Hellseherei: Alois Irlmaier sagte bereits 1950 Kampfdrohnen und Handys voraus

von Stephan Berndt

Seit einigen Jahrzehnten versuchen die Massenmedien dem lieben Bürger weiszumachen, dass die »klassische« Prophetie und Hellseherei in Europa nur Relikte einer längst vergangenen Zeit sind. Im sogenannten New Age hat man diese Sichtweise dankbar aufgenommen, und ihr zusätzlich noch ein »spirituelles« Outfit verpasst, sodass man sich mit der These von den »überholten Prophezeiungen« etwas »wissender« oder »bewusster« vorkommen kann. Die Kernaussage bleibt dieselbe: »Die alten Prophezeiungen sind Quatsch. Sie stimmen nicht mehr.« Meinen eigenen Studien und Forschungen nach muss ich allerdings feststellen, dass diese Aussage absolut falsch ist.

Drohne ReaperVoraussagen technischer Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert

Im New Age wird behauptet, die »alten Prophezeiungen« hätten etwa im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts ihre Gültigkeit verloren. Seitdem würden mehr und mehr Voraussagen der alten Prophetie von der Wirklichkeit abweichen und falsch sein. Andererseits ist relativ bekannt, dass Hellseher im 18. und 19. Jahrhundert technische Erfindungen vorausgesehen haben, die erst viel später Wirklichkeit wurden; Dinge wie Eisenbahnen, Personenkraftwagen, Flugzeuge, U-Boote, Röntgengeräte, Fernseher und manches andere.

Tatsächlich lassen sich solche Fälle in der antiquarischen Literatur nachweisen, und auch aus Asien beispielsweise aus dem buddhistischen Kontext sind entsprechende Voraussagen bekannt (z. B. Flugmaschinen). Der springende Punkt ist, dass ältere Voraussagen (bis ca. 1960) zu neuesten und allerneuesten technologischen Entwicklungen ab etwa 1980, oder besser noch ab 2000 recht unbekannt sind. Nur: Es gibt sie dennoch (siehe unten).

Umbruch in Osteuropa schon 1949 vorausgesagt

Entsprechende zutreffende Voraussagen gibt es auch für politische Entwicklungen nach 1980. Den Umbruch in Osteuropa (1989/1991) hatte der bayerische Hellseher Alois Irlmaier schon im Jahre 1949 vorausgesehen. Im November 1949 zitierte die Altbayerische Heimatpost den Seher:

»›Drüb’n im Osten gibts no an großen Umschwung‹, sprach Irlmaier weiter. ›Des geht no net so gschwind, und es wern allerhand Kämpf’ vorausgehn, aber es kimmt. Wer amoi [einmal] des Kreuz nimmer acht’, der hat verspuit [verspielt]. Und der Stalin will mit’m Kreuz nix z’toa ham.‹«

Damit wären wir in den Jahren ab Michail Gorbatschow, sagen wir um 1990 herum. Das Beispiel zeigt: Bis mindestens 1990 haben einige alte Seher recht gehabt.

Smartphones nachweislich schon 1959 vorausgesagt (eigentlich schon 1658)

Als nächster zeitlicher Eckwert bietet sich etwa 2010 an, als Smartphones zu einem echten Massenprodukt wurden. Auch Smartphones wurden vorausgesagt: Im Jahre 1959 erschien ein Buch (Marcus Varena: Gesammelte Prophezeiungen), in dem eine Sibylle von Prag (1658 gest.) zitiert wird. Die Seherin soll vor rund 350 über die zukünftigen Menschen gesagt haben:

»Ich sehe sie ein kleines kantiges Ding in den Händen halten, das ihnen Auskunft gibt über alles, was sie wissen wollen.«

Selbst wenn die Voraussage erst von 1959 wäre, wäre es eine Sensation. Von Alois Irlmaier ist eine ähnliche Voraussage überliefert, wurde von mir aber leider erst 2012 erfasst. Die betreffende Zeugin halte ich aber für sehr glaubwürdig. Irlmaier soll gesagt haben, dass er sieht, wie die Menschen mit einer Zigaretten- oder Zigarilloschachtel »telefonieren«, und »spielen tun sie auch damit«.

Voraussage neuester Technologie: Kampfdrohnen

Natürlich könnte man aus der Perspektive des New Age immer noch behaupten, die »alten« Seher hätten zwar neueste technologische Entwicklungen für die Zeit nach 2010 vorausgesehen, jedoch in einer ganz anderen Zeit, einer Welt in Frieden und Harmonie, wo man eben auch Smartphones benutzt. Frage also: Gibt es ältere Prophezeiungen, die auch eine Waffentechnologie voraussagen, die erst ab ca. 2010 Wirklichkeit wurde? Antwort: Ja, und zwar Kampfdrohnen: Es werden unbemannte Flugzeuge, die Bomben mit chemischen Kampfstoffen abwerfen, vorausgesagt.

Todeszone in der deutsch-polnischen Grenzregion

Die Hauptquelle für den Kampfdrohneneinsatz ist der Hellseher Alois Irlmaier (um 1950). Beim angeblich betroffenen Gebiet handelt es sich um einen Landesstreifen in Ostdeutschland/Westpolen von vielleicht 100 Kilometern Breite. In diesem Gebiet soll von »Fliegern« ein chemischer Kampfstoff (»gelber Nebel«) abgeworfen werden, der das Gebiet restlos vergiftet (neben Menschen auch Pflanzen!).

