Großdeutschland und Schwarz-Rot-Gold in Weimar

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Die Benutzung des Begriffs „Großdeutschland“ gilt heute als kennzeichnender Hinweis auf rechtsextremes oder „nazistisches“ Gedankengut.

Im Rahmen der Umerziehung wurde der Eindruck erweckt, daß das 1938 durch den Anschluß Österreichs verwirklichte Großdeutschland ein böses NS-Programm gewesen sei, von dem man sich in unserer Zeit als guter Demokrat distanzieren müsse.

Weithin ist verdrängt und vergessen, daß alle Weimarer Parteien den Anschluß Österreichs forderten und ausdrücklich für ein Großdeutschland eintraten, vor allem die tonangebenden Linksparteien.

In der ursprünglichen Weimarer Verfassung von 1919 war Österreich als ein Teil des Deutschen Reiches vorgesehen, wie auch die österreichische Nationalversammlung am 12. November 1918 bereits Deutschösterreich als einen Teil des Deutschen Reiches erklärt hatte. Wien und Berlin mußten 1919 auf Druck der Alliierten hin ihre Verfassungen ändern und den Anschluß daraus tilgen – ein eklatanter Bruch des Selbstbestimmungsrechts und Ausfluß reiner Siegerwillkür.

Deutschösterreich mußte am 21. 10.1919 seinen Namen in Österreich ändern. Besonders deutlich wird die Haltung der Weimarer Parteien zu dieser Frage in einer Reihe von Reden, die 1919 zur Frage der Nationalfarben gehalten wurden. Anstelle der Farben Schwarz-Weiß-Rot des Bismarckreiches führte die Weimarer Republik Schwarz-Rot-Gold in der Tradition von 1848 als Reichsfarben ein. Die Begründung, die die einzelnen Politiker für diesen Wechsel damals in der Weimarer Nationalversammlung gaben, ist auch für unsere Zeit interessant und beweist, wie falsch das von der Umerziehung gezeichnete Bild ist.

Karikatur (von GARVENS) aus dem Jahre 1926 über den fort- währenden Flaggenstreit, ein Dauerthema in der Weimarer Republik.

Zunächst sprach der linksliberale Politiker Dr. Hugo PREUSS(1), der die Weimarer Verfassung entworfen hatte, und führte zur Begründung der neuen Fahne aus:

»Es war zugleich der Gedanke politischer Freiheit mit dem der nationalen Einigung, und zwar der großdeutschen Einigung (Sehr richtig! links), der dann auch noch lange, als über dem kleindeutschen Reich schon die schwarz-weiß-rote Fahne wehte, in Deutsch-Österreich das Schwarz-Rot-Gold in Ehren hielt.«

In der Zeit des Deutschen Bundes habe es ein »österreichisches« (also von Österreich dominiertes) Deutschland gegeben, das kleindeutsche Reich sei ein »preußisches« Deutschland gewesen, das der Zukunft müsse ein deutsches Deutschland sein.(2)

Später sprach der Reichsminister des Inneren, Dr. DAVID(3) zu dem Thema. Nachdem er Schwarz-Weiß-Rot als Parteifahne der Rechtsparteien und Rot als Parteifahne der radikalen Linken abgelehnt hatte, erklärte er:

»Schwarz-Rot-Gold hat noch eine andere Bedeutung, es ist das Symbol der großdeutschen nationalen Zusammengehörigkeit (Sehr richtig!)… Als zum ersten Male das Ideal der auf einer Verfassung, auf gleichem Recht aufgebauten großdeutschen nationalen Einheit die Herzen bewegte, als sich an den Universitäten die Allgemeine deutsche Burschenschaft gründete, als die Turn-, die Gesang-, als die Schützenvereine dieses Ideal deutschnationaler Einigung aufnahmen, da trugen sie das schwarz-rot- goldne Banner durch die Jahre der Verfolgung hindurch, die ihnen von denen beschieden wurden, die nicht… dieses große nationale Ideal erfassen konnten.« Sehr richtig!

Er schilderte dann, wie Schwarz-Rot-Gold in der Revolution von 1848 die Reichsfahne wurde, wie es in der folgenden Zeit der Reaktion erneut verdrängt wurde.

»Die kleindeutsche Lösung von 1871 erfüllte die Sehnsucht nach diesem großdeutschen Ideal nur mangelhaft… Das preußisch-deutsche Gebilde ist zusammengebrochen. .. Das großdeutsche Ideal ist mit der Auflösung der habsburgischen Dynastie aufs neue das Ziel unserer Sehnsucht geworden, (Bravo! links) und das schwarz-rot-goldne Banner soll ein Symbol dieses großdeutschen Zieles, ein sichtbarer Ausdruck dafür sein.

Es soll werben für den Wiederanschluß der außerhalb des Reichs lebenden Deutschen; es soll den Gedanken nicht vergessen lassen, daß wir auch über die Reichsgrenze hinaus die großdeutsche nationale Einheit als ein hohes Gut empfinden und als Ziel der Zukunft aufrechterhalten. Meine Herren, der Schmerz über den Verlust deutscher Gebietsteile, deutschsprechender, sich als Deutsche fühlen- der Bestandteile unseres Volkes, und der Zorn darüber, daß man der Selbstbestimmung unserer österreichischen Brüder in den Arm fällt und ihnen den Wiederanschluß an das Mutterland verbieten will, brennt dieses großdeutsche Ideal schmerzhaft in die Seele jedes deutsch empfindenden Mannes.

Ich hoffe, daß aus diesem Schmerz die Kraft geboren wird für dieses neue, wiederauferstandene großdeutsche Ideal. Was das dynastische Deutschland nicht fertig brachte, das muß der Demokratie gelingen: moralische Eroberungen zu machen auch jenseits der Grenze und vor allen Dingen bei allen denen, die durch Blut und Sprache zu uns gehören. (Bravo!) Die großdeutsche Einheit zu gewinnen, muß nun unser Ziel sein nicht durch Krieg und Gewalt, sondern durch die werbende Kraft der politischen und sozialen Kultur des neuen republikanischen Deutschlands, und dabei möge uns voran flattern das schwarz- rot-goldene Banner!« (Lebhafter Beifall – vereinzeltes Zischen rechts)

Wie man daraus ersieht, waren 1919 die Sozialdemokraten und die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (später Deutsche Staatspartei) eher stärker für den Anschluß Deutsch-Österreichs an das Deutsche Reich eingenommen als die traditionellen Rechtsparteien.


Quellen:

(1) Prof. Dr. Hugo PREUSS (1860-1925), jüdischer Abstammung, war Professor an der Handelshochschule Berlin und aktiv in der linksliberalen Fortschrittlichen Partei. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Mitbegründer der links-liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP), wurde von Friedrich EBERT im November 1918 zum Staatssekretär des Inneren berufen und mit der Vorbereitung einer neuen Reichsverfassung beauftragt. Die Weimarer Reichsverfassung trug im wesentlichen seine Handschrift. Vgl. Paul NOACK, Carl Schmitt. Eine Biographie, Ullstein, Frankfurt/M.-Berlin 1993, S. 100.
(2) Schriftenreihe der Bundeszentrale für Heimatdienst (Hg.), Heft 46, Die Weimarer Nationalversammlung, Bonn 1960, S. 65 f.
(3) Eduard DAVID (1836-1930) studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. Er war Gymnasiallehrer, später Redakteur und seit 1903 Reichstagsabgeordneter der SPD. Zeitweise war er Präsident der Weimarer Nationalversammlung. In den Regierungen SCHEIDEMANN, BAUER und MÜLLER war er Minister ohne Geschäftsbereich, für kurze Zeit (Juni bis Oktober 1919) Reichsinnenminister.


Gesetz über die Staats- und Regierungsform Deutschösterreichs vom 12. 11. 1918

Artikel 2

Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik. Besondere Gesetze regeln die Teilnahme Deutschösterreichs an der Gesetzgebung und Verwaltung der Deutschen Republik sowie die Ausdehnung des Geltungsbereichs von Gesetzen und Einrichtungen der Deutschen Republik auf Deutschösterreich.

