Ein ruhiger Morgen im Berliner Regierungsviertel, A.D. 2050

Von Quo usque tandem

Beginn eines Arbeitstages wie jeder andere

Die Bundeskanzlerin tritt aus der Haustür des Berliner Altbau- Mietshauses, in welchem ihre gemietete Zweizimmer-Dienstwohnung liegt in die (wegen der globalen Erwärmung in diesem Jahr bereits im September spürbare) Kälte. Zweizimmer-Wohnung deshalb, weil anspruchsvolleres Logis bereits vor Jahren, angesichts der ausufernden Doppelbelastung der BRD durch Zuwanderer-Transferleistungen und Griechenland-Hilfe aufgegeben werden musste. Der Himmel ist verhangen, es nieselt und es ist noch fast dunkel.

In Anerkennung der legendären Leistungen einer früheren Inhaberin des Bundeskanzleramtes, ist es protokollarischer Usus geworden, nur noch Frauen in dieses Amt zu berufen, welche – ebenfalls qua Gewohnheit – statt ihres ursprünglichen Vor- und Familiennamens  den Einheitsnamen „Angela“ annehmen. Zu Unterscheidungszwecken wird dieser Name, in der Manier vergangener dynastischer Zeiten, durch eine Ordnungszahl ergänzt; die derzeitige Amtsinhaberin ist Angela IX.

Vor dem Gebäude wartet bereits ihr Dienstfahrzeug. Durch Verbrennungsmotor betriebene Fahrzeuge sind, seit die Bundesrepublik infolge der bereits erwähnten, ausufernden Doppelbelastung keine Ölimporte mehr finanzieren kann, eigentlich nur noch in den von der high society der Mafia bewohnten Stadtbezirken zu sehen; aus diesem Grund handelt es sich bei dem genannten Fahrzeug nicht um eine hochkarätige Limousine, sondern um ein alte Pferdedroschke des beginnenden 20. Jh., welche aus einem Museum geholt und wieder in Dienst gestellt wurde. Das Gefährt wird von sechs älteren, aber noch rüstigen, ehemaligen Regierungsangestellten gezogen, welche auf diese Weise die Chance erhalten ihre, infolge der bereits beschriebenen Ursachen auf rein symbolische Dimensionen geschrumpften Ruhestandsbezüge etwas aufzubessern. Die trefflichen Senioren sind in einer makellos ausgerichteten Reihe angetreten und grüßen das Haupt der bundesdeutschen Exekutive mit zackigem preußischen Gruß (so ziemlich das Einzige, was in der BRD noch an Zackigem übrig geblieben ist).

Der Grund, warum die Beförderung der Kanzlerin nicht von jüngeren Männern besorgt wird, liegt darin, dass sich solche nur zur helleren Tageszeit ins Freie wagen, aus Furcht davor durch aus den Autonomiegebieten ausschwärmende Dschandschawid-Milizen (einem Erbe sudanesischer Einwanderung vergangener Tage) eingefangen und als „landwirtschaftliche Helfer“ in die nordafrikanischen und mittelöstlichen Kolonialgebiete des Neo-osmanischen Reiches „vermittelt“ zu werden.

Aus südlicher Richtung weht gedämpft das Stakkato automatischer Waffen sowie das dumpfe Geräusch von Granatwerfern herüber. Vermutlich will das militante Element entweder des schiitischen Autonomiegebietes „Schia al Qu’uruz“ (vormals Kreuzberg) oder das der sunnitischen Autonomie-Zone „Saif al Sunna“ (vormals Neukölln) jetzt endlich „Nägel mit Köpfen machen“. Der unlösbare Konflikt zwischen diesen beide Spielarten des Islam ist mit der Migrantenflut eines Dreivierteljahrhunderts nach Deutschland importiert worden und hat dort bereits seit geraumer Zeit zu territorialen Konzentrationen der einen oder anderen Seite sowie zu permanenten und blutigen (auch auf dem Rücken der autochthonen deutschen Bevölkerung ausgetragenen) interreligiösen Konflikten geführt.

Die „Autonomiegebiete“ sind indirektes Produkt der im Verlauf des 21. Jahrhunderts in der BRD eingetretenen demografischen Entwicklung: Nach der Überschreitung einer gewissen kritischen zahlenmäßigen Schwelle hatte diese Entwicklung das Entstehen reiner Zuwandererparteien möglich gemacht (so die der beiden Bedeutendsten: „Saif-al-Islam“ – Schwert des Islam – und „Almanya Yarin“ – Zukunft Deutschlands – sowie der etwas kleineren – primär als Sammelbecken der jüngeren Zuwandererstrata fungierende – „Fick-disch-Partei“). Von diesem Punkt an war es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese politischen Gruppierungen (auf völlig verfassungskonformem Weg) die Umwandlung von Kommunensektoren mit 100%-ig islamischer Bevölkerung in (aus der bundesdeutschen Gesetzes- und Ordnungshoheit herausgenommene) „Autonomie-Zonen“ durchgesetzt hatten. Die Abwanderung von nichtislamischen Bevölkerungsresten aus solchen Zonen war im Vorfeld mittels intensiver Überzeugungsarbeit erreicht worden.

