Feuer, Presse und Desinformation

von Hadmut Danisch

Wir werden gerade von einer Walze der Desinformation überrollt. Wird gerade der „Reichstagsbrand 2.0” versucht?

Ich hatte gestern nachmittag schon angefangen, etwas zum Thema Brandstiftung in Flüchtlingsheimen zu schreiben, aber irgendwie fehlte mir noch ein Aufhänger. Und bin dann erst mal zur Langen Nacht der Museen gegangen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Aufhänger noch während der Nacht reinkommt.

Ein Kommentator wies mich nämlich auf etwas im Zusammenhang mit der brennenden Turnhalle in Berlin hin, die neben einer Flüchtlingsunterkunft gebrannt hat. Nicht nur, dass sich da schon ganz viele so sicher waren, dass das rechtsterroristisch war, sondern ausgerechnet Christopher Lauer, der jetzt über den Springer Verlag seinen Lohn – wofür auch immer – bekommt und gleichzeitig noch Abgeordneter ist, schreibt auf einer Webseite der Piratenpartei-Fraktion:

26.08.15

Zum Feuer in der Turnhalle an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik erklärt Christopher Lauer, innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Für mich lassen die Ereignisse der vergangenen Tage nur den Schluss zu, dass es sich bei dem Feuer um einen Brandanschlag handelt.

Es ist bestürzend, beschämend und entsetzlich, dass die Halle in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft am helllichten Tag angezündet wurde.

Die Piratenfraktion verurteilt diesen rechtsterroristischen Akt aufs Schärfste.

Ich fordere Frank Henkel dazu auf, mit der vollen Härte des Gesetzes gegen all jene vorzugehen, die an Unterstützung, Planung und Durchführung dieser Tat beteiligt waren. Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen machen klar, dass diese Terroristen vor nichts zurückschrecken.

Ich erwarte weiterhin, dass die Berliner Polizei in Zukunft deutliche Präsenz in der rechten Szene Berlins zeigt und Nazistrukturen endlich konsequent bekämpft. Außerdem müssen Flüchtlingseinrichtungen umfassend geschützt werden. Wer in Zweifel zieht, dass es sich bei diesem Brandanschlag um einen rechten Terrorakt handelt, hat aus dem Nationalsozialistischen Untergrund nichts gelernt. Eine Haupterkenntnis des NSU-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag war:

Rechter Terror braucht keine Bekennerschreiben, die Tat spricht für sich.“

Sowas ist „Leiter der Strategischen Innovation” bei Springer. Da weiß man, wo deren Reise hingeht.

Dumm daran ist natürlich (danke an den Leser für den Hinweis), dass inzwischen rauskam, dass die Halle – in der sowieso gerade Umbauarbeiten stattfanden und dann genug andere Ursachen für Brände möglich sind – von kokelnden Achtjährigen angezündet wurde (SPIEGEL, Morgenpost).

Ist jetzt aber nicht so, dass es da irgendwer aus Politik oder Beschuldigungspresse irgendwie eilig hätte, da was zu korrigieren. Kam jetzt nicht in den Fernsehnachrichten oder so.

Könnt Ihr Euch noch an den Fall vor ein paar Monaten erinnern, als da irgendwo in der Nähe einer Pegida-Demo ein Asylbewerber erstochen wurde?

Da waren sich auch alle sofort sicher, dass es Rechtsradikale waren, jetzt morden die schon auf offener Straße, und hinterher stellte sich heraus, dass es Streitigkeiten innerhalb der Asylbewerber waren.

Worüber ich nämlich ursprünglich schreiben wollte und wozu mir gestern noch der Aufhänger fehlte: Ich habe da beim Googlen eine Aufstellung gefunden, wonach es zwar durchaus fremdenfeindliche Brandanschläge gibt, aber die weit überwiegende Mehrzahl von Asylbewerberunterkünften aus ganz anderen Gründen brennt: Unachtsamkeit, defekte Geräte, zündelnde Kinder, Brandstiftung von innen.

Asylbewerber in einer Turnhalle im sächsischen Schneeberg Foto: picture alliance/dpa
Asylbewerber in einer Turnhalle im sächsischen Schneeberg Foto: picture alliance/dpa

Und wenn man mal auf die Bilder aus Flüchtlingsunterkünften und -camps achtet, wundert mich das eigentlich, dass es da nicht noch öfter brennt, wenn da die Gaskocher direkt zwischen den Klamotten liegen oder an einer einzigen Steckdose zehn gammelige Mehrfachsteckdosen mit 50 Handys an notdürftig zusammenklebten Ladegeräten hängen.

Die ganze Zeit wird uns eingetrichtert, dass da jeden Tag ein Flüchtlingsheim nach rechtsradikalen Anschlägen brennt, aber tatsächlich haben die Brände meistens ganz andere Ursachen. Da wird also systematisch Desinformation betrieben. Um ein linkes Propagandaschlachtwort zu benutzen: Man könnte es auch Hetze nennen. Hate Speech.

