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Indien: Modis „War on Cash“ brachte nur Wirtschaftsprobleme

Von Marco Maier

Indiens Wirtschaft leidet extrem unter dem Demonetarisierungsplan von Premierminister Modi. Im „War on Cash“ sind die einfachen Menschen die Opfer.

Im letzten Jahr wurden über Nacht sämtliche Banknoten im Wert von 500 und 1.000 Rupien für ungültig erklärt. Sie mussten bei den Banken unter Angabe der Herkunft einbezahlt werden und schlussendlich gegen neue Banknoten ausgetauscht. Doch anstatt den Indern digitale Zahlmethoden schmackhaft zu machen und dabei auch Schwarzgeld einzukassieren, sorgte die Maßnahme nur dafür, dass die indische Wirtschaft leidet.

Denn Modi vermutete, dass korrupte Beamte, Geschäftsleute und Verbrecher große Summen an Bargeld horten würden. Gleichzeitig wollten Regierungsvertreter damit ein Drittel des Bargelds aus dem Umlauf nehmen, damit die Menschen verstärkt auf Banküberweisungen, Karten- und Smartphone-Zahlungen setzen. Doch stattdessen liegt der Bargeldumlauf wieder auf demselben Niveau wie vorher.

Indiens Wirtschaftswachstum sank jedoch infolge der Nachwirkungen des „War on Cash“ auf den niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2014 – auf 5,7 Prozent im zweiten Quartal 2017. Davor waren (auch infolge des hohen Bevölkerungswachstums) noch Wachstumsraten von sieben bis neun Prozent üblich.

Es ist zu erwarten, dass die Regierung Modi weiterhin alles Mögliche unternehmen wird, um der Bargeldwirtschaft den Krieg anzusagen, auch wenn dies dazu führt, dass viele Millionen Inder darunter leiden werden.

Doch im „War on Cash“ müssen eben Opfer gebracht werden – und wenn es nur die ärmeren Menschen sind.