Egon von Greyerz: »Deutschland wird mit der Deutschen Bank untergehen«

von N8Waechter

Egon von Greyerz, Gründer der Matterhorn Asset Management AG, drückt in seinem am 18.09.2016 bei King World News veröffentlichten Gespräch mit Eric King seine Sorge aus, dass die vielen Risiken in der Finanzwelt, der Wirtschaft und der Geopolitik größer seien, als er es jemals erlebt habe. Man müsse sich neben den Risiken auch darüber Gedanken machen, welche Konsequenzen diese nach sich ziehen werden und wie man sich schützen kann.

Die weltweite Schuldensituation sei nicht normal und dies werde Konsequenzen haben müssen.

»An irgendeinem Punkt wird jemand die Rechnung bezahlen müssen.«, sagt von Greyerz. »Und ich denke, das wird sehr bald passieren.«

Überall seien Schwarze Schwäne und das Finanzsystem habe sich zu einem Schwarzen Loch entwickelt. Von Greyerz ist der Ansicht:

»Die meisten Finanzwerte werden in diesem Schwarzen Loch verschwinden und damit einhergehend auch die Schulden.«

Die Deutsche Bank, als eine der größten Banken der Welt mit einer Bilanzsumme von 1,6 Billionen Euro, sei ein gutes Beispiel. Dagegen stehe ein Eigenkapital von nur 68 Milliarden Euro, was nur 4 % der Bilanz entspreche. Der Marktwert dieser Bank liege mit 16 Milliarden Euro bei nur 1 % der Bilanzsumme. Dazu kämen 60 Billionen Euro an Derivaten, was dem 20-fachen des deutschen Bruttoinlandsproduktes entspreche. Die Deutsche Bank sei somit »zu groß, nicht nur für das Land [Deutschland], sondern für die Welt.«, stellt von Greyerz fest.

»Eine Bank, die fast 90 % seines Wertes verliert, wird nicht überleben.«, schlussfolgert von Greyerz mit Blick auf den Verfall des Aktienkurses der Deutschen Bank seit dem Jahr 2007, ganz zu schweigen von der gerade erst verhängten Strafe über 14 Milliarden Dollar von Seiten der US-Regierung.

Da die Deutsche Bank jedoch Teil des deutschen Establishments sei, werde die deutsche Regierung versuchen, diese Bank um jeden Preis zu retten, was dazu führen werde, dass Deutschland zusammen mit der Deutschen Bank untergehen werde.

Bail-Ins bei den Großbanken schließt von Greyerz jedoch aus, weil die Bevölkerung diese nicht akzeptieren und revoltieren würde. Folglich werden aus seiner Sicht die Regierungen zur Hilfe eilen.

Bei den Aktienkursen von Citi-Group (-92 % seit 2007) und Barclay’s Bank (-99 ‚% seit 2002) sehe die Situation ähnlich aus. In Italien sei eine Größenordnung von annähernd 20 % der Kredite faul, die griechischen Banken seien pleite, französische und spanische ebenfalls.

»Was wir hier sehen ist ein Bankensystem, das nicht überleben wird.«, sagt von Greyerz.

Die EU sei im Begriff auseinanderzufallen, der Brexit sei der erste Schritt gewesen. Es werde verzweifelt versucht, dieses künstliche Konstrukt zusammenzuhalten, was jedoch scheitern werde, weil ein Land nach dem anderen, wenn auch gegen massive Widerstände, austreten wollen wird.

Aufgrund des desolaten Zustands des europäischen Finanzsystems werde es bald zum größten Gelddruckprogramm kommen, welches die Welt jemals erlebt hat »und da das Finanzsystem global ist, wird auch die quantitative Lockerung global sein.« Für von Greyerz stellt sich nur die Frage, wie viel Geld letztlich gedruckt werden wird und er weist auf Venezuela als Beispiel für eine fehlgeführte Volkswirtschaft hin.

Basierend auf dem offiziellen Wechselkurs sei Gold dort seit dem Jahr 2000 um 80.000 % gestiegen, auf dem Schwarzmarkt sei der Preis dagegen in den vergangenen 15 Jahren um 8 Millionen % gestiegen. Vergleichbares werde in Europa, in den USA und in Japan ebenfalls geschehen.

In den USA wird es aus von Greyerz‘ Sicht zu keiner Zinserhöhung kommen, weil der massiv überbewertete US-Aktienmarkt dies nicht aushalten wird.

»Zentralbanken haben mit ihrer idiotischen Politik nur einen sehr kurzfristigen Einfluss. Langfristig werden sich die Naturgesetze durchsetzen. Und die Naturgesetze besagen, dass man keine $ 250 Billionen an Schulden zu negativen Zinsen haben kann.«, so von Greyerz.

Er prognostiziert, dass die ganzen Schulden, samt der über diese Schulden finanzierten Werte, letztlich implodieren werden. Die Situation im Finanzsystem sei verhängnisvoll, Geld auf der Bank zu haben sei nutzlos und Bonds, Aktien und Immobilien seien massiv überbewertet.

Wie sieht es mit Devisen aus?

»Wenn man sich den Euro anschaut, als Kunstwährung wird er nicht überleben. Irgendwann werden europäische Investoren dies erkennen und aus dem Euro hinein ins Gold flüchten.«,

sagt von Greyerz voraus. Dasselbe gelte für den Yen. Die japanische Wirtschaft habe keine Überlebenschance und folglich werden die Japaner irgendwann anfangen Gold zu kaufen.

Von Greyerz geht davon aus, dass die Menschen in den USA sich ebenfalls dem Gold zuwenden werden, sobald der Dollar beginnt zu fallen.

»Und es wird nicht genügend Gold oder Silber da sein, um den massiven Anstieg der Nachfrage zu befriedigen. Der einzige Weg die Nachfrage zu befriedigen wird über einen höheren Preis sein. Deshalb werden wir problemlos $ 10.000 für Gold und $ 1.000 für Silber sehen.«

Im Zuge der kommenden Hyperinflation werden die Preise für Edelmetalle jedoch zwangsläufig ein Vielfaches dieser Kurse erreichen.

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Hier das vollständige Gespräch:


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