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Geopolitik – An alle geistigen Brandstifter: Das ist nicht das Deutschland von 1933

von staseve

Angesichts der Pegida-Bewegung und des Aufkommens rechtsnationaler Parteien ziehen Vertreter von ausländische private Geheimdienste und US-Think Tanks direkte Vergleiche zwischen dem heutigen Deutschland und dem Deutschland der 1930er Jahre – und zwar wortwörtlich.

Unklar bleibt, ob hinter diesen Äußerungen nicht nur eine Analyse, sondern ein Wunsch steckt, um Deutschland in eine neue Katastrophe zu stürzen. Diesen Leuten sei gesagt:

Das ist nicht das Deutschland der 1930er Jahre und alle, die in Deutschland leben, sind wichtige Bestandteile der Gesellschaft.

Am Wochenende berichteten die Medien von einem Ruck nach rechts innerhalb der AfD. Das Phänomen Pegida ist allgegenwärtig und rechtsnationale Gedanken werden spätestens seit der Sarrazin-Debatte öffentlich und schamlos artikuliert. Im Ausland werden Stimmen lauter, die sich an das Deutschland der 1930er Jahre erinnern.

Der Chef des privaten US-Geheimdiensts Stratfor, George Friedman, sagte auf einer Veranstaltung am Chicago Council on Global Affairs im Zusammenhang mit den politischen Auswirkungen der Euro-Krise, dass sich Europa an einem „gefährlichen Punkt“ befindet.

„Es erinnert alles an die 1930er Jahre und Deutschland, als ein kleiner Mann mit einem Schnurbart erschien (…) Wieder einmal ist Deutschland Europas grundlegende Schwachstelle (…) Ein Land, welches wirtschaftlich stark, aber geopolitisch instabil ist.“

Der Mann hat ein düsteres Bild von Europa. Er spricht nicht nur darüber, dass es zwangsläufig zur Kollision zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund kommen wird, sondern auch darüber, dass die europäischen Völker nicht die Fähigkeit besäßen, miteinander zu leben. Friedman geht also von einer doppelten Atomisierung aus.

Friedman führt in einem Artikel an, dass die Europäer die Muslime niemals als gleichwertige Bürger akzeptieren werden, weil diese Wahrnehmung historisch gewachsen sei. Das sei ein gut verstecktes Geheimnis der Europäer, der mittlerweile offen artikuliert wird. Europa befinde sich in einer Situation des Selbstbetrugs. Die Muslime hingegen befänden sich in einer Zwickmühle. In diesem gesamten Zusammenhang könne das Ergebnis nur „Ghettoisierung“ mit anschließender „Deportation“ der Muslime bedeuten.

Die Europäer würden dieses Wort nur ungern hören, doch sie seien allemal fähig Deportationen durchzuführen.

„Europa hat den Anschein einer prächtigen Zivilisation und die Realität der Barbarei“, sagte Friedman in einem Interview mit der World News Group.

Diese Art von Ansichten haben einen doppelten Effekt. Während Ängste innerhalb der muslimischen Gemeinschaften vorsätzlich geschürt werden, führen islamistische Attentate und Nachrichten über die islamistische Bedrohung zu Ängsten innerhalb der Mehrheitsbevölkerung.

Ausgehend von diesem Szenario muss die Frage gestellt werden, wem Bewegungen wie Pegida oder die Salafisten wirklich dienen. Schlussendlich führt das Handeln dieser Gruppen dazu, dass wir uns dem Szenario Friedmans Stück für Stück nähern. Bemerkenswert ist, dass dieser private Geheimdienst behauptet, die Muslime in den USA seien sehr gut integriert und ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Auf die Unruhen von Ferguson oder die Attentate gegen Kirchen von Afro-Amerikanern geht Stratfor übrigens nicht ein. Es wird so getan, als ob es diese Ereignisse niemals gegeben hätte.

Dass die Stratfor-Analysten weder christliche noch muslimische Europäer besonders mögen, geht aus Wikileaks-Dokumenten hervor. Dort spricht der Sicherheits-Chef und Analyst von Stratfor, Fred Burton, von „Kameltreibern“ oder „schäbigen Turbanträgern“.

Über die Deutschen sagt Stratfor-Analyst Philip Andrews, dass es diesen – wie ihren Vorfahren im Zweiten Weltkrieg – an der nötigen Intelligenz mangeln würde, um mit Geheimdienstinformationen umzugehen oder Informationen zu manipulieren. Die Russen hingegen seien weitaus intelligenter. Die Deutschen seien zudem desinteressiert an ausländischen Staaten und Kulturen. Aus diesen Gründen hätten die Russen den Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland gewonnen. Andrews meint, dass die Deutschen schlichtweg dämlich seien.

Und diese Art von Menschen entwirft Szenarien über die Zukunft Deutschlands. Es sind jene Stimmen, die ihre Ableger in der deutschen Öffentlichkeit haben. Jene, die dafür sorgen, dass sich die Menschen voreinander ängstigen. Spalten statt versöhnen, aber niemals in der eigenen Heimat, sondern immer jenseits des Atlantiks und Pazifiks.

Doch das heutige Deutschland ist nicht das Land der 1930er Jahre.

Wir  – unabhängig von der Ethnie, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder der Religion – sind ein Volk!

Kapiert es endlich!


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