Ein Mangel an Härte – Leben als Kampf (Teil 3)

von Der III. Weg

Der Massenmensch der Moderne des degenerierten Westens sieht im Leben ein einziges Vergnügen. Durch den Schutz und den Wohlstand, den ihm die Zivilisation brachte, die er errichtete, wurde er weich in Körper und Geist. Die kämpferische, heldische Lebensauffassung, die bis dahin ein Fundament aller europäischen Kulturen war, geriet in eine schwere Krise, die schließlich in der Ideologie des Pazifismus gipfelte.

Die maßlose Naivität des Europäers ausnutzend, machte der Pazifismus ihn glaubend, alle Menschen seien Brüder, die miteinander in Harmonie leben könnten und es eigentlich auch wollten.

Er erklärte den Konflikt und den Streit zu Unfällen, die es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Mit Redewendungen wie „Der Klügere gibt nach“ und der Verteuflung jeglicher Form von Gewalt, erklärte der pazifistische Zeitgeist die Feigheit zur Tugend, machte aus Schwächlingen Helden und die wahren Helden zu infantilen Schlägern, welche sich kaum von gewöhnlichen Kriminellen abheben.

Somit errichtete der Pazifismus eine falsche Moral, die all das, was einmal in Europa in Sachen Gewalt, Konflikt und Kampf als richtig galt, ins Gegenteil verkehrte.

Die Völker nahmen diese falsche Moral an und da moralisches Handeln seit jeher eine Frage ist, die den Europäer tief beschäftigt und bis ins Alltagsleben verfolgt, wurde sie zur perfekten Waffe um die sterbenden Völker vom Handeln abzuhalten.

Wenn wir hier den Pazifismus verteufeln, müssen wir einiges klarstellen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Der Pazifismus ist einer der Ideologien, um die herum ein falsches Dilemma erschaffen wurde. Ein falsches Dilemma ist die Annahme, dass es zu einer Streitfrage nur zwei sich fundamental gegenüberstehende Positionen gibt. So wird beispielsweise, was die Problematik einer europäischen Gemeinschaft anbelangt, von vielen eine Rhetorik angewandte, die den Eindruck entstehen lässt, die Europäische Union sei die einzige Alternative zu einem Europa verfeindeter, sich abschottender Nationen, welches nur auf den nächsten innereuropäischen Krieg wartet.

Dadurch entsteht der falsche Eindruck, dass all jene, die die EU als Form des europäischen Zusammenlebens ablehnen, sich ein solches Europa wünschen würden. Da offensichtlich niemand sich ein solches Europa wünscht, wird die EU zähneknirschend als kleineres Übel hingenommen.

Beim Pazifismus verhält es sich ähnlich. Wer dem Pazifismus ablehnt, wird oft mit dem Vorwurf konfrontiert, ein allgemeines Faustrecht anzustreben und Gewalt als das erstbeste Mittel zur Lösung aller Probleme zu erachten. Es versteht sich von selbst, dass dies sowohl moralisch als auch rein praktisch nicht erstrebenswert ist. Was wir am Pazifismus jedoch auszusetzen haben ist, dass er Gewalt, unabhängig von den Umständen, kategorisch ablehnt, selbst wenn dies den eigenen Untergang bedeuten würde.

Wenn wir also den Pazifismus ablehnen, tun wir dies nicht, weil wir uns in finsterste Vorzeit zurückwünschen und jeden Dialog ablehnen, sondern weil wir erkennen, dass Konflikte und Gewalt nicht vom Leben zu trennen sind, damit, ob man es nun will oder nicht, Teil des menschlichen Zusammenlebens sind und somit auch in gewissen Rahmen Anwendung finden müssen und auch immer werden.

Lange Zeit galt diese Erkenntnis als selbstverständlich. Man betrachte einmal die alten Sagen und Legenden und wie in ihnen die Helden handelten. Wie beispielsweise der mächtige Thor Tag für Tag auszog, um mit seinem gefürchteten Hammer die Riesen zu erschlagen, die die Menschen bedrohten.

Wäre Thor ein moderner Pazifist gewesen, hätte er seinen Hammer wohl eher dazu genutzt, den Riesen noch ein paar Hütten oder wie man heute sagen würde Flüchtlingsunterkünfte zu zimmern.

Erschlugen deswegen die alten Germanen jeden, der ihnen über den Weg lief? Wohl kaum. Sehr wohl erschlugen sie jedoch die römischen Legionen, die in ihre Heimat „einwanderten“ und schämten sich in keinster Weise dafür, waren sogar noch stolz darauf, es mit dem mächtigen Rom aufnehmen zu können.

Der Grund, warum sie damals so dachten und handelten, bringt uns zu dem, was in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist. Es geht an dieser Stelle nicht darum zu klären, wann Gewalt anzuwenden nun moralisch vertretbar ist oder nicht, sondern um die damalige Weltanschauung und welchen Stellenwert Konflikte in ihr hatten.

Damals und über die längste Zeit der europäischen Geschichte hinweg war man sich bewusst, dass Menschen Ambitionen und Ziele haben, welche, aufgrund der begrenzten Menge an Ressourcen und Fläche der Welt, denen anderer Menschen unvereinbar gegenüberstehen können.

Man war sich bewusst, dass alles Reden nicht helfen würde, wenn ein Stück Land nur einen Menschen ernähren konnte, aber zwei Hunger hatten.

Man war sich damals bewusst, dass, wer leben will, sich die Mittel dazu notfalls erkämpfen muss. Zu leben bedeutete zu kämpfen. Gegen die Natur, gegen Tiere und auch gegen andere Menschen.

Der Kampf war ein Teil des Lebens und so kam niemand auf die Idee, Gewalt grundsätzlich zu ächten. Gewalt zu verdammen hätte bedeutet, den Lebenswillen des Menschen zu missbilligen. Solche Konflikte mögen grausam erscheinen und das sind sie auch, aber ohne sie wäre der Mensch nicht das, was er ist.

Konflikte um Leben oder Tod sind die treibende Kraft hinter der Evolution, das Verdrängen des Schwachen durch das Starke ist ein ewiges Gesetz der Natur. So entsetzlich solche Konflikte auch für die Betroffenen sein mögen, sind es doch grade die härteren Zeiten, die das Beste im Menschen hervorbringen, ihn über sich hinauswachsen lassen und damit sein wahres Potenzial zum Vorschein bringen.

Gäbe es keine großen und kleinen Konflikte mehr, würde der Mensch in einem Sumpf der Mittelmäßigkeit versinken und langsam zu dem bemitleidenswerten Kreaturen degenerieren, die man jetzt schon in den Talk- und Realityshows des asozialen und völlig kranken Fernsehprogramms der BRD bewundern kann. In Anbetracht dessen kann man beim Pazifismus noch nicht einmal von einem wünschenswerten Idealzustand sprechen.

Unsere moderne Technik und vergleichsweise friedliche Gesellschaft mögen den Eindruck erwecken, wir wären über solch elementare Streitigkeiten hinaus. Doch der Schein trügt. Die Bevölkerung der Erde steigt immer schneller an und die Menge der Rohstoffe sinkt. Wir persönlich müssen uns zwar nicht mehr um jeden Quadratmeter Ackerland mit unserem Nachbarn prügeln, doch in ihrer Summe stehen die Menschen immer noch im Wettbewerb.

Der Pazifismus, als die lebensfeindliche Ideologie rührseliger Romantiker, leugnet dies. Nicht weil er meint es wäre falsch, sondern weil er es nicht wahrhaben will, er meint, die Welt sollte nicht so sein, wie sie ist. Dass die Welt dies herzlich wenig interessiert steht außer Frage. Selbst individuelle Pazifisten werden dies in einigen Fällen zugeben. Auch sie müssen anerkennen, dass eine Welt ohne Gewalt eher ein Ideal als ein erreichbarer Zustand ist, und dass Gewaltfreiheit in einer Welt, in der es noch Menschen gibt, die bereit sind Gewalt anzuwenden, zu etlichen Problemen führen würde.

Leider ändert das Bewusstsein um die Schwachpunkte ihrer Ideologien nichts an ihrem vermeintlichen Reiz und so ändern nur die wenigsten ihren Standpunkt. Einige Pazifisten mögen den Standpunkt vertreten, dass der Pazifismus, entgegen dem was wir hier behauptet haben, doch ein erstrebenswertes Ideal sei und somit die schon graduelle Erfüllung des Endzustandes als wünschenswert erachten.

Dies ist ein berechtigter Einwurf und wir sind die Letzten, die echten Idealismus herabwürdigen werden. Was wir an dieser Stelle jedoch nur kurz, um nicht noch weiter vom eigentlichen Thema abzukommen, anmerken wollen, ist, dass das Ziel und die Mittel mit denen der Idealist es erreichen möchte, einen Bezug zur Realität haben sollten.

Wir sprachen schon davon, dass der Pazifismus mit den ewigen Gesetzen des Lebens in Konflikts steht und sie auszuhebeln versucht, weil er meint, die Realität solle nicht so sein, wie sie ist. Damit kann für uns der Pazifismus, selbst wenn wir sein Ziel anerkennen würden, kein erstrebenswertes Ideal sein, denn nichts was sich gegen die Natur wendet, kann Bestand haben.

Das Thema der Realitätsverdrängung bringt uns zurück zu unserem eigentlichen Thema, welches wir im ersten Teil dieses Artikels angesprochen haben zurück und wird im nächsten und letzten Teil von Bedeutung sein. In diesem werden wir mit all dem, was wir bis jetzt besprochen haben, zusammenfassend klären, warum die diskutierten Geistesverwirrungen sich so lähmend auf die momentane politische Lage auswirken.

Noch ein paar Worte zum Abschluss. Im Artikel zum Thema Menschheit haben wir viel Zeit aufgewendet, um zu erklären, warum das Konzept der Menschheit nicht unserer natürlichen Sicht auf andere Menschen entspricht. Dies war nötig, da in diesem Zusammenhang viele falsche Vorstellungen existieren, die beseitigt werden mussten, um eine solide Grundlage für alles Weitere zu schaffen. Beim in diesen Artikel besprochenen Thema haben wir dies nicht getan, da hier, wie wir meinen, deutlich weniger kontroverse Dinge im Fokus standen.

Wir möchten jedoch anmerken, dass man, wie beim Thema Menschheit, über die Analyse des tatsächlichen Verhaltens der Menschen zum Schluss gelangen wird, dass eine kämpferische und anti-pazifistische Haltung nach wie vor den Menschen anspricht. Beispielsweise steht im Kern vieler moderner Filme und Bücher immer noch die klassische Heldengeschichte.

Die Protagonisten dieser Filme und Bücher sind in den wenigsten Fällen weinerliche, männliche Feministen, die sich Gedanken um ihren CO2-Fußabdruck machen, sondern echte Männer, die ihre Probleme wie echte Männer lösen. Nicht durch Petitionen an die Vereinten Nationen, nicht durch Posts auf Twitter oder Facebook, sondern durch Taten, oftmals nackte Gewalt, Selbstjustiz und absoluter Gleichgültigkeit gegenüber den Hinterbliebenen ihrer zahllosen Morde.

Um es in Anbetracht dieses ohnehin schon zu langen Exkurses mutwillig stark vereinfacht zu sagen: Oberflächlich mögen wir heute Gewalt verteufeln, die Begeisterung, die wir den Helden dieser Werke entgegenbringen, offenbart jedoch, dass auch wir Gewalt immer noch zum Lösen bestimmter Probleme anerkennen.


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