„Die Russen stehen vor der Tür“: Moskau stellt Nato-Absurdität bloß

von Sputnik

Mit ihrem Schüren von Angst vor Russland treibt die Nato ihre Rhetorik schon ad absurdum: Das Bündnis stellt es jetzt nämlich so dar, als wäre Russland bis an die Nato-Grenzen herangerückt und nicht umgekehrt. Darauf machte der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow in einem Medieninterview aufmerksam.

Anatoli Antonow

„Die Nato hat sich ad absurdum geführt: Heute wird dort schon gesagt, Russland stehe vor der Tür der Nato, als ob wir es gewesen wären, die an die Nato herangerückt sind und nicht umgekehrt“,

sagte der Politiker in einem Interview für RT. Er hielt der Nato-Führung vor, mit Russland „wie Alt mit Jung“ zu sprechen, als wäre das Bündnis ein Schullehrer, der einen ungehorsamen Schüler rüge.

Es sei sehr schade, dass alles Positive, was Russland und die Nato im militärischen Bereich und insbesondere im Kampf gegen den Terror geleistet haben, nun über den Haufen geworfen wird. Die Schuld daran liege nicht bei Moskau, sondern bei der Nato, die an den westrussischen Grenzen ihre Militärinfrastruktur ausbaue. Russland sei gegen ein Wettrüsten, müsse darauf jedoch mit militärischen und technischen Maßnahmen reagieren.

Die Nato hatte im Frühjahr 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise jede militärische Zusammenarbeit mit Russland auf Eis gelegt. Seitdem baute das nordatlantische Militärbündnis neue Militärstützpunkte und verstärkte seine Truppen in Osteuropa. Im Mai berichtete Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Treffen mit US-Präsident Barack Obama, die Nato seit jetzt stark wie noch nie seit dem Kalten Krieg. Russland spricht von einer „beispiellosen Erhöhung der Aktivitäten der Nato vor seinen Grenzen“. Im Herbst hielt die Nato mit „Trident Juncture“ die größte Militärübung seit dem Kalten Krieg ab — nach eigenen Angaben um Russland zu warnen.

Nach fast zwei Jahren Pause hat die Nato eine Wiederbelebung des Russland-Nato-Rates angeregt. Das bilaterale Kooperations-Gremium soll am morgigen Mittwoch zusammentreten. Doch schon im Vorfeld dämpfte die Nato die Hoffnungen auf ein Tauwetter: Vier Tage vor dem Treffen beschimpfte Polens Außenminister Russland als eine größere Bedrohung als die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (Daesh). Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete die Chancen auf eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit als gering.


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