Fremde Geheimdienste in Deutschland – Wer und was steht dahinter?

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Anschläge, Attentate, Spionage. In Berlin rast ein LKW auf einen Weihnachtsmarkt, in Ankara wird der russische Botschafter erschossen und Putin soll die US-amerikanischen Wahlen beeinflusst haben. Jetzt wurde in Hamburg ein türkischer Agent festgenommen, der Anschläge geplant haben soll. Wie arbeiten fremde Geheimdienste in Deutschland?

Anschläge, Attentate, Spionage. In Berlin rast ein LKW auf einen Weihnachtsmarkt, in Ankara wird der russische Botschafter erschossen und Putin soll die US-amerikanischen Wahlen beeinflusst haben.

Vor wenigen Tagen wurde ein türkischer Agent in Hamburg festgenommen, der Anschläge in Deutschland und Europa geplant haben soll. Der Mann soll sich Informationen über Aufenthaltsorte, Kontaktpersonen und politische Tätigkeiten von in Deutschland lebenden Kurden sowie über kurdische Einrichtungen hierzulande verschafft haben.

Alle Vorfälle haben offenbar nichts miteinander zu tun. Aber sie sind ein deutliches Zeichen dafür, dass der Terror nun tatsächlich auch in Deutschland angekommen ist.

Doch sind es nicht nur Attentate und Anschläge, die ein Land und seine Strukturen schwächen kann, auch Spionage steht auf der Tagesordnung.

Deutschland als prioritäres Spionageziel

Wie „Focus“ schreibt, ist auch Deutschland ein prioritäres Spionageziel. Laut Verfassungsschutz spionierten hier hauptsächlich Russland, China und der Iran, aber auch westliche Staaten spielten für die Spionageabwehr eine zunehmende Rolle.

Und auch die Türkei sei vorn mit dabei. Von rund 800 in Westeuropa aktiven Mitarbeitern des türkischen Geheimdienstes sollen rund 300 in Deutschland wirken. Ihnen gehe es hauptsächlich um die Bekämpfung der kurdischen Opposition sowie Informationen darüber, wie Deutschland zu EU-Beitrittsverhandlungen stehe, so Focus.

Die Russen seien daran interessiert, wie sich die Bundesregierung bei Konflikten mit der Ukraine positioniere, Iran verschaffe sich Informationen über die deutsche Sicherheitspolitik, Bekämpfung Oppositioneller und die illegale Beschaffung von Massenvernichtungswaffen und Technologien.

Auch China spioniere in Deutschland technologisches Wissen aus und überwache Oppositionsgruppen der Kommunistischen Partei Chinas.

Die USA bewache Politiker und Behörden, Syrien die Aufklärungsbemühungen im Flüchtlingsumfeld und die Briten die Europapolitik aus Bonn und Berlin.

Vielfältige Methoden

Die Methoden dabei seien vielfältig, wobei elektronische Angriffe wohl an erster Stelle stehen. „Durch das Internet kann ein Angriff prinzipiell weltweit gestartet werden, unter Umständen sogar unentdeckt. Durch das Platzieren von Schadsoftware können sogar Einrichtungen sabotiert werden“, so Focus weiter.

Aber auch menschliche Quellen würden eingesetzt werden. Nachrichtendienste würden oft von Botschaften, Konsulaten oder halbstaatlichen Unternehmen, wie Fluggesellschaften aus operieren. Diplomaten sind vor staatlicher Verfolgung geschützt. Klassische Agententricks wie Scheinidentitäten, Manipulation und Erpressung Dritter würden ebenfalls eingesetzt. Ziel seien hier vor allem Menschen mit speziellem Wissen, wie Wissenschaftler oder Bundeswehrangehörige.

Besonders geeignet für die Spionage mit technischen Mitteln sei das Botschaftsgelände, da es als extraterritoriales Gebiet gilt.

„Funk, WLAN, Bluetooth – derartige Verbindungen können so abgehört werden, wenn sie nicht geschützt sind. Aber auch manipulierte Speichersticks oder die klassische Wanze kommen zum Einsatz“, schreibt das Magazin.

Laut Focus können durch Spionage Vorteile bei diplomatischen Verhandlungen oder strategischen Entscheidungen herbeigeführt werden. Sie kann aber ebenso auch wirtschaftlichen Schaden verursachen. Experten würden pro Jahr mit einem Schaden von mehreren Milliarden Euro durch elektronische Angriffe rechnen.


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