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Die deutsche kaiserliche Armee – Erster Weltkrieg (Zitate)

In jenen letzten trüben Tagen (1919) zeigte sich noch einmal die Freundschaft der ritterlichen Georgier. Sie hatten nichts mehr zu erwarten. Ihre Freundschaft mit Deutschland konnte ihnen keinen Nutzen mehr einbringen, sondern nur Schaden. Der Kriegsminister gab für die scheidene deutsche Militärdelegation noch am Vorabend ein Fest. Auf dem Bahnhof hatten sich die Vertreter der georgischen Regierung eingefunden, die unter Hochrufen auf Deutschlands General Kress am nächsten Tag verabschiedeten. Und als die letzte Minute kam, der letzte Becher Abschiedswein geleert, der letzte Händedruck getauscht war, spielte eine georgische Militärkapelle „Deutschland, Deutschland über alles!“ (Aus der Abhandlung „Deutsche Truppen im Kaukasus 1918“ des Militärhistorikers Werner Haupt, veröffentlicht im „Deutschen Soldatenjahrbuch 1971“)

An der Stelle, wo im April 1918 die Franzosen in tagelangen, blutigsten Kämpfen den deutschen Durchbruch durch die britische Front an der Somme in Richtung Amiens auffingen und den deutschen Vorstoß zum Kanal zum Stehen brachten, bei Grivesnes, wurde ein Gedenkstein eingeweiht. Es ist wohl das erste Kriegsdenkmal, das auf einer Tafel miteinander die Truppenteile beider Heere nennt und dazu sagt:“ Franzosen und Deutsche, die Überlebenden der harten Kämpfe im Frühjahr 1918, zu Ehren ihrer Kameraden, die im Kampfe für ihr Vaterland auf dem Felde der Ehre blieben, und als Zeichen der Versöhnung und Freundschaft, die künftig unter ihren beiden Ländern herrschen soll. Die eigentliche Enthüllung der mit den französischen und deutschen Farben verdeckten Platte nahmen zwei alte Soldaten vor, die selbst noch an der Schlacht teilgenommen hatten. Mit den Flaggen der Alliierten wehte in der Mitte die deutsche. Die Ehrenkompanie eines aktiven französischen Jäger-Batallions ehrte die Toten beider Heere mit dem Senken der Fahnen und dem Deutschlandlied vor der Marseillaise.
(Aus dem Bericht „Einst Gegner – heute Kameraden“ von Dr. Erich von Lölhöffel in: Deutsches Soldatenjahrbuch 1971)

Mit General von Lettow-Vorbeck tragen wir einen Mann zu Grabe, dessen Name bei Freund und Gegner in Europa und Afrika, bei Weiß und Schwarz mit größter Verehrung, mit großem Respekt genannt wurde. In der Unerbittlichkeit dieses Krieges wurden immer die Gesetze der Menschlichkeit, der Sitte und des Rechtes eingehalten. Als Grundlage der von ihm ganz persönlich geprägten Kriegsführung galt unbetechliche Gerechtigkeit, galten Kampf und Ritterlichkeit dem Gegner gegenüber. Eine der großen Gestalten, die das recht beanspruchen dürfen, Leitbild gegannt zu werden, ist Paul von Lettow-Vorbeck. Der Dank der jungen Generation für das für das Beispiel, das er in einem voll erfüllten Leben gegeben hat, kann nur darin liegen, daß wir in der Erfüllung unseres Dienstes uns immer an ihn erinnern. Mit diesem Versprechen nimmt die Bundeswehr Abschied von dem unbesiegten Verteidiger Deutsch-Ostafrikas.
(Aus der Rede von Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel zur Beisetzung des Generals von Lettow-Vorbeck am 13. März 1964)

Beispiel für Ritterlichkeit

Nachdem der Oberbefehlshaber der 2. russischen Armee, General Samsonow, am 30. August 1914 erkannt hatte, daß die Schlacht in Ostpreußen verloren war, irrte er zunächst noch mit einem Teil seines Stabes durch die Wälder und versuchte in südlicher Richtung russisches Gebiet zu erreichen. Als dies aussichtslos war, weil sich der deutsche Einschließungsring schon geschlossen hatte, trennte er sich von seinem Stab und wählte den Freitod. In dem Durcheinander nach der Schlacht galt er in der russischen Armee als vermißt oder tot. Mit diesem ungewissen Schicksal konnte und wollte sich seine Frau nicht abfinden. Über das Rote Kreuz richtete sie – es war inzwischen Frühjar 1915 – an die deutsche Heeresleitung die Bitte, über Schweden nach Deutschland kommen zu dürfen, um auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Tannenberg selbst nach dem Verbleib ihres Mannes zu forschen. Ihrer Bitte wurde nicht nur entsprochen, sondern es wurde zu ihrer Begleitung auch ein Hauptmann kommandiert, der sie bei ihrem mühevollen Vorhaben unterstützen und ihr alle Wege ebnen sollte. Ein einsamer, schon eingefallener und überwucherter Grabhügel wurde ermittelt. Als man das Grab öffnete, fand man einen Toten, der um den Hals eine Kette trug, an der ein goldenes Medaillon befestigt war. Es wurde geöffnet und darin befand sich als Miniaturen die Bilder von General Samsonow und seiner Frau. Frau Samsonow hatte ihren Mann gefunden. Mit Unterstüzung der deutschen Behörden wurde die Leiche über Schweden nach Rußland gebracht und dort im Familiengrab der Samsonows feierlich beigesetzt. Auf dem Grabhügel bei Willenberg, der erhalten wurde, ruhte ein Findling. (Aus dem Bericht „Eine Erinnerung an Ostpreußen“ von Horst Riemann in: „Deutsches Soldatenjahrbuch 1988“; die Deutschen errichteten am Todesort des russischen Feldherren einen Gedenkstein mit der Aufschrift: „General Samsonow, der Gegner Hindenburgs in der Schlacht bei Tanneberg, gefallen 30.8.1914)


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