Kein Gespräche mit dem „Pack”

von blu-News

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte am Mittwoch die Asylunterkunft im sächsischen Heidenau und wurde mit Buhrufen und „Volksverräterin“ begrüßt. Auch für die gesprächsbereiten Bürger hatte Merkel keine Zeit. Gekränkte Bürger skandierten „Wir sind das Pack!“

merkel-300x202Erstmalig seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2005 hat Bundeskanzlerin Merkel (CDU) am Mittwoch eine Immigrantenunterkunft besucht.

Ihr Besuch im sächsischen Heidenau, den sie zusammen mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) absolvierte, wurde von Demonstranten mit Buhrufen und lauten Pfiffen begleitet.

SPD-Zentrale nach Gabriel-Besuch mit Emails geflutet

„Wir sind das Pack“ riefen gekränkte Bürger in Anlehnung an die Aussage von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der ohne Differenzierung bei seinem Besuch am Montag in Heidenau Demonstranten als „Pack“ bezeichnete. Wie der Spiegel berichtet, seien nach Gabriels Einordnung hunderte von „Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen“ bei den Sozialdemokraten eingegangen. „Menschenverachtende Anrufe, Emails und Kommentare“, die „mittlerweile dramatische Ausmaße“ angenommen haben, hätten nach Aussage von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi die SPD-Zentrale geradezu überschwemmt.

Andere hielten Schilder mit der Aufschrift „Wir sind das Volk“ der Kanzlerin entgegen. Sprechchöre mit „Lügenpresse, Lügenpresse” wurden den in großer Zahl vertretenen Journalisten entgegengerufen. Ein Kameramann sei sogar mit einem Ei beworfen worden.

Kein Gesprächsbedarf mit dem „Pack”

Der MDR berichtete, dass sich unter den Demonstranten auch viele gesprächsbereite Heidenauer vor der Immigrantenunterkunft versammelt hätten um mit der Bundeskanzlerin in einen Dialog zu treten. „Wir fordern einen Diskurs” war auf vielen Schildern zu lesen. Für die Heidenauer Bürger hatte Merkel jedoch keine Zeit und ließ, wie die brandenburgische AfD mitteilte, ihre Limousine an den Bürgern vorbeifahren und ignorierte so das Gesprächsangebot.

In der Heidenauer Unterkunft in einem ehemaligen Baumarkt sprach Merkel, durch ein Hupkonzert gestört, dann mit ausgesuchten Immigranten, deren Helfern und Sicherheitskräften, denen sie versicherte, dass es

„beschämend und abstoßend sei, was wir hier erleben mussten“.

Heidenaus Bürgermeister Opitz kritisierte die „aufgeheizte Stimmung” bei Merkels Besuch. Die sei keine Art, wie man „mit Gästen“ umgehe, so der beschämte Parteikollege der Kanzlerin. Dennoch sei der Besuch der Kanzlerin „als Erfolg zu werten”, da Merkel von den „Flüchtlingen in der Unterkunft frenetisch begrüßt worden sei. Sie habe sich auch sehr viel Zeit genommen, um sich über die Schwierigkeiten zu informieren.

Gabriel, Merkel und Gauck übergeben die Klinke an Maas

Bundespräsident Joachim Gauck besuchte ebenfalls am Mittwoch eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin. Auch Gauck trat nicht in einen Dialog mit besorgten Bürgern ein, sondern kritisierte Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Heime als „Dunkeldeutschland”.

Nach dem Besuch von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), gefolgt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und den Heidenauer Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) im Schlepptau hatte, hat nun Justizminister Heiko Maas (SPD) sein Kommen in Heidenau angekündigt. Auch er wird sich nicht den Fragen der Heidenauer Bürger stellen, sondern mit Schülern in Kooperation mit der Veranstaltung „Gesicht zeigen“ über die „fremdenfeindliche Ausschreitungen vom Wochenende“ diskutieren. (BS)


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