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Land des Weglächelns

Von Schlaglicht

Man sollte meinen, im Land des Weglächelns wird nicht demnächst gewählt. Es erinnert mehr an ein kollektives Verdrängungstrauma, an die Normalisierung des Anormalen.

Wertverfall durch Niedrigzinsen? Ach wo, Pessimismus! Uns geht’s doch gut. Was gibt es zur manipulierten Dieselsoftware zu sagen, zur illegalen Kartellabsprache der großen fünf Autobauer zu Lasten des deutschen Autofahrers? Kein Wort der Kanzlerin. Nur eins des Seehofers:

„Wir müssen mit staatlichen Mitteln alte Dieselfahrzeuge nachrüsten,“

Wir, damit meint er den Steuerzahler, den gerade um seine Abgaswerte beschissenen Kunden. Hochwasser? „Es hört schon wieder auf zu regnen,“ merkelte es aus Bayreuth und schon fuhr sie lächelnd durch den Dauerstau ihrer überlasteten und kaputten Autobahnen in Richtung Südtirol. „Bei so vielen Autos gibt`s doch keine Autokrise!“ könnte sie noch sagen.

Längst weggelächelt ist das brennende G-20-Hamburg. „War doch supi in der Elfi,“ angeliert es leise vor sich hin. Von wegen verletzte Polizisten. Die echte Staatsmacht war doch bestens beopert. Und während China zur weiteren Ausbeutung Afrikas in Dschibuti Militärstützpunkte errichtet, im Fünfjahresplan jedwede Wertschöpfungsketten technischer Art im Land verordnet und somit den Einfluss westlicher Firmen eklatant beschneidet und auf einmal in der Ostsee mit Kriegsschiffen präsent ist, erklimmt Mutter Angela in den Medien die Dolomiten.

Längst vergessen bei 40 Prozent der Deutschen sind Angelas Flüchtlings-Fehler von 2015. Alter Schnee. War da was? Bedrohung durch Islamisten? Diese Form der Bedrohung erlebt geradezu kollektive Ignoranz bis hoch in unser Justizsystem. Oder wie kann man es nennen, wenn der 26jährige, zur Abschiebung vorgesehene, dem Verfassungsschutz bekannte Islamist Ahmad A. aus einem der Reichsten Länder der Welt (Emiraten) in einen Hamburger Supermarkt flüchtet, dort „Allahu-Akbar“-schreiend mit einem Messer Christen schlachtet und dann von den Ermittlern von „einer schwierigen Gemengelage“ gesprochen wird. Psychisch labil, schwere Kindheit, Fluchttrauma…. Ein Diebstahlsverfahren gegen ihn wurde vorsichtshalber eingestellt, in sein islamisches Zuhause geschickt wurde er auch nicht, weil er keine Papiere hat. Die Ermittler suchen nach Hintermännern. Dass gefährliche Islamisten oft Einzeltäter sind, scheint vergessen. Mutti will sich zu solch hässlichen Taten nicht äußern. Alles unklar, muss erst geklärt werden. In langen, Untersuchungen. Bloß nicht vor der Wahl.

Bis dahin wird alles weggelächelt. Es ist Urlaub. Und wer sagt da, wir kümmern uns nicht um aktuelle Themen? Zum Glück gibt´s eine Sammelmülltonne für gute Vorschläge a la Obergrenze und Abschiebezentren, den Bayernplan. Dort kommt – wie bei einem guten Kimtschi aus Korea – alles erst einmal hinein und wird hinterm Haus vergoren. Wenn einer fragt, haben wir doch darüber längst geredet.

Die SPD hat ihren Schulz. Und das ist gut so. So kommt Mutti wieder auf ihre 38 Prozent und kann sich mit den völlig unerklärlichen 18 der FDP an die Regierung hangeln. So bleibt alles beim alten, bei der Alten. Bloß keine Änderungen im Land des Lächelns. Bleibt zu hoffen, dass die bösen Österreicher wegen der vielen Süd-Nord-Wanderer nicht den Brenner sperren und Mutti nach Hause fliegen muss. Vorbei am 7000 Kilometer Stau und all den lästigen Problemen.