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Massenverhaftung der Elite in Saudi-Arabien

von Freeman

Der König von Saudi-Arabien, Salman bin Abdulaziz Al Saud, hat am Samstag mit einem Dekret ein neues Antikorruptions-Komitee ins Leben gerufen, dass die uneingeschränkte Vollmacht besitzt, die „Korruption“ im Lande zu bekämpfen.

Das Komitee wird von Kronprinz Mohammed bin Salman geleitet, der sofort die Verhaftung von 11 saudischen Prinzen, vier amtierende Minister der Regierung, zahlreiche ehemalige Minister, die Chefs der TV-Sender und viele weitere Führungspersönlichkeiten angeordnet hat.

Mohammed bin Salman

Das Komitee ist befreit „von allen Gesetzen, Regeln, Instruktionen, Befehlen und Entscheidungen„, während es seine Aufgabe erfüllt, nämlich, „die Identifizierung der Verbrechen, Personen und Entitäten„, die schuldig oder mitschuldig an der Korruption sind, und bekommt Befugnisse entsprechende Strafmassnahmen aufzuerlegen. Das schliesst die Beschlagnahmung von Vermögen, Reiseeinschränkungen und Verhaftungen ein.

Was hier passiert ist ein massiver interner „Regimewechsel“, denn was überrascht ist die Verhaftung des prominenten Milliardär, Mitglied der Königsfamilie und einer der grössten Aktionäre der Citibank, der News Corp. und von Twitter, der oft in den US-Medien aufgetreten ist, Prinz Al-Waleed bin Talal, mit wie gesagt 10 weiteren hochrangigen Prinzen und 38 Minister, denen Korruption und Geldwäscherei vorgeworfen wird. Die Privatflugzeuge aller Prinzen wurden mit einem Startverbot belegt.

Unter denen die entweder entlassen oder verhaftet wurden ist der Chef der königlichen Garde, Miteb Bin Abdullah, der Planungs- und Wirtschaftsminister, Adel Fakeih, und Admiral Abdullah bin Sultan bin Mohammed Al-Sultan, der Kommandeur der saudischen Seestreitkräfte.

Diese Säuberung durch den saudischen König bedeutet, dass die letzten Überreste an Führungspersönlichkeiten des verstorbenen Königs Abdallah entfernt wurden. Darunter auch die Chefs drei grössten saudischen TV-Sender, Alwalid Bin Talal (Rotana), Walid Al Brahim (MBC) und Saleh Kamel (ART).

Beobachter sagen, es handelt sich hier um eine „Nacht der langen Messer“, als Fortsetzung der bereits im Juni durchgeführten „sanftem Säuberung“, wobei der König altgediente Amtsträger durch junge Nachfolger hat ersetzen lassen, mit der Absicht, Saudi-Arabien gegenüber dem Westen zu öffnen.

Muhammad bin Salman ist jetzt die mächtigste Person in Saudi-Arabien, nach dem König, denn ihm untersteht ab sofort der ganze Apparat des militärischen-geheimdienstlichen Netzwerkes.

In einem aktuellen Interview sagt bin Salman,

Jede Person, die in Korruption involviert war, wird ohne Ansehen der Person und dessen Status zur Rechenschaft gezogen, vorausgesetzt es gibt Beweise.

Crown Prince: Every person, who has engaged in #corruption, regardless of their status, will be held accountable, provided there’s evidence. pic.twitter.com/sTxKfqvjo2

— CIC Saudi Arabia (@CICSaudi) 4. November 2017

Al-Waleed bin Talal

Wie gesagt, die Verhaftung von Al-Walid bin Talal wegen der Anschuldigung der Geldwäscherei könnte auch ein Gefallen an Donald Trump sein, denn Trump hasst bin Talal wegen seiner über Twitter durchgeführten Kritik während des Wahlkampfes. Der Vorwurf der „Korruption“ ist ja eine der beliebten Beschuldigung, um Amtsträger loszuwerden.

Die Massenverhaftung und Neubesetzung der Regierungsämter ist der Höhepunkt der Nachrichtenlage aus dem Mittleren Osten, denn der Samstag begann mit der Ankündigung von Saad al-Hariri, libanesisch-saudi-arabischer Unternehmer, Politiker und Milliardenerbe, er wird wegen Morddrohungen von seinem Amt als libanesischer Ministerpräsident zurücktreten.

Dann kam die Meldung, saudische Verteidigungskräfte haben eine ballistische Rakete abgefangen, die als Ziel den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad hatte. Die Rakete vom Typ Burqan 2H wurden von den Houthi kontrollierten Jemen aus abgeschossen, da beide Länder sich im Krieg befinden.

Von Trump hat man auch an diesem Tag was gehört, denn er fordert die Privatisierung des staatlichen saudischen Ölkonzerns Aramco und der IPO soll an der Börse von New York stattfinden.


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