Gesellschaft mit beschränkter Haftung

von Gerhard Bauer

 Schön wär´s.

Ersetzen wir Gesellschaft durch Volk, Volk durch Staatsvolk und beschränkt durch unbeschränkt. Dann kommen wir der Tatsache, dass wir und nur wir, das (jeweilige) Staatsvolk, letztendlich mit jedem Hosenknopf haftbar sind.

In einer Gesellschaft (im kaufmännischen Sinne) hat jeder Gesellschafter abhängig von seiner Beteiligung ein Stimmrecht, im Staat ist dies anders. Man sagt uns, jeder aber wirklich jeder (bis auf einige Ausnahmen) hat ein Stimmrecht und kann über Wohl und Wehe des Staates und damit in einem gewissen Maße über sein eigenes Schicksal mitentscheiden.

Das wäre so, würde der Staat nach kaufmännischen Grundsätzen geführt, das wird er aber nicht. Wir haben ein Stimmrecht, das ist richtig. Damit ist aber mit der Entscheidungsmöglichkeit und Möglichkeit der Einflußnahme auch schon Schluß.

Es können Personen gewählt werden, die durch diejenigen die die Entscheidungsmöglichkeit haben oder dazu ermächtigt wurden, ausgewählt werden. Dieser enge Personenkreis ist handverlesen und muss durch die Schule der Partei gehen, in der der zukünftige Entscheider seine Zuverlässigkeit unter Beweis stellen kann.

Zuverlässigkeit, Linientreue und schnelle Anpassungsfähigkeit sind gefragt. Skrupellosigkeit ist ebenfalls ein notwendiger Charakterzug, die Fähigkeit Menschen zu beeinflussen, an sich zu binden ist unabdingbar. Dies ist zudem ein Zeichen des Systems, dass es für beinahe jeden Typus einen Einflüsterer zur Verfügung stellt, der vorgibt die jeweiligen Interessen zu bedienen.

Dies ist der Gegensatz zur offenen Diktatur, in der jeweils nur eine bestimmte Interessengruppe bedient wird, die anderen haben sich ein- und unterzuordnen, dann geschieht ihnen i. d. R. auch nichts.

Am Prinzip, der Entscheidungsfindung und des Ausschlusses der Haftungsträger ändert sich jedoch nichts. Es sind also nur verschiedene Regierungsformen und je nach dem wie sich die Haftungsträger gebärden, kommt die eine oder andere zum Einsatz.

Also nichts mit freier Wahl, die Unfreiheit beginnt bereits bei der Auswahl der Alternativen.

Nun aber zur unbeschränkten Haftung. Die auf diese Weise gekürten Kanditaten werden gewählt und zählen nun zum erlauchten Kreis jener, die Entscheidungen treffen. In deren Fall gilt allerdings nicht die unbeschränkte, auch nicht die beschränkte Haftung, sondern die allumfassende Nichthaftung für Beschlüsse und Entscheidungen die unter ihrer Verantwortung und/oder Zustimmung gefasst werden.

Krieg oder Frieden, Freiheit oder Unfreiheit, Abgaben, Steuern, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, gesetzliche Vorgaben usw. usf.

Sie entscheiden, wir haben zu leisten, wir sind in der Bringschuld. Ob wir wollen oder nicht.

Im Falle eines Krieges haben wir mit der Zahlung des höchsten Preises zu rechnen, mit dem Verlust unseres Lebens oder uns nahestehenden Personen.

Unser Eigentum kann zerstört, enteignet oder unter fremde Verwaltung gestellt werden. Möglichkeiten der Einflussnahme gibt es nicht. Todes- und/oder lange Haftstrafen für einen selbst und Angehörige drohen jedem der sich gegen die Entscheidung der Entscheidungsträger stellt.

In einem aktuellen Fall wurden Menschen in einem Gebäude bombardiert, in dem sie als Geiseln zum Schutz der Täter missbraucht wurden. Sie wurden Opfer der eiskalten Kriegsstrategen und Kriegsverbrecher beider Seiten.

Militärischer Erfolg geht vor Schutz der Menschen, die ja angeblich vor den jeweils anderen geschützt werden sollen. Tötet was geschützt werden soll oder besser gesagt tötet was hinderlich ist.

In diesem Fall wurden Menschen in eine Gebäude getrieben und am Verlassen desselben gehindert. Das sei ein Verbrechen sagt man.

Richtig, aber ist es nicht ein viel größeres Verbrechen ein ganzes Staatsvolk in Geiselhaft zu nehmen?

Jeder einzelne Staatsbürger, bis auf wenige Ausnahmen, haftet für Entscheidungen jener die sich selbst gekürt haben. Jener die ihren Amtseid bereits bei der Vereidigung brechen, da sie nie und nimmer dem Wohle derer dienen wollen, für die sie angeben wirken zu wollen.

Der Bruch des Fahneneides, des Eides der Untertanen, wird im Ernstfall meist mit dem Tode bestraft, der Bruch des Amtseides hat keinerlei Konsequenzen. Deutlicher kann der Unterschied gar nicht aufgezeigt werden.

Dieser Zustand muss geändert werden. Um einen Zustand zu ändern, muss er erst einmal bewusst werden. Der einzelne muss sich im klaren sein, dass er bis zum letzten Hosenknopf. der vermeintlich sein Eigentum ist und auch mit seinem Leben haftet. Er haftet mit allem was er hat. Er ist in Geiselhaft, er ist bedingungslos unterworfen.

Alles worüber man sich im täglichen Umgang mit seinesgleichen aufregen würde, sich keinesfalls gefallen lassen würde, das alles lässt man sich von diesen aufgeblasenen Parteidemokratisten bieten und nimmt deren schönen Worte oft genug auch noch als unumstößliche Wahrheiten oder Offenbarungen an.

Die Gesellschaft der unbeschränkten Haftung muss in eine Gesellschaft der unbeschränkten Haftung der Verantwortlichen geändert werden. Diese müssen mit allem haften, diese müssen haftbar gemacht werden können und für Fehler und vorsätzliche Handlungen geradestehen.

Wer diese Verantwortung nicht übernehmen will oder kann, soll zu Hause bleiben und jene entscheiden lassen, die bisher ohnehin mit allem haften (müssen) und das ohne darüber jemals entschieden zu haben.

Diese unbeschränkte Haftung ist ein normaler Zustand, der einfach so hingenommen wird, nicht hinterfragt wird und erst im Falle der Rechnungsstellung zur Kenntnis genommen wird. Dann aber ist es zu spät, die Forderungen werden eingetrieben, unerbittlich.

Wer nicht haften will, soll auch nicht entscheiden, auch nicht mitentscheiden. Drehen wir den Spieß einfach um. Ganz einfach.

Auf diese Weise lässt sich kein Großstaat regieren oder verwalten. Aber das muss auch nicht sein. Großstaaten wollen nur jene, die große Macht ausüben wollen. Großstaaten sind eine Bedrohung für ihre Nachbarn, oft für die ganze Welt und vor allem auch für die Bürger dieses Staates, auch wenn sie zeitweise Nutznießer der Machtpolitik des Großstaates sind, irgendwann wird die Rechnung präsentiert und eingetrieben.


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