„German Thinktanks“

von Alexander Berg

Die Tage ging mir die Frage durch den Kopf, ob es denn „Thinktanks“ gibt, die sich mit Lösungsmodellen beschäftigen.

Ausgehend davon, dass der Mensch mit seiner ankonditionierten, gesellschaftlich tolerierten Unvernunft für das ganze Brimborium verantwortlich ist, liegt mein Fokus auf den beiden ineinander verwobenen, offenen Teilsystemlösungsmodellen „Gesellschaft und Ökonomie“.

Beide Themen reiße ich in diesem Beitrag nur in Ausschnitten an. Die Darlegung von Detailzusammenhängen und Auswirkungen, machen nur im direkten Gespräch Sinn, da das Gesamtbild weitaus größer ist.

Da ist zum einen die Gesellschaft mit ihren Konditionierungen, Konventionen, Denk- und Verhaltensmustern („Ich“-Programmierungen).

Daraus erzeugt sich „das System“ und seine Methoden und Werkzeuge der Fremdbestimmung: Belohnung und Bestrafung, Rechts- und Geldsystem, Politik &c. und die sich daraus ergebende einzige Organisationsform aus „Vorgesetzen und Betreuten“: die Hierarchie.

Die ursächlichen – nennen wir sie zunächst mal „Fehlentwicklungen“, beruhen auf der künstlichen Verlängerung und somit Beibehaltung der anfänglich noch natürlichen Unvernunft (geistiger und eigenmaterieller Bedarf) des neugeborenen Menschen, durch die Implementierung der Bedingung: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt.“

Fortan sind nicht nur der opportunen Willkür Tür und Tor geöffnet.

Durch die implementierte Bedingung und damit einhergehende Fremdbestimmung, kann sich der Mensch in seinen natürlichen Wesenszügen: in der Vernunft und in seinem Gewissen kaum entfalten, was man an seinem damit verbundenen Handeln erkennt, denn andere bestimmen, was für ihn „gut und richtig“ sein soll.

Die so unvernünftig Verbliebenen müssen betreut werden und wer sich nicht mehr betreuen lassen will, den muss man einfach daran „erinnern“, oder?

Um den Zustand der Betreuung weiterzuführen, wird seitens des Betreuers nicht selten versucht, den Erkenntnisprozess des Individuums (unbewusst) verhindern zu wollen.

Dazu bedient er sich der Mittel „Belohnung“ (für höriges Verhalten gegenüber der Autorität, ihren Vertretern und den Regelwerken) und „Bestrafung“ (bei Infragestellung der Autorität, ihren Vertretern und Regelwerken.) sowie reichlich Falschinformationen, um den geistigen Zustand seiner Untergebenen fortführen zu wollen.

Ich drücke es an dieser Stelle absichtlich klassisch aus. (Dass dies alles so ist, hat nämlich auch seine übergeordnete Berechtigung… über die gewohnte Denke, andere wären die bösen Herrscher und wollten uns nur versklaven hinaus!)

Ein Mittel ist es, den sich natürlich entwickelnden Menschen für seine eigenständige Entwicklung und Erkenntnisse zu bestrafen, er soll weiter „funktionieren“, damit das „System“ funktioniert.

Das Gestern wird dadurch zum einzigen Fluchtpunkt – eine rückwärts gewandte Lebensweise, das eigentliche „ewig Gestrige“. Die Politik verkauft nur deshalb das Gestrige, weil seine Wähler das Gestrige wollen – da gibt es aktuell keine farblichen Ausnahmen.

Diese Bestrafung geschieht für gewöhnlich in jungen Jahren und sorgt dafür, dass der sich entwickelnde Mensch nicht selten recht schwer mit der Entwicklung tut und sich zur Vermeidung von Bestrafung „der herrschenden Meinung“ anpasst. Gewalt in der Familie und darüber hinaus, ist dabei nicht selten.

Der gesellschaftliche, degenerative Prozess hinsichtlich der geistigen Entwicklung und damit einhergehend strukturellen Verfall, wird über zwei zeitlich versetzte, jedoch in den implementierten Konditionierungen zusammenwirkenden Bedingungen erzeugt:

„Wir wollen, dass ihr es mal besser habt, als wir…wenn Ihr so seid, wie uns das gefällt.“

Was den Einzelnen betrifft, so wächst er „für gewöhnlich“ in einer Betreuung mit eingebautem Entsprechungsverhalten auf, was er durch sein Verhalten: „Willst du nicht mein Bruder sein…“, später bei anderen zum Ausdruck bringt.

Die über Generationen immer wieder implementierte Bedingung, sorgt für Fremdbestimmung und Schaffung einer vordringlichen Außenorientierung und abrufbare Obrigkeitshörigkeit (Den Frauen sei dringend ans Herz gelegt, diesen Mechanismus zu durchbrechen, da sie für gewöhlich den ersten Kontakt haben. Das ist auch der Sinn, der hinter der „unbefleckten Empfängnis“ steckt.).

Alles andere wird bestraft, ausgegrenzt und verurteilt. Dies geschieht dann, wenn die Konventionen hinterfragt werden. Und Anlass gibt es ja mittlerweile genug, doch wird noch zuviel im Alten herumgestochert, gejammert und eine Unsäglichkeit nach der anderen klagevoll aufgezählt.

Auch reicht es bei weitem nicht aus, immer nur die Unsäglichkeiten aufzuzeigen, die sich „irgendwo“ ändern „müssten“.

Wobei „irgendwo“ oder „woanders“ sichere Zeichen für die Verdrängung (Problemverschiebung, Schuldzuweisung, Feindbildprojektion, Kampf, Widerstand) sind, die sich aus der einstigen Bestrafung fürs „Denken“ ergeben hat.

Dadurch wurde die Abtrennung des „Ichs“ (als Programmbehälter) vom natürlichen Lebens- und Lernprozess bewerkstelligt, die Grundlage für Abgrenzungsverhalten.

Kommen konventionell konditionierte Menschen zusammen, so bildet sich anhand ihrer Denk- und Verhaltensmuster der Gruppenzwang in Form eines Meta-Ichs – wie im Kleinen, so im Großen und hört in der Regel beim „Staatsgebilde“ auf.

Und wenn man sich die Staaten anschaut, hängen sie mit ihren Teilnehmern wie Saugglocken an diesem Planeten, mit Verweis auf die Georgia Guidestones.

Grenzen sind dabei vom „Ich“ geschaffene, fiktive Werke der Abtrennung, um sich gegen Veränderung zu „schützen“.

„Das System“ (Erzeuger sind die gewohnten „Ich-Programmierungen“) in seinen Mechanismen zu begreifen, ist ein wesentlicher Aspekt, um sowohl das Alte zu verstehen wie auch das Neue zu erkennen, denn sonst kann man sich den Versuch, etwas „Neues“ gestalten zu wollen, getrost ersparen.

Dieser Infragestellungsprozess geht über die übliche Schuldzuweisungen, Feindbildprojektionen und mögliche Schnellschussantworten (mit Hinblick auf „schnelle Lösungen“) hinaus, wie mir dies nicht allzu selten in den letzten Jahren begegnet und zum Scheitern verurteilt ist.

Denn durch die fortwährende Verdrängung und Abgrenzungsverhalten ergibt sich auch ein vollkommen verzerrtes Bild vom Problem-Lösungsprozess, der sich für gewöhnlich in Diskussionen, Schuldzuweisungen, Grabenkriegen, Machtkämpfen, Experimenten und Symptombekämpfungen erschöpft.

Innerhalb gewohnter Konditionierungen sind deshalb keine Lösungen möglich, die sich für gewöhnlich auch nur auf Systemwerkzeuge zu stützen pflegen. Diese Werkzeuge dienen jedoch nur zu ihrer eigenen Infragestellung und nicht ihrer Anwendung.

Ganzheitliche Neuorientierung ökonomischer Systeme
In 2012 saß ich im DPVM-Büro und dachte darüber nach, wie Schubäus’ Modell mit der Gesellschaft in Verbindung steht und so entstand das Thema „Gesellschaft und ihre Denk- und Verhaltensmuster“.

Die schrittweise Neuorientierung ökonomischer Systemstrukturen nach Schubäus’ Modell, beruht auf einem anderen Problem-Lösungsverständnis, weil es ein System (Unternehmen) als zusammenwirkendes Ganzes betrachtet und nicht gewohnt, als eine wilde Ansammlung einzelner Teile, die sich durch Abteilungen (Fürstentümer) zum Ausdruck bringt, wo Symptome nur „gut genug bekämpft“ werden müssen.

Das Modell beruht auf den Prinzipien der Natur, die auf Basis 40 Jahren Praxis und einer, über 20 Jahre andauernden wissenschaftlich-begrifflich ergänzenden Recherche. Die Begriffe aus der Wissenschaft machten es erst möglich, das Getane überhaupt beschreiben zu können und nicht wie gewohnt erst die Theorie, nach der anschließend erst gearbeitet wird. Denn Theorie ist nur Theorie. Praxis ist immer was anderes.

„Ein Unternehmen (System), ist ein offenes, dynamisch vernetztes Beziehungsmuster, wechselseitige Abhängigkeiten, kybernetische, symbiotische, synergetische und kausale Wirkmechanismen.“

Schrittweise neuorientierte Organisationen zeichnen sich sowohl durch Einfachheit, Hochwirksamkeit und nebenbei durch eine hierarchiefreie Struktur (fehlende Macht- und Führungsebenen) aus, da sie sich an den Prinzipien der Natur orientieren und sich durch Selbstregelmechanismen zum Ausdruck bringen.

Der konventionelle Denker, wird für gewöhnlich darin nur das „Übliche“ erblicken (können/wollen), was wiederum ein Hinweis ist, seine Art des Denkens zu überdenken – wobei wir wieder beim ersten Teil „Gesellschaft“ angekommen wären: Weg von der Inhaltsebene, hin zum Denken auf der Prozess-, Meta- und Prinzipebene.

Das Denken unter dem Fokus konventionell-traditioneller Denk- und Verhaltensmuster verhindert das Denken in dynamischen Zusammenhängen und Wechselwirkungen wie auch fachübergreifenden Betrachtungen. Die Ursache findet sich beim „Ich“, was sich gegen Veränderung zu schützen versucht, während der Mensch „denkt“, er sei das „Ich“.

Innerhalb der alten Ordnung (System, Matrix, erzeugt durch die „Ich-Programmierungen“) wurde dieses Denken nicht gelernt und gelehrt, und damit war die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Schubäus’ Modell und der Gesellschaft geboren.

Weitere Details im direkten Dialog.

P.S.  Das hört sich insgesamt doch ganz prima an: Grundlagen für die Neue Zeit, für eine Gesellschaft, die ihre eigenen Denk- und Verhaltensmuster erkennt und sich auf diese Weise aus dem „System“ selbst befreit, verbunden mit einer Wirtschaft, die sich aus dem Dunst der gesellschaftlich tolerierten Unvernunft heraus entfaltet und unter anderem mit Selbstregelmechanismen, statt Fremdregelmechanismen arbeitet – super kompakt ausgedrückt.

Musikalische Untermalung: „Building the Crate“, John Powell


Quelle und Kommentare hier:
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