Goldverbot – kann mich das treffen?

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Immer wieder geistern Gerüchte und Ängste durch die Goldkäufer-Gruppen, dass auch in Deutschland oder Europa ein Goldverbot neu aufflammen könnte. Hintergrund sind einige Zuspitzungen in Europa, die den Goldkauf und Goldverkauf deutlich erschweren:

So muss man in Frankreich bereits beim Goldkauf ab 3000 Euro seinen Ausweis vorzeigen und die Daten werden an eine zentrale Erfassungsstelle weiter gegeben. Dies macht man natürlich nur, um die „zahlreichen Kupferdiebe, die Dachrinnen abmontieren und zum Schrotthändler bringen“ besser erfassen zu können. Rein „zufällig“ baut sich der Staat damit eine Datei der Goldbesitzer auf.

Italien, Griechenland und Großbritannien haben ähnliche Regelungen. In Großbritannien müssen sich Goldkäufer teilweise auch dann registrieren lassen, wenn sie unbar bezahlen. Auch hier kann der Staat somit eine Datei der Goldkäufer und damit vermeintlichen Goldbesitzer aufbauen.

Gold aus Bankschließfächern: Der Staat schreckte damals auch nicht davor zurück, systematisch Bankschließfächer aufzuschweißen oder aufzusägen, um das dahin enthaltene und nicht gemeldete Gold zu konfiszieren. Ersatzlos. Ohne Vergütung des festgelegten Goldpreises von 20,67$ je Unze.

Doch welche Goldverbote gab es in der Vergangenheit und wie sind diese abgelaufen?

Goldverbot in den USA

Das bekannteste Goldverbot ist sicher das Goldverbot in den USA aus 1933: Präsident Roosevelt verbot zunächst den Handel mit Devisen und die Auszahlung von Gold, dann wurde mit dem „Emergency Banking Act“ mit Wirkung vom 1.Mai 1933 der private Goldbesitz in den USA verboten. Bis zum 1.Mai 1933 musste alles Gold bei den staatlichen Ankaufsstellen zum festgelegten Goldpreis von 20,67$ pro Unze verkauft werden. Ausnahmen gab es lediglich für Schmuck, Gold für industrielle Zwecke, Kunst, Handwerk und Goldmünzen bis zu einem Wert von 100 US$. Diese durften die US Bürger behalten. Auch das Sammeln historischer Goldmünzen wurde weiterhin gestattet.

Kein Goldverbot für historische Goldmünzen

Konfiszierung von Goldmünzen

Gold, insbesondere Goldmünzen, die unter das Goldverbot fielen und nicht freiwillig abgegeben worden sind, wurden ersatzlos konfisziert, wenn diese bei Durchsuchungen gefunden wurden. Zudem drohten Haftstrafen bis zu 10 Jahren Gefängnis auf den privaten Goldbesitz und Geldstrafen bis zu 10.000 US$.

Gold aus Bankschließfächern

Der Staat schreckte damals auch nicht davor zurück, systematisch Bankschließfächer aufzuschweißen oder aufzusägen, um das dahin enthaltene und nicht gemeldete Gold zu konfiszieren. Ersatzlos. Ohne Vergütung des festgelegten Goldpreises von 20,67$ je Unze.

Goldverbot unter Eisenhower auch im Ausland

Präsident Eisenhower dehnte das Goldverbot 1961 auch auf den Besitz von Gold im Ausland aus. Bis dahin war es nur verboten, im Inland Gold zu besitzen. Da einige Amerikaner aber ihren Besitz nach dem Roosevelt-Erlass ins Ausland verlagerten, um das Goldverbot zu umgehen, erweiterte Präsident Eisenhower das Goldverbot auch auf Goldbesitz im Ausland. Und zwar auf physisches Gold (vor allen Dingen Goldbarren und Goldmünzen) sowie auch Gold-Wertpapiere.

Auswirkungen des Goldverbots:

Da historische Goldmünzen vom Goldverbot ausgenommen waren, stieg in den Jahren nach Einführung des Goldverbots in den USA die Einfuhr von „alten“ Goldmünzen, vor allen Dingen welchen, die vor 1933 geprägt worden sind, dramatisch an. Die Amerikaner kauften schlichtweg Goldmünzen am Zweitmarkt, z.B. welche aus dem Jahrhundert vor 1900, um das Goldverbot zu umgehen. Der Schmuggel von Goldmünzen auf illegalen Wegen in die USA nahm dramatisch zu. Die Zweitmarktpreise für Goldmünzen stiegen deutlich.

Goldverbot verstärkt: Kennedy

John F. Kennedy verbot auch historische Goldmünzen:

Der Präsident John F. Kennedy verbot dann folgerichtig im Jahr 1962 auch noch den Besitz und Erwerb der historischen Goldmünzen, die vor 1933 geprägt worden sind, und zog damit die Schlinge noch enger. Alle im Ausland befindlichen Goldmünzen im Besitz von Amerikanern mussten ins Inland verbracht werden. Als Grund gab man an, den US Staatsbürger vor Fälschungen schützen zu wollen.

Aufhebung des Goldverbots in den USA

Das Goldverbot in den USA wurde erst 41 Jahre nach Einführung im Jahr 1974 durch Präsident Gerald Ford aufgehoben.

Goldverbot in der Antike:

  • Im alten Ägypten war der Goldbesitz für private Anleger auch verboten, Gold galt als königliches Metall. Priester und Pharaonen durften es tragen und verwalten, weil sie als Stellvertreter der Götter auf der Erde galten
  • In Sparta lässt sich ein Goldverbot um 404 v.Chr. ebenfalls nachweisen. Es wurde auch durch Hausdurchsuchungen überwacht. Auf den privaten Besitz stand die Todesstrafe. Schon Lykurg soll 800 v.Chr. den privaten Besitz von Goldmünzen und Silbermünzen verboten haben.
  • Gaius Iulius Caesar soll 49 v.Chr. den Besitz von Gold und Silber in privater Hand und über 15.000 Denaren (=60.000 Sesterzen) verboten haben. Dies konnte aber nur unzureichend kontrolliert werden

Goldverbot im Mittelalter

  • In China wurde im Jahr 1273 durch Kublai Khan, Kaiser von China die Edelmetalldeckung für Banknoten abgeschafft und damit auch gleichzeitig der private Besitz von Gold und Silber verboten. Man mußte Gold und Silber bei der Regierung abgeben. Da man gleichzeitig nach Belieben und ohne Edelmetalldeckung immer mehr Banknoten druckte, kam es zu erheblicher Inflation, was zu Währungsreformen in 1287 und 1309 führte
  • In Persien wurde ebenfalls Papiergeld ohne Edelmetalldeckung eingeführt: Per Dekret vom 13.August 1294 wurde privater Edelmetallbesitz verboten und die Annahme ungedeckten Papiergeldes erzwungen. Durchgesetzt von König Gaichatu von Persien. Auf den privaten Besitz von Gold stand die Todesstrafe. Diese Edelmetalle waren dem Staat abzugeben. In Persien führte dies allerdings zu erheblichen Unruhen, die zur Rücknahme des Dekrets führten und zur Ermordung des Königs.

Goldverbot in der Frühen Neuzeit

  • Unter König Ludwig XV. wurde 1720 (27.Februar) der private Goldbesitz verboten, damit man unbegrenzt Papiergeld (ungedeckt) unters Volk bringen konnte. Der Besitz von mehr als 500 Livre Gold und Silber waren schlichtweg verboten. Das Verbot konnte aber nur unzureichend kontrolliert werden und wurde später wieder rückgängig gemacht. Dem einfachen Bürger war es aber während der Französischen Revolution 1789 verboten mit Gold und Silber zu bezahlen oder solche Münzen zu handeln. Der Bürger sollte Gold und Silber beim Staat abliefern und dafür (wertloses) Papiergeld oder Scheidemünzen erhalten. Am 11.April 1793 wurde eine Verordnung erlassen, welche den Handel mit Gold- und Silbermünzen verbot. Weil das Papiergeld aber von Kaufleuten später nicht mehr akzeptiert wurde, fiel das Verbot in 1796 wieder.

Goldverbote im 20.Jahrhundert

  1. Sowjetunion 1918
  2. Weimarer Republik 1923
  3. USA 1933
  4. Frankreich 1936
  5. China 1949
  6. Polen 1950
  7. Indien 1963
  8. Großbritannien 1966

Wann wird ein Goldverbot erlassen?

Goldverbote werden meistens dann erlassen, wenn die Währungen in einer Krise sind, wie dies z.B. historisch oft bei zu hohen Staatsverschuldungen geschehen ist. Die Anleger misstrauen der Währung und dem Staat und legen ihr Geld lieber in Gold als auf der Bank an und entziehen damit den Banken die Grundlage für ihr Kreditgeschäft. Papiergeld ist heute i.d.R. nur bunt bedrucktes Papier, was nur deshalb funktioniert, weil alle Menschen daran glauben, dass es wertvoll ist. Im Prinzip kann es aber beliebig vermehrt werden, was Regierungen oder Zentralbanken in Krisen auch oft machen: Früher durch Geld drucken, heute durch Geldschöpfung über Nacht: Banken wird einfach zu 0% Geld geliehen, was vorher noch nicht da war. Es wird auf Konten einfach geschöpft.

Wie kann ich mich gegen ein Goldverbot wappnen?

Aus der Historie haben sich folgende Vorsichtsmaßnahmen bewährt:

  • Kauf von kleineren Stückelungen (keine 1kg – Goldbarren, sondern eher Münzen der Größe 1oz oder gar kleiner)
  • Kauf von Goldmünzen (gesetzliche Zahlungsmittel waren historisch eher vom Goldverbot ausgenommen als Goldbarren)
  • Kauf historischer Goldmünzen wie z.B. Vreneli aus der Schweiz, 20 Mark Kaiserreich Münzen, Sovereigns aus Großbritannien, dänische 20 Kronen Goldmünzen
  • Keine Aufbewahrung im Bankschließfach

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