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Die BRD Willkommenskultur

von Russischer Funker

Hier ist ein Livejournal-Posting eines (nach eigenen Angaben) Moskauer Arztes, der sich eines Tages an die deutsche Botschaft in Moskau gewandt hatte.

Ich war in verschiedenen Ländern und habe dabei verschiedene Botschaften besucht, aber so eine Hölle, wie in der deutschen Botschaft in Moskau habe ich bis jetzt noch nie erlebt. Über ähnliche Schockerlebnisse können auch alle meine Freunde, die mit dieser Botschaft zu tun hatten, berichten. Jetzt aber zur Sache.

Eines Tages beschloss ich, meine Deutschkenntnisse aufzufrischen. Unsere Klinik wurde renoviert, also wollte ich die freie Zeit sinnvoll verbringen. Auf die Idee kam ich eigentlich per Zufall: meine deutschen Kollegen, mit welchen ich zusammenarbeite, und an welche ich einige Patienten verwies, luden mich nach Deutschland ein. Sie fanden auch Deutschkurse und passende Unterkunft für mich.

Ich bezahlte alle Rechnungen, und ging mit den sämtlichen Papieren in die deutsche Botschaft. Na ja, was heißt „ging“… So einfach „gehen“ gibt es bei der deutschen Botschaft in Moskau nicht. Man muss einen Termin einen Monat im Voraus buchen…

Mein erstes Erlebnis in der konsularischen Abteilung war ein fast unerträglicher Gestank im Warteraum, dann auch noch kaputte Stühle, irgendwelche Kartons auf den Tischen mit „Bürobedarf“. Totales Durcheinander. Eigentlich bereute ich schon in dem Moment meine Entscheidung, Deutschland zu besuchen.

Wie auch immer, konnte ich schlussendlich meine Papiere einreichen. Dabei habe ich gesagt bekommen, dass ich mindestens einen Monat warten soll. Oder „schneller wenn ich Glück habe“, als ob ich nicht in der Botschaft, sondern im Casino war. Warum? Weil die Papiere angeblich „in Deutschland geprüft werden“. Spätestens ab diesem Punkt war das eine Lüge. Denn meine spätere Anfrage bei dem Außenamt ergab, dass meine Unterlagen nur bei der Botschaft bearbeitet wurden. Die Fragen während des Interviews waren recht sonderbar. Es drehte sich alles nur darum, wieso ich den Deutschkurs direkt in Deutschland kaufte, und nicht bei dem Goethe-Institut in Moskau. Warum denn solche Fragen? Später erfuhr ich warum: die Sprachkurse über das lokale Goethe-Institut zu buchen kostet 2000 Euro. Meine Kurse kosteten mir aber nur 200 Euro. Darum also. Das ist natürlich ein klarer Schwindel, und die deutsche Botschaft macht aktiv mit, genauso sie die offizielle Willkommen-Website der deutschen Regierung.

Wirklich schade um russische Jugendliche, die so schamlos aufs Kreuz gelegt werden und müssen mit ihrem Geld die Gauner bei der deutschen Botschaft finanzieren. Denn die Spielregel ist einfach: kommt die Einladung von einer anderen Schule aus Deutschland, wird der Antrag abgelehnt.

Ich wartete 19 Tage. Am Sonntag wurde der Flug nach Deutschland bereits geplant (am Montag sollte der erste Unterrichtsstunde stattfinden!), als ich am Freitagnachmittag erfuhr, dass ich kein Visum bekomme, weil ich (hier aufgepasst!) kein Zertifikat über meine Deutschkenntnisse beigelegt hatte. Was soll das jetzt? Und was soll ich nun tun? Das Zertifikat beim Goethe-Institut (käuflich, versteht sich) holen – war die Antwort. Warum hat man mich vorher nicht informiert, dass etwas in den Unterlagen fehlte? Denn gerade am Freitag vormittags sprach ich persönlich mit dem Konsul, und er sagte, die Unterlagen wären erst jetzt in Deutschland angekommen. Und nur in ein paar Stunden am gleichen Tag kommt die Absage von der Botschaft.

Als ich diese Geschichte meinen deutschen Kollegen erzählte, waren sie regelrecht wütend. Sie sagten, es wäre unvorstellbar, dass ein Arzt mit einer seltenen und gefragten Qualifikation eine Absage selbst für Studienbesuch bekommt, während Araber haufenweise ins Land geholt werden…

Später habe ich übrigens erfahren, dass man ein Visum für deutsche Sprachkurse doch leicht, schnell und ohne schamlose „goethische“ Abzocke bekommen kann – bei der österreichischen Botschaft.

Quelle

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