Herr Gauck und die Französische Revolution

Von Susanne Kablitz

Es hat natürlich nicht lange gedauert bis sich auch DIE Bundespräsidenten-Fehlbesetzung zu dem Anschlag in Nizza geäußert hat.

Der 14. Juli, der Tag an dem Frankreich seinen Nationalfeiertag begeht, steht für die Werte der französischen Revolution, die auch unsere Werte sind. Ein Angriff auf Frankreich ist deshalb ein Angriff auf die gesamte freie Welt.“

Soso, Herr Gauck, das ist ja hochinteressant. Jetzt ist inzwischen halbwegs aufmerksamen Menschen auf der Welt aufgefallen, dass der Herr Gauck intellektuell überschaubar ist, aber um eine solche Geschichtsklitterung zusammenzureimen, bedarf es doch einer ganz besonderen geistigen Leistung.

Ja, die Französiche Revolution gilt als Befreiungsschlag; eine der vielen Legenden, die ihren Anfang und ihr Ende in einer Verherrlichung der Gewalt begründen. Das ist das gleiche Märchen, das über den „Helden“ Ché Guevara erzählt wird, den wenig geschichtsaffine Gesellen heute noch auf ihren T-Shirts vor sich hertragen und entweder vergessen haben, welches Früchtchen sie da anbeten oder Gewalt immer dann begrüßen, wenn sie den „richtigen“ Zielen dient.

Peter Ziemann hat das schön zusammengefasst:

„Jakobinisches Geschwätz !! Die Werte der französischen Revolution sind NICHT meine Werte, lieber Gauckler.
Das Jakobinertum mit seinen vermeintlichen Werten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit steht de facto für Terrorherrschaft und Massen-Tötungen – im Namen des Humanismus und der Revolution natürlich :-).“

Und genauso ist es. Die Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (französisch Liberté, Égalité, Fraternité) ist der Wahlspruch der heutigen Französischen Republik und der Republik Haiti und basiert auf der Französischen Revolution 1789.

Dies hört sich ja zunächst auch ganz fabelhaft an – wie alles übrigens, was von sogenannten Freiheitskämpfern immer wieder hinausposaunt worden ist.

Aber: Was dem einen sein Freiheitskämpfer ist, ist dem anderen sein Terrorist.

Und genau DAS ist der kleine, feine Unterschied. Ein Unterschied, der sich im Anschlag von Nizza wieder einmal zeigt. Auch hier wird im Sinne einer „guten Sache“ agiert. Und für eine gute Sache darf man ruhig andere Menschen töten. Ganz offensichtlich. Und jeder LKW-Massenmörder wird sich fragen, wo denn die Unterschiede sein sollen zwischen den Mördern im Namen der Französischen Revolution und den Mördern im Namen Allahs.

Und da kann man nur sagen: Der Mann hat recht!


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: