Ein kleines Licht namens Oskar Gröning

von altermann

Erschreckt hat mich die vielfache Zustimmung zu den vier Jahren Knast, zu dem der Oskar Gröning verurteilt wurde. Zustimmer waren natürlich alle Antifaschisten, die mittlerweile nicht mal mehr merken, dass sie die nützliche Idioten sind, um das Strafrecht so zu verschärfen, dass es am Schluss genügt, zu einer Zeit an einem Ort gewesen zu sein, wo später jemand definiert, dass dort zu dieser Zeit eine Straftat geschehen ist und man ja zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes war und deshalb schuldig ist.

In einem Zeitleserbrief  zu diesem Artikel hat jemand geschrieben:

Die verantwortlichen Richter des OLG München sollten sich dringend mit dem individuellen Schuldbegriff auseinandersetzen.
Wer das Sortieren von Geldmünzen unter „Beihilfe zu Mord“ subsumiert, verhängt letzlich eine Kollektivstrafe für Köche, Reinigungskräfte und Münzensortierer, die eines Rechtsstaates nicht würdig ist.
Mich würde interessieren, was BGH und BVerfG dazu sagen würden…

Mit der gleichen Logik könnte man in der blödsinnigen War die DDR ein Unrechtstaat? – Debatte, bei Bejahung, alle Bürger der DDR, die nicht wegen einer Straftat gegen die DDR im Knast saßen, anklagen und verurteilen. I

st die Wehrmacht eine kriminelle Vereinigung gewesen (das wird ja auch von einigen bejaht), hätte man alle Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft direkt in den Knast schicken müssen – leider wäre aber keiner da gewesen, der diese Herren hätte bewachen können, denn alle Bürger waren reichsdeutsche Verbrecher.

Das erklärt auch, dass das deutsche Volk noch immer aus Massenmördern auf Bewährung besteht, wie Dirk Pohlmann in diesem Artikel geschrieben hat. (Bitte verschont mich in den Leserzuschriften mit der Deutschland GmbH!). Die devote Haltung unserer Regierung zu gewissen Staaten ist ja deutlich erkennbar. Die Sieger schreiben die Geschichte – das vae victis wurde nach dem zweiten Weltkrieg nicht außer Kraft gesetzt. Die Reeducation war kein sinnleeres Happening!

Wie nennt man eigentlich die Veranstaltung, dass 99 + x Prozent der DDR-Bürger, die sich für die Kandidaten der Nationalen Front ausgesprochen haben, nach der Eingliederung in die Bananenrepublik Deutschland, fast alle Widerstandskämpfer waren? Was ist mit IM Erika und IM Larve?

Verdammte Heuchelei, verdammte Heuchler. Dieser kleine Wicht muss für die deutsche Nachkriegsamnesie herhalten? Allein unter Willy Brandt dienten zwölf ehemalige Nationalsozialisten als Minister und noch in den 60er Jahren war die stärkste Fraktion im Bundestag nach der ersten Parteizugehörigkeit die NSDAP ist hier zu lesen. Wir hatten nach dem Krieg an undemokratischen Personal keinen Mangel!

Dem sehr umstrittenen Filbinger hängte man u.v.a. das Große Verdienstkreuz mit Stern am Schulterband um den Kopf, während Oskar Gröning die Arschkarte zog. Am Fall Gröning kann man sehen, dass unsere Justiz heute aus ganz tollen Hechten besteht.

„In Auschwitz durfte man nicht mitmachen“ sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Absolut richtig. Die gleichen Damen und Herren hätten im Dritten Reich es dem Hitler mal ordentlich gezeigt. Von denen wäre keiner in die NSDAP eingetreten! Alle wären im Widerstand und im Untergrund gewesen.

Ist es nicht toll, dass wir solche gefestigten Persönlichkeiten haben. Verhältnisse wie sie der SPIEGEL beschrieb:

… Jetzt saßen in den Sälen Justitias selbst ehemalige Richter des Volksgerichtshofes, wirkliche Blutrichter und dennoch von den Spruchkammern in Entnazifizierungsverfahren lediglich als „Mitläufer“ eingestuft.

Beim Bundesgerichtshof, der höchsten Instanz im Straf- und im Zivilrecht, lag 1953 der Anteil NS-belasteter Richter bei mindestens 72 Prozent, bis 1956 stieg er auf 79 Prozent, in den Strafsenaten lag er 1962 bei 80 Prozent.

gäbe es heute natürlich nie!

Nachrede: Vielleicht kapiert jetzt auch der ein oder andere, weshalb ich die Verschlimmbesserung unseres Strafrechtes äußerst kritisch sehe.


Quelle und Kommentare hier:
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