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Es geht nicht nur um den Euro, es geht auch um Krieg!

von Christoph Hörstel

In Griechenland wird es jetzt wohl doch noch weitere soziale Einschnitte geben – und Tsipras darf nunmehr sogar die Unterstützung der Opposition dafür annehmen. Vor zehn Tagen schrieb der gleiche Spiegel darüber noch, dann müsse Tsipras gehen.  Die genaue Liste dessen, was Tsipras tun will, wird heute in Brüssel erwartet, sie muss spätestens morgen früh 8:30 ihr vorliegen. Tsipras hatte beim ESM einen Drei-Jahres-Plan beantragt, allen ist klar, ohne Schuldenschnitte wird es nicht gehen.

Die Vorstellungen, um wie viele Milliarden es dabei gehen soll, schwanken: Spiegel sagt 50%, das ist (zu) niedrig, DWN geht von 70 aus – und mittelfristig von 410! Sonntag ist Beratung. Bei Ablehnung ist Griechenland Montag pleite, der Grexit vermutlich unausweichlich – und der Euro dann ebenfalls kurzfristig erledigt, heißt: binnen höchstens zwei Jahren – vielleicht aber auch schon im Herbst, das ist die Unsicherheit, die jetzt ständig mitreist. Und genau diese Gefahr ist es, die Washington auf den Plan ruft.

Merkel steht unter Beschuss, weil sie, wie das bei längerer Amtsdauer in unserer Kolonie ständig passiert, müde wird, ständig gegen unsere Interessen zu regieren. Vergessen ist, dass sie selbst mit geholfen hat, stärker gegen unsere Interessen zu verstoßen – um Washingtons Zustimmung zu ihrer Amtsübernahme in Berlin zu erhalten – von „Machtübernahme“ kann ja keine rede sein… Nachfolgerin v. d. Leyen soll konfliktbereiter gegen Russland handeln – und die Finanzmafia besser bedienen. Das ist jetzt Washingtons „Anforderungshöhe“. Zu Merkels Oppositionszeiten war es der Irak-Krieg – und jeder folgende Kriegsherd – und Merkel hat bisher wie vereinbart ALLES mitgemacht.

Unterdessen gibt es Details über die Devisenzwangsbewirtschaftung, die endlich eingeführt wurde, um zu verhindern, dass die Bessergestellten einfach alles mitnehmen und verschwinden. Zig-Milliarden sind ohnehin bereits auf diese Weise der griechischen Volkswirtschaft verloren gegangen, Symptom grundsätzlich verfehlter Politik.

Zwei Themen beherrschen das untergehende Washingtoner Imperium: die eigene strukturelle Pleite vermeiden und die globale Machtposition zu retten. Diese Themen sind untrennbar verknüpft. Selbst wenn wir Europäer für den Euro finanziell bluten, bis wir alles verlieren, benötigt Washington TROTZDEM ZUSÄTZLICH die Kontrolle über Russlands Ressourcen. Europa kann sich nicht mehr freikaufen, wie in der Vergangenheit. Und deswegen ist es jetzt allerhöchste Zeit, den ganzen faulen Zauber zu beenden, bevor er uns restlos auffrisst.


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