H4-Verzicht

Von (real)Asmodis

Der NDR brachte kürzlich den Beitrag “Zu stolz für die Stütze – Warum Menschen auf Hartz IV verzichten“. Der Tenor dieses Beitrages, so scheint es mir, ist darin zu sehen, dass diejenigen, die auf H4 verzichten, als Menschen mit falschem Stolz dargestellt werden. Das nun aber ist etwas, was ich absolut NICHT nachzuvollziehen vermag.

Vielmehr drängt sich mir – wobei meine ureigenen und ganz persönichen Erfahrungen mit der H4-Mafia (denn um etwas anderes handelt es sich m. E. nicht) den Ausschlag geben – der Eindruck auf, dass hier Reporter zugange gewesen sind, die alles nur vom Hörensagen kennen und glauben, es aus diesem Blickwinkel heraus auch bestens beurteilen zu können. So gesehen ist der betreffende Beitrag eigentlich nichts weiter als eines der zahllosen Puzzlesteine im Rahmen der allgegenwärtigen Gehirnwäsche seitens kontrollierter und gesteuerter Massenmedien.

Im Beitrag heißt es (Zitat):

Auch Florian O. aus Stocksee fühlte sich vom Arbeitsamt schikaniert, so sehr, dass er in der Psychiatrie landete. Er verzichtete danach auf Hartz IV und kämpft sich lieber als Tagelöhner durch.

Nein, Schikane ist das nicht. Schon längst nicht mehr! Man fühlt sich auch nicht schikaniert.

Sondern man wird tatsächlich schikaniert – im günstigsten Fall!

Es geht einzig und alleine darum, gebrochene, willenlose Untertanen zu erzeugen! Das jedenfalls ist meine eigene Erfahrung mit der Bande und u. a. deswegen betrachte ich H4 auch als Menschenrechtsverletzung. Deswegen verachte ich auch jede so genannte “Partei”, die sich diese Menschenrechtsverletzung auf ihre Fahnen schreibt! Parteien, die so etwas unterstützen, sind nämlich um keinen Deut besser als ihre ausführenden Schergen!!!

Nach allen Erfahrungen, die ich mit der H4-Mafia zu machen gezwungen war, ginge ich lieber in den Knast als mich auch nur noch ein einziges Mal in meinem Leben an die … zu wenden. Die drei Punkte stehen übrigens für einen lt. Gericht unzulässigen Vergleich mit einem früheren Deutschland.

Warum ist das so? Ich war selbst von 2005 bis 2009 in den Fängen der H4-Mafia. Danach bzw. seither schlage ich mich, genau wie der im NDR-Beitrag erwähnte Florian O. aus Stocksee, mit Minijobs durch.

Immer schön getreu dem Motto: Legal, illegal, scheißegal! Das ist allemal besser als vor der H4-Mafia zu Kreuze zu kriechen. Denn die lässt nichts aus, um zu demütigen, zu schikanieren und die Menschen kaputt zu machen. Frau Nahles fördert das! Beide legen es darauf an, widerspruchslose Mitläufer zu erziehen. Hier nur mal ein kleiner Auszug dessen, was ich selbst zu erdulden hatte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Trotz zigfacher Einreichung immer wieder verschwundene Unterlagen, damit nicht gezahlt werden musste.
  • Kontrollanrufe rund um die Uhr, um meine Vermittlungsbereitschaft zu überprüfen.
  • Beleidigungen, Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen.
  • Massive Abqualifizierung zur ungelernten Kraft.
  • Das Vorenthalten von Arbeitgeberadressen, so dass meinerseits angestrengte Bewerbungen gar nicht möglich waren.
  • Ein mich betreffender, durch und durch falscher Datensatz in der Datenbank der BA, der jede Vermittlung unmöglich machte.
  • Ein Verfahren wegen fortgesetzten Sozialbetrugs, da ich auf meiner HP einen Gratisdownload zur Verfügung stellte und durch den verschwiegene Einnahmen in Höhe von null Euro erzielte.
  • Der Versuch, über das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft meine Gattin aus ihrem Job zu drängen.
  • Der Versuch, über das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft meine Kinder ohne Abschluss vorzeitig von der Schule zu nehmen.
  • Der Versuch des Kindesentzugs, weil mit so wenig Geld angeblich die Entwicklung meiner Kinder nicht gewährleistet wäre.
  • Die versuchte Hausdurchsuchung ohne richterlichen Beschluss durch den sogenannten “Besuchsdienst” (hab’ sie aber nicht reingelassen).
  • Die Beinahe-Totalsanktion (man gestand mir monatlich 5,82€ zu und drohte mit weiterer Sanktion), weil ich einen Kursus zum Erlernen der deutschen Sprache ablehnte, nachdem per Akteneinsicht aufgrund meines “irgendwie ausländisch klingenden Familiennamens” von einem Migrationshintergrund ausgegangen worden war.
  • Der ultimative Befehl zur Wahrnehmung eines unaufschiebbaren “Gesprächs über mein Arbeitskraftangebot”, während ich mich auf einer einwöchigen, schriftlich genehmigten Urlaubsreise in Holland befand, woraufhin ich extra für dieses eine Gespräch zurück nach Deutschland fuhr, nur, um dort zu erfahren, dass die zuständige Sachbearbeiterin vorzeitig Feierabend gemacht hatte.
  • Verwehren der Reisen zu Vorstellungsgesprächen.
  • Notsituationen, die beim zuständigen Sachbearbeiter zum höhnischen Lachanfall führen.