Am 2.3.1919 unterzeichneten als Vertreter des Deutschen Reiches und Deutschösterreichs der Reichsaußenminister Graf BROCKDORFF-RANTZAU und der Wiener Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Dr. Otto BAUER, ein Protokoll über die Ergebnisse ihrer Verhandlungen vom 17. 2. bis 2. 3. 1919:

Artikel 1

§ 1. Die Deutsche Reichsregierung und die Deutschösterreichische Regierung sind übereingekommen, mit tunlichster Beschleunigung über den Zusammenschluß des Deutschen Reiches und Deutschösterreichs einen Staatsvertrag abzuschließen, der den beiderseitigen Parlamenten zur Genehmigung vorgelegt und sodann ratifiziert werden soll.
§ 3. Der Zusammenschluß soll auf der Grundlage erfolgen, daß Deutschösterreich als selbständiger Gliedstaat in das Reich eintritt.


Schwarz-Rot-Gold

Die Fahne der Urburschenschaft, die heute im Original im Stadtmuseum in Jena zu sehen ist, ist eine gold-umsäumte rot-schwarz-rote Fahne mit einem mittig eingestickten goldenen Eichenzweig. Sie wurde gestiftet von den Jungfrauen zu Jena, 1815/16). Die Fahne, deren Farben den Uniformen des Lützowschen Freikorps entlehnt sind, wurde 1817 dem Zug der Studenten zur Wartburg von einem Burschenschafter vorangetragen.

Am 27. Mai 1832 kamen in der Pfalz etwa 30.000 freiheitsliebende Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zu einer Kundgebung zusammen, die als „Hambacher Fest“ in die Geschichte einging. Gold-Rot-Schwarz zogen sie von Neustadt an der Weinstraße zum Hambacher Schloß. Hauptforderungen waren die nationale Einheit sowie grundrechtlich gesicherte Freiheits- und Bürgerrechte.

Das Hambacher Fest gilt als die Geburtsstunde für Grund- und Menschenrechte auf Deutschem Boden. Im Zusammenhang mit der Idee eines deutschen Nationalstaates tauchen die drei Farben erstmals im Zeitraum zwischen den Jahren 1815 und 1817 anläßlich der Gründung der Urburschenschaft an der Universität zu Jena auf. Soweit überhaupt als Trikolore mit drei gleich breiten Streifen versehen, zeigen damals gemalte Bilder die Farben in der Reihenfolge „Gold-Rot-Schwarz“, also nicht wie heute auf dem Kopf stehend. Rot stand für „das für die Freiheit vergossene Blut“, schwarz „für die Trauer darüber“ und gold für eine „goldene Zukunft“.

Anderen Auffassungen zufolge lautet die korrekte Reihenfolge der deutschen Farben „Gold-Rot-Schwarz“:

„Viele von ihnen trugen schwarz-rot-goldene Trikoloren – und auch Flaggen waren zu sehen. Diese wurden allerdings vielfach anders herum gehißt als heute – also Gold oben, Schwarz unten. Der Grund dafür ist ebenso simpel wie erstaunlich: Schon damals war von den Nationalfarben ‚Schwarz-Rot-Gold‘ und nicht ‚Gold-Rot-Schwarz‘ die Rede. Während es aber in der Allgemeinheit üblich ist, daß die Farben der Flagge von oben nach unten gelesen werden, war dies bei der in Jena gegründeten Burschenschaft anders. Hier las man die Farben von unten nach oben – so daß Schwarz nach unten gesetzt wurde. Auch Fahnen in Schwarz-Gold-Rot, also mit dem Gold-Streifen in der Mitte, wurden beim Hambacher Fest geschwenkt. Dies wäre nach den Regeln der Heraldik die korrekte Reihenfolge, da sich Farben in einem Wappen eigentlich nicht berühren dürfen, sondern immer durch ein Metall getrennt sein sollen. In der Öffentlichkeit setzte sich jedoch die heute bekannte Reihung mit Schwarz oben und Gold unten durch. Zu offiziellen Bundesfarben wurden Schwarz, Rot und Gold dann mit der Gründung der Deutschen Nationalversammlung am 9. März 1848 in Frankfurt.“

