Loki – gehasst und gefürchtet. – Der missverstandenste Gott der Germanen

von Bernwart

Liebe Arminen und Armanen, liebe deutsche Volksgeschwister.

Vorweg gesagt: Er ist der unbeliebteste unter unseren germanischen Göttern.

Eine der rätselhaftesten und unsympathischsten Gottheiten in der arisch-germanischen Mythologie ist unzweifelhaft Here Loki. Zu seinen bekanntesten Missetaten gehört seine Urheberschaft am Tod des Sonnengottes Baldur, außerdem war und ist er der Anführer der Riesen und Dunkelmächte in der Ragnaröck, der Götter-Abenddämmerung.

In der Edda (Gylfaginning, 33) steht folgende Beschreibung von ihm:

„Loki ist schmuck und schön von Gestalt,
aber bös von Gemüt und sehr unbeständig.
Er übertrifft alle andern in Schlauheit
Und in jeder Art von Betrug.“

In seinem Listenreichtum und seiner Gerissenheit stellt Loki ein Musterexemplar des mythischen Schuftes und Halunken dar. Er besitzt einen ausgeprägten Sinn für Strategie und nutzt ihn, um mit Intrigen und komplexen Lügen seine Interessen durchzusetzen. Da Loki mehr Riese als Ase ist, ist auch sein Verhältnis zu den übrigen Asen sehr zwiespältig, doch von Here Odin wird er geachtet. Beide schlossen vor Urzeiten Blutsbrüderschaft.
Zusammen mit Here Hönir, sind sie die drei Schicksalsgötter.

Alle drei (Odin, Hönir und Lodur/Loki) treten gemeinsam auf, wenn eine Änderung eingeleitet und vollendet werden soll.

Loki ist das Kind des Riesen Farbauti (Blitzfeuer) und der Riesin Laufey (Laubinsel), seine Brüder sind Byleist und Helblindi, seine Frau ist Sigyn.

Durch seine Blutsbrüderschaft mit Odin ist er in den Kreis der Asengötter aufgenommen worden. Doch sein Verhältnis zu den anderen Asen war oft mehr oder weniger angespannt, da er so wechselhaft und unverläßlich war. In der Edda sind viele Beispiele darüber berichtet, so z.B.:

Er half dem Thor/Donar durch eine List bei der Wiederbeschaffung seines Hammers „Mjölnir“, der von den Riesen gestohlen wurde (Thrymskvidha). Er half aber auch dem Riesen Tiazi bei der Entführung Froe Idunas, mitsamt ihrer goldenen Äpfel. Doch durch den Druck der Asen und seiner Raffinesse (meistens findet er einen Ausweg aus dem von ihm verursachten Unheil), machte er den Schaden wieder gut und half auch bei ihrer Befreiung.

Loki zeigte sich als Freund und als Feind der Götter. Erst nachdem er Hödur durch List dazu gebracht hatte, seinen Bruder Baldur zu töten, war das Maß voll und deshalb verbannten bzw. bestraften ihn Odin und die übrigen Götter. (Ähnliches Schicksal wie der griech. Prometheus)

Mit der Riesin Angrboda zeugte Loki:

  • die Mitgardschlange (Jörmungandar)
  • die Totengöttin Hel und
  • den Fenriswolf (Fenrir).

Loki war/ist ein zwittriges Wesen, männlich wie weiblich.

Er brachte selbst Sleipnir, das achtbeinige Roß Odins, zur Welt: Er verwandelte sich in eine Stute, um Savadilfari, den Hengst des Riesen, der die Götterburg errichten sollte, von der Baustelle zu locken, damit der Riese den vereinbarten Termin nicht einhalten konnte. Einige Monate nach diesem Ereignis wurde Sleipnir geboren. Loki schenkte das Fohlen Odin.

Und nun wieder die Zwiespältigkeit:
Er legt sich mit allen an, besonders deutlich in der „Lokasenna (Lokis Zankrede)“, in der er die anderen Götter alle beschimpft und beleidigt und auch ihre Schwächen aufzeigt.

Loki war und ist vor allem der Feind des lichten Sonnengottes Baldur sowie der Erzfeind des Wächters der Himmelsbrücke, des Vaters der menschlichen Entwicklung und Gottes der Schwarzen Sonne, Heimdall.

In der letzten Schlacht, der Ragnaröck, stehen sich beide gegenüber und „töten“ sich gegenseitig.

