Machteliten: Die eine, richtig große Krise

von Andreas von Rétyi

Die Globalisierer sind ihren Zielen erheblich näher gekommen. Geplant vor Jahren und Jahrzehnten, haben sie die umfassende Krise vorbereitet, um eine neue Ordnung in der Welt zu installieren. Mechanismen und Hintergrundkräfte sind längst bekannt – nur den etablierten Medien scheinen diese Zusammenhänge vollends zu entgehen.

Ankunft von Flüchtlingen am Bahnhof MünchenUneigennützigkeit bei den Machteliten dieser Erde zu erwarten, wäre wohl recht naiv gedacht. Die großen Sponsoren und Philanthropen kennen genügend »interne« Gründe für ihre vermeintliche Menschenfreundlichkeit, um gänzlich anderen Zielen nachzustreben, im ureigensten Interesse. Die wirklich großen Pläne sind für die Öffentlichkeit allerdings auch deshalb schwierig zu durchschauen, weil sie häufig auf lange Zeiträume ausgelegt sind und konsequent realisiert werden.

So hat die Bilderberggruppe bekanntlich bereits vor Jahrzehnten ihre Globalisierungsinteressen festgeschrieben und die europäische Einheit, die deutsche Wiedervereinigung und den Euro konzipiert. Über die Jahrzehnte hinweg wuchs dieses künstliche Gebilde heran, wobei einige Entwicklungen natürlich auch einer Eigendynamik folgten. Heute machen sich auch bei Bilderberg gewisse Sorgen zu einem Kontrollverlust der Eliten breit. Doch der große Plan wird konsequent weiterverfolgt.

Dieses Jahr trafen sich die Bilderberg-Globalisten unter besonders strikter Geheimhaltung in Tirol, um wieder einmal über die Weichenstellungen in der Welt zu beraten. Natürlich standen dabei erneut auch die zielstrebig verfolgten Globalisierungsprozesse, Strategien für Europa und aktuelle ökonomische Fragen zur Diskussion, einschließlich der Abschaffung des Bargelds.

Bekanntlich traf die Bilderberggruppe erstmals vor mehr als 60 Jahren zusammen, im Jahr 1954 im gleichnamigen Hotel de Bilderberg in den Niederlanden. Gründungsvater Józef Hieronim Retinger stand stets im Hintergrund, hielt allerdings durch seine zahlreichen hochkarätigen Kontakte viele Fäden in der Hand, auch wenn er die Geister, die er rief, letztlich nicht mehr los wurde.

Die Namen, die er konkret nennt, sagen vor allem aus heutiger Perspektive bereits alles aus, wobei er in den USA zunächst auf den hoch einflussreichen William Averell Harriman traf, als einen der mächtigsten Angehörigen von Skull & Bones. Harriman erkannte Retingers Konzepte zur Intensivierung transatlantischer Beziehungen als exzellenten Mechanismus für den Austausch innerhalb der Machteliten und förderte die Etablierung der geheimen Zusammenkünfte.

Aus vergleichbaren Kreisen stammten auch die weiteren Unterstützer Retingers, der seinerzeit schrieb:

»Zu jener Zeit (gegen Ende 1946) fand ich unter Finanziers, Geschäftsleuten und Politikern in Amerika eine einhellige Billigung unserer Ideen. Mr. Leffingwell, Senior Partner bei J. P. Morgan, Nelson und David Rockefeller, Alfred Sloan, Vorsitzender der Dodge Motor Company, Charles Hook, Präsident der American Rolling Mills Company, Sir William Wiseman, Partner bei Kuhn Loeb, George Franklin und insbesondere mein alter Freund Adolf Berle, Jr., waren alle dafür, und Berle stimmte zu, die amerikanische Sektion zu leiten.

John Foster Dulles war ebenfalls einverstanden damit, uns zu helfen, und als er Anfang 1947 nach Moskau reiste, um an einer Konferenz teilzunehmen, baten wir ihn – da wir noch keine Antwort aus Moskau erhalten hatten –, daran zu erinnern, wie die Russen auf die Idee reagierten. Dulles schrieb zurück und sagte sehr freimütig, er habe die Russen studiert und herausgefunden, dass sie alle für eine Einigung Europas seien unter der Voraussetzung, dass es unter Russland vereint würde.«

Mittlerweile sehen wir die Konsequenzen der Pläne, wie sie die Globalisierer seit Jahrzehnten verfolgen, immer deutlicher vor Augen. David Rockefeller wurde am 12. Juni 2015 satte 100 Jahre alt und scheint seinen Zielen näher denn je zuvor. Im Jahr 1994 soll er gesagt haben:

»Alles, was wir benötigen, ist die eine, richtig große Krise, und die Nationen werden die Neue Weltordnung akzeptieren.«

Es ist das alte, historisch vielfach belegte und auch von einigen Kreisen hinter der US-Regierung häufig gebrauchte Konzept einer umfassenden Bedrohung, die Kräfte vereint und Rufe nach einer starken, rettenden Hand laut werden lässt. Die Geschichte hat allerdings belegt, wie schnell solch ein vermeintlicher Rettungsanker in die Katastrophe führen kann.