Anläßlich des Hambacher Festes sollen auch Fahnen in der Reihenfolge „Schwarz-Gold-Rot“ geschwenkt worden sein, also mit dem Gold-Streifen in der Mitte. Dies wäre nach den Regeln der Heraldik die korrekte Reihenfolge, da sich Farben in einem Wappen eigentlich nicht berühren dürfen, sondern immer durch ein Metall getrennt sein sollen.[4]

Am 9. März des Revolutionsjahres 1848 bestimmte die Frankfurter Nationalversammlung „Schwarz-Rot-Gold“ zu ihren offiziellen Farben. Die Rufe nach deutscher Einheit, einem wiedererstehenden Reich, waren zu jener Zeit (im Biedermeier) genauso unerwünscht wie heute das Bekenntnis zur deutschen Identität und Geschichte. Die so genannten Mächtigen haben sich mit zahlreichen deutschen Kleinstaaten und den Großmächten Preußen und Österreich abgefunden. Daran sollte nichts geändert werden. Deshalb wurden diese Farben verboten.

Da niemand mehr Gold/Rot/Schwarz tragen durfte, drehte man die Farben einfach um. Dieses Schwarz/Rot/Gold wiederum wurde von den Behörden toleriert, da man ja nur Gold/Rot/Schwarz verboten hatte und sich vielleicht nicht weiter lächerlich machen wollte oder bürgerliche Intelligenz noch schätzte.

Für die Anhänger der deutschen Revolution von 1848/49 hatten die Farben Schwarz/Rot/Gold einen bedeutsamen Symbolcharakter; auf Druck der Opposition übernahm der Deutsche Bund diese Farben. Diese eigentlich falsche Reihenfolge wurde bezeichnenderweise zur Flagge der Weimarer Republik sowie der Besatzungskonstrukte BRD und DDR. Auch nach der sogenannten Wiedervereinigung von 1990 wird von der BRD diese auf den Kopf gestellte Fahne weiterhin verwendet.

Im Unterschied zu den damals Mächtigen haben die zeitgenössischen Politakteure sich nicht nur damit abgefunden, sondern die echte Deutsche Einheit selbst hintertrieben, wie die verschiedenen Dokumente aus dem Jahre 1990 beweisen. So hat das Deutsche Volk seit Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch keinen Friedensvertrag, keine Verfassung; das Deutsche Reich ist als souveräner Nationalstaat bis heute handlungsunfähig.

Die Farben Schwarz-Weiß-Rot bildeten ab 1867 die Flagge des Norddeutschen Bundes und waren von 1871 bis 1922 sowie von 1933 bis 1945 die Reichsfarben des Deutschen Reiches. Im Kaiserreich waren die Farben noch die weithin akzeptierten Nationalfarben. Von 1922 bis 1933 waren sie die dominierenden Farben in der Handelsflagge der Weimarer Republik.

Unter Führung des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck wurde nach dem Untergang des Deutschen Bundes 1866 aus 22 norddeutschen Territorien der Norddeutsche Bund gebildet, der als Ausgangsbasis zu Gründung eines kleindeutschen Reiches (ohne Österreich) dienen sollte. Die Frage der Hoheitszeichen stellte sich zuerst bei den Schiffen, die das Königreich Preußen und die Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck in den Bund einbrachten. Damit sie international identifizierbar waren, benötigten sie farbige Flaggen.

Dr. Adolf Soetbeer, Sekretär des Handelskammer Hamburg, machte in einem Artikel, der am 22. September 1866 im Bremer Handelsblatt erschien, als erster den Vorschlag, die preußischen Farben Schwarz-Weiß mit den Hansefarben Weiß-Rot zu verbinden. Erste schriftliche Belege für Flaggenpläne Bismarcks kann man wenig später in den „Grundzügen“ zu einer Verfassung des Norddeutschen Bundes finden, in die er am 9. Dezember 1866 den Passus aufnahm:

„Kauffahrteischiffe sämtlicher Bundesstaaten führen dieselbe Flagge: Schwarz-Weiß-Rot.“

Diese Lösung befürwortete auch Marineoberbefehlshaber Prinz Adalbert von Preußen am 25. Dezember 1866 bei einem Vortrag vor König und Kronprinz. Die Verfassung des Bundes vom 22. Juni 1867 bestimmte dann auch im Artikel 55:

„Die Flagge der Kriegs- und Handelsmarine ist schwarz-weiß-rot.“

Die Kriegsflagge wurde danach abgeändert zur später so genannten Reichskriegsflagge, aber die Handelsflagge behielt das Trikolorenmuster.

Persönlich scheint Bismarck wenig Interesse an der Farbwahl gehabt zu haben. So ist ein Zitat von ihm aus dem Jahre 1871 überliefert, das sein prinzipielles Desinteresse bekundet:

„Sonst ist mir das Farbenspiel einerlei. Meinetwegen grün und gelb und Tanzvergnügen, oder auch die Fahne von Mecklenburg-Strelitz.“

Ohne viel Aufhebens wurden die Farben Schwarz-Weiß-Rot dann auch zu den Nationalfarben des 1871 gegründeten Deutschen Reiches. Offiziell festgelegt wurden sie jedoch erst am 8. November 1892 im Paragraph 1 der Verordnung über die Führung der Reichsflagge. Das an der politischen Einigung (Klein-)Deutschlands nicht teilhabende Österreich blieb bei den alten Kaiserfarben Schwarz und Gold. Schwarz-Rot-Gold wurde als Nationalflagge der Deutschen in Österreich benutzt, wobei zwischen Volkszugehörigkeit und Staatsangehörigkeit in der K.u.K.-Monarchie klar unterschieden wurde.

In einer Zeit des in ganz Europa wachsenden Nationalismus standen nationale Symbole hoch im Kurs. Im Deutschen Kaiserreich als einem vergleichsweise jungen Nationalstaat mit politischen und wirtschaftlichen Erfolgen schlug die Begeisterung hoch. Stand Kaiser Wilhelm I. den neuen Reichsfarben noch ablehnend gegenüber, so änderte sich dies schlagartig nach dem frühen Tode seines Sohnes Kaiser Friedrich III. im Jahr 1888. Unter dessen Sohn Wilhelm II. wurde Schwarz-Weiß-Rot zum Symbol des zunehmenden internationalen Einflusses in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Seine Anordnung im Jahre 1897 – zum 100. Geburtstag seines Großvaters –, daß die Bundestruppen zukünftig neben der Kokarde in den Landes- nun zusätzlich auch noch diejenige in den Reichsfarben aufzustecken hatten, war mehr als ein symbolischer Akt. Schwarz-Weiß-Rot trat damit endgültig an die Stelle der alten Landesfarben. Zahlreiche Vereine in ganz Deutschland machten sich aus vaterländischer Begeisterung die Farben zu eigen. Beispiele sind die zahlreichen Veteranen- und Kriegervereine, die infolge des siegreichen Frankreich-Feldzuges 1870/71 gebildet wurden. Auch die vaterländisch gesinnten Studenten wollten nicht beiseite stehen. Die zuerst als interkorporative Vereine gegründeten Vereine Deutscher Studenten (VDSt), zusammengefaßt im Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt) wählten Schwarz-Weiß-Rot zu ihren Farben.

Des weiteren gab es im Kaiserreich inoffizielle Dekorationsflaggen, welche von Privatpersonen geführt werden durften. Sehr beliebt und verbreitet war die Reichsadlerflagge. Sie enthielt einen Reichsadler auf schwarz-weiß-rotem Hintergrund und war auch in leicht unterschiedlichen Varianten im Umlauf. Es gab aber auch Dekorationsflaggen mit Darstellungen des Kaisers, der kaiserlichen Familie und sonstigen kaiserlichen Bildelementen.


Fazit

Schwarz – Rot – Gold stellt die Großdeutsche Variante dar, die das halbe Europa vereinnahmen würde, außerdem wurde sie mehr mit den linken Machtansprüchen gleich gestellt, als mit dem nationalen deutschen Gedanken.

Schwarz – Weiß – Rot stellt eine Mischung der Wappenfarben verschiedener deutscher Städte und deutscher Länder dar. Außerdem gelten diese Nationalfarben nicht für ein Großdeutschland linker Machtansprüche, sondern umfassen die altdeutschen Stämme im Herzen Europas.


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