bleiben wird, entscheiden wir.

Denn nur wenn wir gemeinsam endlich damit anfangen, unsere Stimme gegen diese absichtliche Vergewaltigung unserer schönen Heimat zu erheben, wird sich was ändern.

Es ändert sich NICHTS, wenn wir weiterhin daran glauben, dass sich mit dem gleichen Personal wie aktuell, in Zukunft etwas ändern wird. Dieser kindliche Glaube an das Gute in Angela Merkel und im Abnickverein „Bundestag“ wurde leider schon viel zu oft enttäuscht.

PS: Auf der Rückfahrt haben wir dann die Baustellen gezählt – es waren 19, was geschätzten 150-160 Kilometern Baustelle entsprach. Die Windräder zu zählen haben wir allerdings nach wenigen Kilometern frustriert aufgegeben, da wir den Überblick ob der Vielzahl der Anlagen schon kurz nach dem Start verloren hatten.


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