Das alles ist, wie bereits gesagt, nur ein kleiner Auszug der Methoden, derer sich in meinem Falle ein gewisses Jobcenter im Schaumburger Land bedient hat. Es hat sich m. E. um reinen, vorsätzlichen Psychoterror gehandelt.

Um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen: Ich habe jeden einzelnen Termin, zu dem ich dort hinbefohlen worden war, immer pünktlich wahrgenommen, selbst unter den widrigsten Umständen. Ich habe auch immer treu und brav nach Jobs gesucht und mein Soll an Bewerbungen sogar übererfüllt.

Doch ich habe gegenüber den H4-Schergen auch keinerlei Zweifel daran aufkommen lassen, dass ich H4 äußerst kritisch gegenüber stehe und weiterhin auf meine Bürgerrechte poche. Besonders unangenehm muss ich wohl aufgefallen sein, als ich zu verschiedenen Gesprächen dort mit Beistand aufgeschlagen bin, Gedächtnisprotokolle der Gespräche anfertigte und vom Beistand bezeugen ließ sowie im Einzelfall mit juristischen Schritten gegen das Jobcenter drohte.

Ich lernte im Jobcenter Menschen kennen, deren Sozialisationsniveau geradezu unterirdisch und noch weit unter der Kanalisation anzusiedeln war. Allerdings handelte es sich bei keinem einzigen davon um einen H4-Antragsteller, sondern stattdessen ausschließlich um Jobcenter-Mitarbeiter.

  • Es handelte sich um Menschen, denen ungerechtfertigterweise Macht über Leben und Tod zuteil geworden war.
  • Es handelte sich um Menschen, die auf ihre ureigene Weise Gott spielen durften. Die das auch über Gebühr ausnutzten und sich im Glanze der ihnen zufällig zuteil gewordenen Macht suhlten wie …
  • Ich traf dort auf Menschen, mit denen niemand etwas zu tun haben will, wenn er eigenen Schaden von sich abzuwenden gedenkt.
  • Entsprechend kritisch fielen auch meine Äußerungen aus, wobei ich dennoch – mitunter zähneknirschend – meiner Mitwirkungspflicht nachgekommen bin, und zwar in jedem einzelnen Fall.

So etwas mag man in den Jobcentern gar nicht: H4-Kritiker werden scharf sanktioniert. Immer! Warum wohl? Ich zitiere in diesem Kontext noch einmal aus dem eingangs verlinkten NDR-Beitrag:

Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beantragen bis zu 4,9 Millionen Menschen in Deutschland kein Hartz IV, obwohl sie Anspruch darauf hätten. Der Staat spart dadurch mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr.

Vielleicht geht es ja genau darum. Unsere Medien melden, dass Herr Schäuble 23,7 Milliarden an Überschüssen eingenommen hat, führen das aber auf Steuern zurück. Hmm… – 20 Milliarden Einsparungen auf der einen und 23,7 Milliarden Einnahmen auf der anderen Seite: Fällt euch da was auf?

Und das alles OHNE Steuern …

Vor diesem Hintergrund ergibt die H4-Menschenrechtsverletzung durchaus einen Sinn. Entweder lässt man jede Schikane, Demütigung und Beleidigung über sich ergehen. Dann wird man zum widerspruchslos mitlaufenden, obrigkeitshörigen Untertanen umerzogen und geht für jeden müden Cent buckeln, auf dass die Reichen noch reicher werden. Oder aber man klinkt sich aus der Menschenrechtsverletzung aus und schlägt sich auf eigene Kappe durch, was dem Staat Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe beschert. Die kommen letztlich der Wirtschaft zugute, auf dass die Reichen noch reicher werden. Was man auch tut: Eine herrschende Zeckenkaste profitiert – so oder so! Das hat System und besagtes System ist ziemlich perfide.

Letztlich aber wird keiner jünger. Mit wachsendem Lebensalter wächst auch die Gefahr, altersbedingt auf die Straße gesetzt und in dieses System integriert zu werden. D. h. irgendwann erwischt die H4-Menschenrechtsverletzung ausnahmslos jeden!

Wenn ihr euch das wirklich selbst antun wollt, dann müsst ihr unbedingt die “Parteien” unterstützen, die sich dieses System auf ihre Fahnen geschrieben haben. So genannte “Volksparteien”, die einzig noch durch Spenden aus Industrie und Wirtschaft am Leben erhalten werden: Im Grunde genommen nur hin und her geschobene Gelder, die man bei euch abgezockt hat.

Oder aber ihr tut etwas dagegen. Das allerdings bedeutet, sich einmal intensiver mit Sozialpolitik befassen zu müssen und nicht mehr hinter irgendwelchen Gurus in Form einer “Mutti” oder eines “Messias” blind hinterher zu laufen.


Quelle und Kommentare hier:
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