Das Auftauchen einer gelben, grün-gelben oder ocker-grün-gelben Wolke, eines Nebels oder Dunstes irgendwo östlich des Rheins findet sich in mehreren europäischen Quellen. Auch heute noch scheint es Menschen zu geben, die die Sache mit dem gelben Nebel sehen. Was das konkret betroffene Gebiet betrifft, so ist mit weitem Abstand wieder Alois Irlmaier die genaueste Quelle. Eine andere Quelle (Landinger, 1957) deckt sich in etwa mit Irlmaiers geographischen Angaben; gemeinsamer Nenner ist Ostdeutschland.

Die Bomber-Armada von südlich des Mittelmeeres

Irlmaier hat wiederholt in unterschiedlichen Interviews beschrieben, wie unmittelbar nach dem russischen Angriff auf Mitteleuropa (… der Krieg soll kurz und vor allem KEIN Atomkrieg sein.), offenbar nur wenige Stunden oder Tage danach, plötzlich von südlich des Mittelmeeres aus dem arabischen Raum gigantische Flugzeugschwärme aufsteigen. Diese verseuchen nördlich von Prag einen Streifen hoch bis zur Ostsee chemisch, sodass der Nachschub der Russen nach Westen komplett zusammenbricht.

Wie gesagt: alles 1949/1950 veröffentlicht. Viele Leser werden im ersten Moment denken, dass dieses Szenario überhaupt nicht in die 50er-Jahre passt, sondern viel eher in die Zeit des Anti-Terrorkampfes (ab 2001), oder in die Zeit, als die USA begannen, sich im Nahen- und Mittleren Osten militärisch mehr zu engagieren (Mitte der 80er-Jahre).

USA 1950: den Russen atomar haushoch überlegen

Außerdem waren die USA den Russen 1950 atomar noch haushoch überlegen. Die UdSSR hatte am 29. August 1949 gerade einmal ihren ersten erfolgreichen Atombombentest absolviert. Zu diesem Zeitpunkt waren die USA schon seit vier Jahren dabei, Atomwaffen in Kleinserie zu produzieren.

Anfang 1950 wurde in westdeutschen Tageszeitungen sogar ganz offen darüber berichtet, wie die USA planen, die russischen Panzerarmeen »zwischen Main und Nordsee« mit Atomwaffen zu zerschlagen. Einem solchen Vernichtungsschlag hatten die Russen Anfang 1950 noch nichts entgegenzusetzen. Dank der atomaren Überlegenheit bestand aus Sicht der USA im Jahre 1950 also überhaupt keine Veranlassung für so ein kompliziertes und aufwendiges Angriffskonzept à la Irlmaier mit zig Tausenden Flugzeugen aus dem arabischen Raum heraus.

Flugzeuge ohne Besatzung

Im Jahre 2002 tauchte dann eine Irlmaier-Quelle auf, der sogenannte »Kuriertext« (vermutlich von 1945), in dem sich ein Hinweis darauf findet, dass in den Flugzeugen aus der Wüstenregion keine Piloten sitzen, sie also unbemannt sind! Irlmaier spricht von »großen Vögeln«, die »Todeseier« (Bomben) abwerfen:

Aus dem Sande der Wüste Afrikas steigen die großen Vögel auf mit Todeseiern ohne Männer.

An anderer Stelle beschreibt Irlmaier die »Todeseier« genauer. Sie sollen etwa 25 mal 25 cm groß sein. Da kann also kein Mensch drin sitzen, wobei »Menschen in Bomben« sowieso Unfug wäre. Folglich fehlt hinter »Todeseiern« ganz einfach ein Komma: Die »großen Vögel« tragen Bomben und die »Vögel« sind unbemannt.

Wie man Dinge voraussagt, die keiner glauben will

Im Jahre 2014 fand sich dann ein weiteres Indiz dafür, dass Irlmaier tatsächlich Drohnen gemeint hat: Ein Mann, der mit Irlmaier zehn Jahre befreundet war (1950-1959), sagte mir in einem etwa zweistündigen Gespräch, Irlmaier habe ihm gesagt: »Es sind Vögel, KEINE Flugzeuge.« Das »keine« soll Irlmaier besonders betont, aber nicht weiter erklärt haben.

Ich interpretiere Irlmaiers seltsame Aussage dahingehend, dass ihm relativ bald klar geworden ist, dass die Sache mit den Flugzeugen ohne Piloten um 1950 niemand in Bayern glauben kann, und dass er als unglaubwürdiger Spinner dasteht, wenn er weiter von Flugzeugen ohne Piloten spricht.

Also: Der Sinn der Formulierung von »Vögel KEINE Flugzeuge« besteht darin, eine Formulierung zu haben, die die eigentliche Information quasi kapselt und konserviert, bis die Zeit reif und die Technologie so weit fortgeschritten ist, dass man die eigentliche Aussage verstehen kann: Flugzeuge ohne Piloten = Drohnen!

Forschung steht nicht still

Dem »New Age« zugeneigten und anderen Lesern sei also ans Herz gelegt, sich hinsichtlich der traditionellen europäischen Prophetie auf einen neueren Stand zu bringen. Erkenntnissuche ist ein permanenter Prozess. Forschung steht nicht still. Und im Informationszeitalter ist nichts leichter, als sich zu informieren.

Verglichen mit heute hat es in der ganzen Menschheitsgeschichte kein Zeitalter gegeben, in dem es so schwierig war, sich damit herauszureden, man habe nichts davon gewusst. Sollte der große europäische Krieg tatsächlich kommen, werden Smartphones für nachfolgende Generationen das Symbol für eine Gesellschaft und Generation sein, die nicht wissen wollte, und die nicht sehen wollte – die sich lieber belügen ließ.

Das wäre dann eine spannende Aufgabe für eine zukünftige Vergangenheitsbewältigung: Was soll man mit einer Bevölkerung machen, die nur deshalb in einen Dritten Weltkrieg hineingeschlittert ist, weil sie zu träge war, sich zu informieren?


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