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Holocaust: Wie sich Polen und Ukrainer am Tod der KZ-Häftlinge bereicherten

von Sputnik

Die Forschung des Historikers Jan Tomasz Gross von der Princeton University gilt in Polen als radikal und gefährlich. Der Professor hat nämlich herausgefunden, wie die Polen sich an KZ-Häftlingen in ihrer Heimat bereichert haben. Die Geschäfte mit dem Tod machten sie Hand in Hand mit den Ukrainern, wie das Magazin „Ogonek“ berichtet.

Angefangen hat alles mit einem scheinbar harmlosen Foto. Abgebildet waren darauf Menschen inmitten von Schädel- und Skelettknochen auf einem Feld. Die Menschen waren Polen, die in der Nähe des Vernichtungslagers Treblinka lebten. Und auf dem Feld waren zuvor zehntausende Menschen hingerichtet worden, so die Zeitung.

Die Baracken des KZs, das sich dort einst befunden hatte, wurden von den Einheimischen aus der Umgebung geplündert und niedergebrannt. Danach rissen sie die Massengräber auf – in der Hoffnung, bei den Leichen noch Wertsachen zu finden, die den KZ-Wärtern entgangen waren: Hauptsächlich Goldzähne und Schmuck.

Die Einheimischen gründeten sogar ein spezielles Einsatzkommando von „Grabtauchern“, die ausschließlich an jenen Orten arbeiteten, wo die KZ-Häftlinge ihre Notdurft verrichtet hatten. Offensichtlich hatten die jüdischen Nazi-Opfer ihre Wertgegenstände aus Verzweiflung oder als Ausdruck von Protest in die Notdurft-Gruben hineingeworfen, statt sie – wie befohlen – ihren Henkern zu überlassen.

Doch die Leichenschinderei ist nur ein kleiner Teil jener „glorreichen“ Taten, die die Einheimischen bei Treblinka vollbrachten. Professor Gross hat laut dem Blatt herausgefunden, dass die in unmittelbarer Nähe des KZs lebenden Menschen während der deutschen Besatzung lukrative Einnahmequellen für sich entdeckten. Die Frauen bedienten die KZ-Wachen, die laut dem Blatt größtenteils aus Ukrainern rekrutiert wurden. Und die Männer tauschten mit ihnen Schnaps und Speisen gegen Schmuck und Wertsachen, die den Häftlingen weggenommen worden waren. Augenzeugen berichten laut dem Blatt, dass sowohl die Einheimischen als auch das KZ-Personal mit einem solchen Leben durchaus zufrieden waren.

Doch das war längst nicht alles. Die Einheimischen hatten nämlich ein weitaus lukrativeres Geschäft für sich entdeckt: Den Verkauf von Wasser an die jüdischen Häftlinge. Wurden sie in das Lager eskortiert, liefen die Einheimischen mit Wasserkübeln und selbst gebranntem Schnaps zu ihnen. Der Schnaps war als „Schmiergeld“ für die Wachen bestimmt, das Wasser wurde an die Juden verkauft. Wichtig war nur, dass der Konvoi nicht von deutschen SS-Leuten begleitet wurde: Sie ließen niemanden an die Juden heran.