Europa – das neuzeitliche Babylon?

von Marcello Dallapiccola

Wenn man sich eingehender mit der Metaphysik der Vorgänge beschäftigt, die unser modernes Leben zusehends auf den Kopf stellen, kommt man über kurz oder lang nicht an der Bibel vorbei. Apokalyptische Visionen haben die Menschen sowieso zu aller Zeit angezogen, kirchliche und politische Würdenträger protzen ständig mit allerlei fragwürdiger Symbolik. Angesichts der sich anbahnenden Katastrophen werden vermehrt biblische Vergleiche herangezogen.

Nein, das wird jetzt keine Geschichte über Sodom und Gomorrha, auch wenn sich das vielleicht ob des Zustandes unserer Gesellschaft angeboten hätte. Verbrechen und Lüge, Korruption und Verderbtheit allenthalben; angesichts dessen genügt überzeugten Atheisten dieses eine Argument allemal zur Bestätigung ihrer Überzeugung: Gäbe es einen Gott, wäre er schon lange aufgetaucht, um diesem unwürdigen Treiben mit einem gewaltigen Arschtritt ein Ende zu bereiten.

Nein, der erbarmungswürdige Zustand der modernen EU erinnert eher an das altertümliche Babylon. Babylon musste dereinst fallen, weil seine Bewohner sich anmaßten, Gott gleich sein zu wollen. Aus allen Ländern kamen sie in Scharen daher in die prosperierende Stadt; in ihrer Arroganz wollten sie einen Turm errichten, der bis zum Himmel reichte; da stieg der Herr hernieder und verwirrte ihre Zungen, so dass keiner mehr die Sprache des anderen verstehen konnte.

Und nix war’s mit dem Turm; wenn keiner mehr den anderen versteht, tut man sich eben schwer damit, eine Zivilisation aufrecht zu erhalten.

Heutzutage tut der Herr sich jedoch leichter. Er muss nicht mehr höchstselbst herniederfahren um die Zungen zu verwirren; Merkels Flüchtlingspolitik und die Willkommenskultur besorgen das für ihn. Jeder, der in letzter Zeit mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhr weiß genau, was gemeint ist: Man hört jede Menge fremder „Zungen“ und kann in dem ganzen Sprachgewirr nur noch spärlich das eigene Idiom ausmachen. Darunter leidet eine Gesellschaft nachhaltig; der einst vertraute, öffentliche Raum verändert sich in kürzester Zeit dramatisch und wird mehr und mehr zum Angstraum.

Nun wollte Europa – oder besser die EU – keinen Turm erbauen. Sie wollten aber – und das wurde dem Stimmvieh auch ununterbrochen in den schillerndsten Farben versprochen – quasi eine neue Supermacht erschaffen. Ein europäisches Großreich, wenn sich die Hohepriester des EUrodiotismus auch lieber die Zunge abbeißen würden, als dieses Wort zu benutzen, ein kapitalistisches Shangri-La, das auf Kosten der dritten Welt lebt und gesellschaftliche Transformations-Experimente durchführt. Man maßt sich wieder einmal an, der Schöpfung ins Werk zu pfuschen und geht dabei in seiner Dekadenz auch noch das Wagnis ein, Samariter für die ganze Welt spielen zu wollen.

Jetzt sind sie da, die „Scharen aus fernen Ländern“ und man beginnt, das Phänomen der „verwirrten Zungen“ zu verstehen. Und wie ihr antikes Vorbild Babylon wird auch die Hure Europa dem Untergang geweiht sein – denn wo zuviele unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen, entsteht nun einmal kein bunter Multikulti-Kindergeburtstag, sondern Chaos.

Hat die Bibel also doch recht? Selbstverständlich; aber nicht, weil sie etwa das Wort Gottes wäre (Ich bitte Sie!). Vielmehr weil sie eine Sammlung von Geschichten ist, in der archetypische Verhaltensweisen mit eindrucksvollen Gleichnissen exakt auf den Punkt genagelt werden.


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