Wird da ein Reichtstagsbrand von links inszeniert?

Ich habe ja schon öfters beschrieben, dass mir bei den Linken immer wieder auffällt, wie detailliert sie die Nazis analysiert haben – um dann deren Methoden exakt zu übernehmen. Das ideologische Ziel unterscheidet sich geringfügig, aber Methode und Strategie sind fast gleich. Die Nazis wollten einen homogenen Genpool schaffen, die Linken eine homogene Menschenmasse mit Einheitsmeinung. Der Rest ist gleich.

Umso uriger ist es, dass sie auf den CDU-Politiker Jens Spahn losgegangen sind, weil der Antifa mit der NPD verglich. Dabei muss man nur mal die Gesten vergleichen. Guckt Euch mal in diesem Artikel das Bild an, auf dem ein Antifa-Pöbler gerade den sächsischen Innenminister Ulbig vertreibt. Mit dem Stinkefinger.

Wer den Arm so hebt wie dieser Antifa-Pöbler, der würde sonst sofort des Hitlergrußes gezichtigt. Bei der Antifa etabliert sich gerade so etwas wie ein Hitler-Gruß, nur eben mit dem Stinkefinger, statt der flachen Hand. Kommt nicht von ungefähr.

Was mir dabei besonders auffällt ist die – aus dem Amerikanischen übernommene – Doppelzüngigkeit, dieses ständige Messen mit zweierlei Maß.

Uns wird da nun eingetrichtert, dass Rechte Brandanschläge verüben. Wenn’s brennt, waren es Rechte.

220px-Burned_Car_Berlin_-_HDRVöllig unter den Tisch fallen lässt man dabei, dass es allein in Berlin in den letzten Jahren rund 2000 (Zweitausend) Brandanschläge auf Autos gab. Man versucht zwar, die Zahl der politisch motivierten möglichst niedrig anzugeben, aber es steht außer Frage, dass die Anschläge aus dem linken Spektrum kommen, und dass auch sie Menschenleben gefährden, denn ein brennendes Auto in der Innenstadt kann sich immer ausbreiten.

Und was man auch feststellen muss, ist, dass linksradikale Brandanschläge auf Fahrzeuge fremdenfeindlich sind. Denn sie richten sich unter dem Moral-Rechtfertigungs-Schlagwort der „Gentrifizierung” gegen Fremde, gegen Zugezogene, gegen Leute mit anderem Lebensstil, anderen Lebensgewohnheiten und anderer Sprache, die sie nicht verstehen, und sie basieren auf der Angst, dass die Fremden den Anwohnern Jobs und Wohnungen wegnehmen.

KAS-Radikalismus_und_Zerstörungswut-Bild-38851-2Linke Brandanschläge haben dasselbe Motiv wie rechte: Fremdenhass, Angst, verdrängt zu werden. Nur dass die angefeindeten Fremden dabei eben nicht aus Afrika und Syrien kommen, sondern aus Bayern und Baden-Württemberg.

Dazu kommen noch etliche Brandanschläge auf die Berliner Infrastruktur. Neulich erst sind wieder S-Bahn-Linien mehrtätig ausgefallen, weil man in einem Schaltwerk Feuer gelegt hat. Mit linkem Bekennerschreiben.

Ähnlich geht es nun bei der Gewalt. Die Polizei sagt, dass sich die Rechten bisher immer als „Saubermänner” darstellen wollten und bei ihren Demonstrationen betont korrekt auftraten.

Nun aber hätten die Rechten erstmals Steine und Böller auf die Polizei geworfen und sofort läuft die Medienmaschine an, die die Gewalt gegen Polizei anprangert.

Wenn ich dieses Gewaltvideo sehe, dann fallen mir dazu zwei Punkte ein:

  1. Inakzeptabel, Gewalt gegen Menschen geht gar nicht.
  2. Da geht’s fast so zu wie in Berlin an jedem 1. Mai, wenn die Linken mal wieder Stadtteile plattmachen, oder ansatzweise wie an Silvester in Neukölln. Nur mit dem Unterschied, dass die Presse da kaum Aufhebens macht und niemals fordert, Linke zu verbieten oder sowas.

Sonst werden bei jeder Gelegenheit – war da nicht neulich in Frankfurt bei der EZB-Eröffnung sowas ? – Polizisten mit Steinen, Säure, Böllern, Molotow-Cocktails beworben, und die Presse schreibt dann so wie „Diese Schelme…”. Nie werden da irgendwo die linken Hintermänner oder gar SPD, Grüne und Linke als Drahtzieher kritisiert. Ist halt Mainstream und political correctness.

Aber wehe, ein Rechter wirft mal einen Stein. Da werden sofort andere Maßstäbe angelegt. Gewalt gegen Polizei ist nur dann schlecht, wenn sie von rechts kommt.


Quelle und Kommentare hier:
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