Liebe Arminnen und Armannen.
Welche Bedeutung hat Loki, Here Loki, für uns Menschen?
Eines ist klar: Er ist nicht das absolut Böse! Er ist nicht der christliche Teufel oder Satan!

Was oder wer aber, ist Loki?
Loki ist der Gott des flackernden Herdfeuers, ein Feuergott.
Er ist der Gott des SOWOHL ALS AUCH; d.h. er kann wie das Herdfeuer wohltuend wärmen, als auch furchtbar vernichtend sein.

Es kommt also auch auf uns Menschen an, wie wir mit ihm umgehen und auf seine „Schläge“ reagieren; achtsam oder unachtsam. In unserem Leben kommt er des öfteren ins Spiel. Sei es bei Unfall, Krankheit, Scheidung, beruflicher Kündigung usw. All diese Schicksalsschläge unterliegen der Macht Here Lokis.
Sie sind zuerst einmal unangenehm, furchtbar und schlimm für Jeden der davon betroffen ist.

Man kann daran verzweifeln und untergehen!

Aber es kann auch ein Wendepunkt werden im Leben! Denn jeder dieser Schicksalsschläge, ob kleiner oder großer, bedeutet für uns erst einmal ein STOP! Bis hierher und nicht weiter. Wir bekommen Zeit zum Nachdenken und zum Überlegen. Das ist das LOKI-PRINZIP!

  • Eine Krankheit zeigt uns auf, daß wir an unserer Lebensführung, unseren Ess- oder Trinkgewohnheiten, etwas ändern sollten.
  • Ein Unfall zwingt unseren Körper vielleicht zu einer längeren Ruhepause.
  • Eine berufliche Kündigung zwingt uns eine andere Arbeitsstelle zu suchen, oder vielleicht sogar umzuschulen, weil diese alte Arbeitsstelle oder der erst erlernte Beruf doch nicht das Richtige für uns war.

Aber aus Bequemlichkeit und fehlender Einsicht, hätten wir diesen Schritt nicht freiwillig getan.

Loki zwingt uns dadurch zu einer Änderung in unserem Leben, oft sogar zu unserem Glück! Wir müssen es nur richtig erkennen und danach handeln. (Here Loki = Feind/Freund?)

Gegensätze erzeugen Reibung, erzeugen Hitze, Energie und Kraft. Energie und Kraft ermöglichen die Veränderung, die (Ver)Wandlung.

Here Loki ist der Wandler, der Gott der Veränderung und damit auch des Fortschritt’s, der Weiterentwicklung. Er zwingt Alles und Jedes zur Bewegung, denn Stillstand ist Stagnation, ist Tod. Er ist DAS NOT-WENDIGE ÜBEL!

Aber auch Lokis Macht ist nicht unbegrenzt. Dafür sorgt in jedem Jahr, zur Winter-Sonnenwende, Here Widar und zu Beginn des Heimdall-Wassermann-Zeitalters, Here Heimdall, der Gott der Schwarzen Sonne!

Liebe Arminen und Armanen!

Zusammenfassend sage ich:

Odin, Hönir und Loki sind als Schicksalsgötter auch die drei Waltungsherrscher hinter dem Lebensgesetz, wie es von unserem Altmeister Guido v. List erkannt wurde. Von den drei Stufen des göttlichen Werde-Gesetzes, dem Entstehen, Sein und Vergehen zum Neuentstehen. Ihr gemeinsames Symbol ist die Trifuos-Rune

  • Odin für Entstehen: Er schafft die Materie und haucht ihr seinen Atem, die Seele ein.
  • Hönir für Sein. Er gibt das Bewusstsein und die Vernunft.
  • Loki für gesunde Körperlichkeit. Er lenkt aber auch die Veränderung, bis zur Weiterentwicklung, Wandlung und Auflösung zur Wiedergeburt.

Liebe Freunde!

Zum Schluss meines Vortrages können wir feststellen:

Wir alle, Götter wie Menschen, sind miteinander und mit dem Welt-All untrennbar verbunden, aber in verschiedenen Bewußtseinsstufen und Dichtigskeitsgraden der Materie.

Wir alle sind Teile des ALLES WAS IST,
Wir alle sind Teile des Allgeistes ODIN – WOTAN !

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Bernwart

(Vortrag für das Wotans-Thing, 29.-31. 10. 2011 in Heldrungen, Seite 1 bis 8)


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly