Irische Zigeuner fallen über Neuss her

von Birgit Stöger

Düsseldorf / Kevelaer / Neuss –  Die Bild-Zeitung überholt sich wieder einmal selbst links in Sachen politischer Korrektheit. Aus Tinker – der englische Begriff für  Zigeuner – machte die Bild kurzer Hand einen irischen „Wanderarbeiter“. In Neuss sind dieses Jahr rund 500 „Tinker“ mit 90 Wohnwagen eingefallen und versetzten die dortigen Bewohner in Angst und Schrecken.

Wie Zigeuner, die auf dem europäischen Festland seit Jahrhunderten umherreisenden, tun dies in Irland die Tinker, auch Pavee genannt. In Mentalität und ihrem Selbstverständnis unterscheidet sich das irischen Wandervolk kaum von Zigeunern. Seit März 2017 sind die Tinker als ethnische Minderheit in Irland anerkannt. In Großbritannien, wo die Tinker ebenfalls umherziehen, werden von der betroffenen Bevölkerung regelmäßig Straßensperren errichtet, um ein Einfahren der Tinker in die Ortschaft oder auf Grundstücke zu verhindern.

Um den 15. August herum, zu Mariä Himmelfahrt, fallen die streng katholischen Tinker wie ehemals die Türken über Wien – jedes Jahr unangekündigt in deutschen Wallfahrtsorten ein und belagern Wiesen oder Plätze. So auch in Kevelaer, das sich bei den irischen Zigeunern augenscheinlich großer Beliebtheit erfreut.

Unglaubliche Szenen

In diesem Jahr fielen die Tinker in einer besonders großen Gruppe über die Wallfahrtstadt her. Unglaubliche Szenen sollen sich dann abgespielt haben. Rund 500 Personen in 90 Wohnwagen campierten ohne Genehmigung und versetzten die Bevölkerung durch Sauf- und Prügelexzesse, sowie ihre hoch aggressiven Hund  in Aufregung. Anwohner beklagten gefährliche Fahrmanöver von jungen Männern aus dieser Gruppe, die ihre Mädchen mit lauter Musik und quietschenden Reifen durch die Stadt spazieren fuhren.

Die Anwohner gingen auf die Barrikaden, so dass die meisten der irischen Zigeuner nach Neuss weiter zogen, so rp-Online. Dort sprach die Stadt einen Platzverweis aus und forderte die Tinker auf, bis Dienstagmorgen den okkupierten Platz zu räumen, ansonsten werde die Stadt mit polizeilichen Maßnahmen nachhelfen. Die Wohnwagenkarawane zog zog am Montagabend weiter auf die Düsseldorfter Rheinwiesen und ließ in Neuss  säckeweise Müll auf dem Gelände zurück, darunter Bekleidung, Autoreifen, eine Satellitenschüssel oder Autositze, aber vor allem jede Menge Tüten mit Essensresten. Auch diese Aufräumarbeiten wird der Steuerzahler berappen.

Bereits 2012 musste die Stadt Bonn, nachdem die irischen Besucher wieder abgereist waren, circa vier Tonnen Abfälle vom Standplatz entsorgen. Kostenlos zur Verfügung gestellte Mobiltoiletten wurden von den Tinker umgeworfen.

Immer schön politisch korrekt bleiben

Die Bildzeitung berichtete ebenfalls über die Vorkommnisse, macht aber aus den  irischen Tinker aber in der Berichterstattung politisch korrekt irische Wanderarbeiter. (BS)


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