Initiativen der Zuwandererparteien (mit energischer Unterstützung von „B’90/Die Grünen“) folgend, sahen und sehen alle einschlägigen Staatsverträge die Weiterzahlung von Hartz IV und ähnliche Transferleistungen seitens der BRD an Bewohner der Autonomiegebiete vor.

Das Bundesland Bayern hatte sich, als der Einbahnstraßencharakter dieser Entwicklung klar wurde, aus dem deutschen Staatsverband gelöst und als autonome konstitutionelle Monarchie unter einem Spross des Hauses Wittelsbach konstituiert (Staats-Motto: „Mit uns macht’s dös fei net“).

Kritische Augenblicke

Das Gefährt der Kanzlerin nimmt – tägliche Routine – unterwegs den im Regen an einer Straßenecke wartenden Finanzminister Dr. Hiob Leertasch und einige Straßen weiter den Innenminister Wassolls den Noch auf (Kostenminimierung). Nach etwa 100 m ist die Straße durch zwei ausgebrannte Autowracks verengt und hier wird der Weg durch eine, plötzlich aus dem Nichts auftauchende Gruppe versperrt. Die Männer tragen Kaffiyehs und eine Mischung aus Militär- und Alltagskleidung. Alle sind mit Maschinenpistolen oder Sturmgewehren bewaffnet; in den dunklen Fensterhöhlen leer stehender Gebäude rechts und links erkennt man weitere bewaffnete Gestalten. Militärische Ausrüstung aller Art, bis hin zu Panzerfahrzeugen, ist nach der Auflösung der Bundeswehr (welche angesichts der bereits erwähnten, ausufernden Doppelbelastung der Bundesfinanzen unvermeidlich wurde) sowohl legitim als auch auf illegalem Wege reichlich zu haben. Das Tragen von Waffen außerhalb der Autonomiegebiete ist, gemäß der einschlägigen Abkommen eigentlich untersagt, aber Hinweise auf diese Bestimmung veranlassen einen Bewohner dieser Gebiete inzwischen nicht einmal mehr zum müden Heben eines Mittelfingers.

Der Anführer der Gruppe äußert einige scharf abgehackte Sätze, worauf einer der „Kanzler-Motoristen“ nach vorne eilt, und in devoter Haltung die Quittung über die fristgerechte Zahlung der laufenden Schutz- und Durchgangsgeldrate präsentiert. Auf ein kurzes Grunzen des Anführers hin verschwindet die Gruppe mit der Schnelligkeit ihres Erscheinens, ohne, wie dies gelegentlich der Fall ist, lustigen Schabernack (wie z. B. nackt ausziehen, farbige Halbmonde auf die Kehrseite sprühen und so verschönert weiterziehen lassen) mit den Parlamentariern angestellt zu haben – das Wetter ist dem großstädtischen Fedayeenverschnitt heute wohl zu kalt und nass.

Das „Kanzlerinmobil“ biegt jetzt in die Straße „Unter den Linden“ ein und fährt dort durch ein Spalier von Behelfsbehausungen aus Wellblech, Pressspanplatten, Zeltplanen und ähnlichen Materialien. Hier wohnen Bürger, welche (als Folge der zur Finanzierung der bereits eingangs erwähnten Doppelbelastung des Staates notwendig gewordenen Turbo-Besteuerung) ihre Ersparnisse und ihre Wohnungen verloren haben. Auf dem Dach des Brandenburger Tors steht nur noch der Streitwagen – der Koran verbietet die Darstellung von Lebewesen (ausgenommen Pflanzen sowie– dies ist eine Vermutung – Mikroben).

Parlamentarische Routine (business as usual)

Der deutsche Bundestag versammelt sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Reichstagsgebäude: Dieses wurde, auf dem Weg über ein Volksbegehren, requiriert und in die „Recep Tayyip-Moschee“ umgewandelt. Die deutsche Volksvertretung tagt jetzt auf dem vormaligen „Platz der Republik“ welcher an zwei Wochentagen auch als Viehmarktgelände genutzt wird. Das jetzige Heim der Parlamentarier ist das ehemalige Zelt eines Wanderzirkus; angesichts der reduzierten Zahl der Abgeordneten aus den noch unter der Kontrolle des deutschen Staates stehenden Teilen der Republik, ist der Platz jedoch ausreichend. Auf dem sägespan-bestreuten Boden der Manege, wo einst Clowns, dressierte Affen und abgerichtete Kamele ihre Künste zeigten (keine Absicht eines anzüglichen Kommentars), spielt sich jetzt das parlamentarische Leben der BRD ab.

Beim Eintritt der Kanzlerin und ihrer Minister in den Sitz der Volks-Souveränität entspinnt sich folgender Dialog:

Kanzlerin (zum Finanzminister): Was liegt heute eigentlich an, Herr Kollege?

Finanzminister: Im Prinzip Routine, Frau Kanzlerin. aber wir haben heute so eine Art Jubiläum oder Meilenstein: Die Tagesordnung sieht die Abstimmung über die fünftausendste Erweiterung des „Finanzschirms zur Griechenlandrettung“ vor.


Quelle und Kommentare hier:
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