Das Zitat Rockefellers ist natürlich umstritten, stattdessen wird seine Äußerung vor dem U.S. Business Council im September 1994 als originale Äußerung vorgelegt. In seiner damaligen Rede betonte Rockefeller in geradezu auffallender Weise seine friedvollen Absichten für die Welt und sprach von einem sehr günstigen Zeitfenster für eine entsprechend friedvolle globale Gesellschaft:

»Dieses gegenwärtig geöffnete Fenster einer Chance, während derer eine wahrhaft friedliche und unabhängige Weltordnung errichtet werden könnte«, so Rockefeller damals, »wird hier nicht … wird nicht zu lange offenstehen. Schon jetzt sind mächtige Kräfte aktiv, durch die eine Zerstörung all unserer Hoffnungen und Anstrengungen droht, eine dauerhafte Struktur globaler Kooperation zu errichten.«

Genau sie bildet aber bei etwas kritischerer Blickweise die eigentliche Gefahr, von Frieden keine Rede. Am Ende läuft das Spiel der Machteliten stets darauf hinaus, eine bedrohliche globale Struktur als gigantischen Mechanismus ins Leben zu rufen. Ein Mechanismus, der niemand anderem als den Eliten selbst dient. Deren Anstrengungen müssen zwangsläufig zur Krise führen, gerade, wenn dabei auch nationale, kulturelle und religiöse Identitäten auf dem Spiel stehen.

Die Ziele führen zu jener einen großen Krise, die wir jetzt auf dem Finanzsektor, beim »Projekt« Europa und der gegenwärtigen Flüchtlingskrise sehr klar und direkt vor Augen haben, wobei neben vielen anderen auch der ehemalige österreichische Botschafter für Mazedonien eine im Mainstream unübliche Perspektive zur gegenwärtigen Situation vorstellt.

Er weist darauf hin, dass ein Flüchtling laut der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 in seinem Heimatland durch die Behörden verfolgt worden sein müsse. Zu erfüllen seien etliche Kriterien, was in der gegenwärtigen Situation häufig aber nicht der Fall sei. Nicht unberücksichtigt bleiben darf bei alledem jedoch auch, dass hier sehr zahlreiche Menschen für »höhere Zwecke« instrumentalisiert werden. Ganze Völker werden damit zum Opfer der Globalisierer.

Die großen Medien differenzieren in der Sache offenbar überhaupt nicht mehr, nur dürfte mittlerweile allen klar sein, welches bedrohliche Ausmaß die gegenwärtige Krise in jeder Beziehung erreicht hat. Genau das aber liegt im Interesse der Hintergrundkräfte seitens der Machtelite, die ihrerseits eine Entmachtung der Nationalstaaten anstrebt. Und viele einflussreiche »Verantwortungsträger« heulen beinahe schon selbstredend mit den Wölfen, stimmen nur allzu gerne in den großen Chor ein.

Interessant beispielweise, was Ex-Außenminister Joschka Fischer Anfang 2015 auf einer Veranstaltung des Ifo-Instituts in München sagte. Hier favorisierte er einen Euro-Zonen-Staat, was allerdings ohne eine weitere Verschärfung der Krise nicht funktionieren werde, so Fischer. Er erklärt unter anderem:

»Das gesamte europäische Projekt könnte zerfallen.«

Princeton-Gastprofessor Fischer ist allerdings auch Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations, zu dessen finanziellen Förderern nicht zuletzt der Multimilliardär, Globalisierer und natürlich »Philanthrop« George Soros zählt.

Nicht zu vergessen, 2013 wurde eigens das Project for Democratic Union (PDU) gegründet, eine politische Denkfabrik, die sich für eine volle politische Union der Euro-Zone einsetzt. Unterstützt wird es wiederum auch von der Central European University in Budapest, deren Begründer erneut George Soros ist. Und der irische Geschichtsprofessor Brendan Simms, PDU-Chef, bestätigt die Entstehung von kräftigen Staatsunionen bei Präsenz äußerer Gefahren.

Bereits bewährte Prinzipien einer gemeinsamen Staatsschuld, eines gemeinsamen Militärs, einer gemeinsamen Außenpolitik und einer gemeinsamen Regierung seien durchaus auch auf die Euro-Zone anzuwenden, um ein geschlossenes Vorgehen bei äußeren Gefahren wie ISIS sowie auch dem Vorrücken von Putins Russland zu erreichen. Ein Schelm, wer Böses bei alledem denkt?


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