Die Ukraine und das beschämende Schweigen der Mainstream-Medien

von Marko Jošilo

Die Mainstream-Medien haben im Moment ein einziges Thema: Die Flüchtlingskrise und die Welle von Migranten, die sich auf ihrem Weg aus dem Nahen Osten und Afrika sogar mit Gewalt den Zutritt in die EU verschaffen.

united-nations-building-753506_1280Seit mehr als einem Jahr haben diese staatlichen und privaten Mediengiganten geschwiegen, während über eine Million ukrainischer Flüchtlinge vom tobenden Krieg im Südosten des Landes geflohen, Rettung und Schutz in Russland gefunden haben. Natürlich, die Flüchtlinge aus der Ukraine interessieren niemanden hier im Westen. Würde man darüber ausführlich berichten, müsste man auch die beschämende Rolle der USA und ihrer NATO-Verbündeten in Westeuropa erwähnen, die den Staatsstreich und die Machtübernahme durch Faschisten in Kiew unterstützt und finanziert haben.

Selbst wenn die westlichen Medien über die Leiden der Zivilbevölkerung in der Ukraine berichtet haben, dann etwa so:

„Im Konflikt zwischen der ukrainischen Armee und den pro-russischen Separatisten wurden so und so viele Zivilisten getötet…!“

Wo wurden sie getötet? In welchen Städten? Wer hat sie getötet? Niemand hat die Fakten erwähnt, und meistens sah es so aus, als ob die Armee der selbsternannten Volksrepubliken von Lugansk und Donezk selbst die Zivilisten in Donezk, Lugansk, Gorlovka und anderen Städten und Dörfern, in denen ihre Frauen, Kinder, Freunde und Verwandten leben, beschossen haben. Auch eine von Kiew gezeigte interaktive Karte belegt, dass die Städte und Dörfer, die unter der Kontrolle der Kiewer Militärjunta stehen, nicht beschossen wurden.

Ähnlich ist es mit den Flüchtlingen, und die westlichen Medien schweigen beharrlich über die Tatsache, dass auf der traurigen Liste der Länder, aus denen Menschen fliehen, die Ukraine den ersten Platz belegt und damit sogar Syrien, Irak und Libyen übertrifft.

Nach Angaben des UNHCR, der UN-Kommission für Flüchtlinge, der Zahl der Menschen, die 2014 aus ihrer Heimat fliehen mussten, hat die Ukraine im weiten Syrien übertroffen. Die meisten von insgesamt 1,47 Millionen Asylanträgen im vergangenen Jahr haben die Bürger aus der Ukraine gestellt, aber 94 Prozent dieser Anträge an die Adresse der Russischen Föderation, was vielleicht das beschämende Schweigen der westlichen Medien erklärt.

Die Angaben und Daten, die von der Einwanderungsbehörde in Moskau an die Weltorganisation eingereicht und zur Verfügung gestellt wurden, bestätigen dieses Phänomen: Mehr als eine Million Menschen aus dem Süd-Osten der Ukraine ist wegen des bewaffneten Konflikts nach Russland geflohen und rund 600.000 haben beschlossen, nicht mehr zurück nach Hause in die Ukraine gehen zu wollen. Der Leiter des föderalen Migrationsdienstes, Konstantin Romodanowsky, sagte, dass etwa 114.000 der Flüchtlinge aus der Ukraine durch ein Umsiedlungsprogramm der Regierung erfasst wurden, eine finanzielle Unterstützung bekamen und bald die russische Staatsbürgerschaft erhalten werden.

Nach Romodanovsky hat der Zustrom von Flüchtlingen aus der Ukraine zu einer Verbesserung der Haltung Russlands gegenüber Migranten im Allgemeinen geführt. Nach einer aktuellen Umfrage, die vom Lewada-Zentrum durchgeführt wurde, haben 41 Prozent der Russen gesagt, dass der beste Weg für die Lösung von Problemen mit illegaler Einwanderung wäre, den Flüchtlingen zu helfen, damit sie eine Arbeit finden und ihnen Rechtsstatus zu gewähren. Das ist mehr als die doppelte Anzahl von 19 Prozent der Bürger der Russischen Föderation, die die gleiche Antwort ein Jahr zuvor gegeben haben.

All dies bestätigt, dass der militärische Konflikt in der Region Donbass auch der Hauptgrund für den Anstieg der Asylanträge ist. Nach dem UN-Bericht für Juni dieses Jahres wurden mehr als 271.000 Anträge von den ukrainischen Bürgern gestellt. Das waren 99 Prozent von der Gesamtzahl der Asylsuchenden in diesem Monat. Es wurde außerdem festgestellt, dass die russischen Behörden viel mehr Toleranz gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine gezeigt haben als die westlichen Staaten.

Russland und Weißrussland haben bisher 90 Prozent der Asylanträge genehmigt, während Länder wie Großbritannien, Frankreich, Polen oder Finnland nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Asylanträge der Bürger aus der Ukraine angenommen haben. Die USA, Kanada und Deutschland haben sich als die gastfreundlichsten westlichen Staaten erwiesen und haben zwischen 35 und 65 Prozent der insgesamt eingereichten Asylanträge der Ukrainer genehmigt.

Mit neuen Turbulenzen in der Ukraine, vor allem in Kiew, breitet sich die Angst von neuen Flüchtlingen in den Nachbarstaaten aus. Polen befürchtet beispielsweise, dass zu seinen Grenzen eine neue Welle der ukrainischen Flüchtlinge losgehen könnte und hat daher angekündigt, Notfallmaßnahmen zu ergreifen, um dies zu verhindern.


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