Merkel-Europa: Ein machtloses Trümmerfeld mit exzessivem Größenwahn

Von Viribus Unitis

Europa fordert in diesen Zeiten alles heraus was man herausfordern kann. Europa stellt sich gegen den IS, das ist gut. Europa stellt sich seit Jahren gegen Putin-Russland, seit neuerem gegen die Trump-USA und seit dem Gipfel von Malta hat man auf Anregung des gerade wiedergewählten Präsidenten des Europäischen Rates, Tusk, auf dem Gipfel von Malta eine volle Konfrontation mit China beschlossen. Aktuell ist auch der Dauerstreit mit der Türkei wieder in einer sehr heißen Phase. Gilt die alte Militärregel noch, die da hieß und heißt: „Viel Feind, viel Ehr“ – oder eher – viele Hunde sind des Hasen Tod?

Es gibt vier Weltmächte: China, Indien, Russland und die USA. Europa hat sich zur gleichen Zeit zum Ziel gesetzt, China zu bekämpfen, Putin-Russland auch, und eben die Trump-USA. Seit neuestem regt der wieder gewählte Präsident des Europäischen Rates, Tusk, eine Konfrontation mit China an. Immerhin, Europa liegt mit drei der vier Weltmächte im Streit. Viel Feind, viel Ehr, pflegte man früher zu sagen.

Europa fordert diese starken Mächte bewusst heraus und glaubt, diese Auseinandersetzungen auch gewinnen zu können – sonst würde man logischerweise so eine Auseinandersetzung doch gar nicht erst anfangen! Die Frage ist, mit welcher Stärke macht Europa das? Ist Europa stark genug um diese Auseinandersetzungen die man vom Zaun bricht gewinnen zu können?

Man glaubte im Rahmen einer „Arab Spring“ genannten Initiative ganz Nordafrika umgestalten zu können. Nichts gelang in diesem Bereich. Libyen wurde mit Krieg überzogen und ist nach wie vor im Krieg. Der Migrationsstrom aus Westafrika ist zu einem Migrations-Tsunami angewachsen und Nordafrika selbst, hat wegen dieses Arab Spring mehr als 600 Milliarden Dollar an Wirtschaftswachstum verloren, wie die UN feststellten. Das Wort Desaster beschreibt nur unzureichend, was die europäische Inkompetenz in Nord- und Westafrika in den letzten Jahren angerichtet hat.

In Osteuropa glaubte man 2014 mit dem Putsch in der Ukraine das Land in den Griff zu bekommen – auch dies ist wie alle Vorhaben der Europäer an der Inkompetenz der europäischen Akteure gescheitert. Der Schwelbrand in der Ukraine ist heute noch immer das bestimmende Thema in Osteuropa – nichts ist dort im Griff.

Der Dauerstreit mit der Türkei, der seit mehreren Jahren mit jeweils unterschiedlicher Intensität geführt wird, kommt noch dazu. Betrachtet man die Situation mit der Türkei, so sieht man, dass bisher Europa ständig gereizt hat und mit grosser Klappe alles mögliche vorbrachte, aber nichts – absolut NICHTS – gegen die Türkei ausrichten konnte. Europa hat sich als großmäuliger Großkotz präsentiert, ohne jede Fähigkeit diese Großkotzigkeit in Siege umzuwandeln. Alle Punkte in diesem Spiel – betrachtet man den Zeitraum seit 2014 – gingen bisher an Erdogan.

Nun gibt es auch einen Geburten-Dschihad, so scheint es, vorangetragen von Erdogan. „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung im westtürkischen Eskisehir.  „Von hier aus appelliere ich an meine Bürger und Brüder in Europa: Da wo ihr arbeitet und lebt, ist nun eure Heimat. Gründet noch mehr Betriebe. Schickt eure Kinder in bessere Schulen. Lasst eure Familien in besseren Stadtteilen leben. Steigt in die besten Autos. Wohnt in den schönsten Häusern“, propagierte der türkische Präsident. Wieder ein Punkt der an Erdogan geht. Was will Europa schon dagegen machen?

EU: Die Europäische Union ist ohne jede Form der Durchsetzungskraft, weder nach außen – siehe Türkei / Erdogan – noch nach innen. Ungarn, beispielsweise, zeigt mit den erfolgreichen Revolten durch Revolutionsführer Viktor Orban gegen Brüssel wie man aufbegehrt. Orbans Revolten füllen Bände. Vor allem in der Flüchtlingsfrage setzt Orban ständig neue Maßstäbe – ignoriert dabei Brüssel völlig. Egal ob nun Türkei und Erdogan oder Ungarn und Orban – die EU ist nicht fähig sich durchzusetzen.

Über diese Niederlagen, ob nun gegen Orban oder jene die man von den Türken einstecken musste, redet man nicht. Ob Königin Maxima der Niederlande im Rahmen ihres Outfits die richtige Farbenwahl getroffen hat, oder sich Prinzessin Viktoria von Schweden ihren Fuß verstaucht hat, ob in San Marino ein Baum gefällt wurde, oder ob Charlene von Monaco eine neue Haarfarbe hat. Das sind jene Themen die die Welt in Europa bestimmen. Darüber reden die Leute!

Als „une tempête dans un verre d’eau“ (Sturm im Wasserglas) bezeichnete Montesquieu, ein französischer Staatsphilosoph und Schriftsteller, einen Aufruhr im Zwergstaat San Marino. Dieses Bild ist schon alt und findet sich schon bei Cicero als „fluctus in simpulo“ (Sturmflut in einer Schöpfkelle).

Was ist, wenn wir Europa nicht im Rahmen eines Wasserglases betrachten, sondern im Rahmen eines Swimming-Pools der sich Mittelmeer nennt – ausgeweitet mit den Pool-Liegeflächen wie Schweden oder Deutschland und weiteren – und dahingehend die Pool-Landschaften betrachtend – NATO, Europa und die Welt. Was ist dann?

NATO: Die NATO bezeichnet sich im Rahmen von Selbstüberschätzung und Größenwahn als mächtigste Militärorganisation der Welt. Davon merkt man aber nichts. Die NATO ist beispielsweise seit über 10 Jahren in Afghanistan im Einsatz. Unter Führung des genialsten aller NATO-Oberlenker, US-Präsident Obama, gelang es der „mächtigsten“ Militärorganisation der Welt nicht, in acht Obama-Jahren in Afghanistan die dortigen Islam-Terroristen (Taliban) zu besiegen. Ganz im Gegenteil. In diesen acht Jahren ist das Gebiet der aufständischen Islam-Terroristen größer geworden.

In Afrika versuchen NATO-Staaten im Rahmen der französischen „Operation Barkane„, in Deutschland „Mali-Einsatz“ genannt, Westafrika zu befrieden. OHNE Erfolg.

Die NATO behauptet von sich selbst, sie sei die mächtigste Militärorganisation der Welt. OK – Frage: Woran erkennt man das, wenn man im Rahmen des Managements eine Bewertung die Resultate betrachtet?

Schweden – die Führungsmacht in Skandinavien – ist unter Druck: Jedewede Form der Berichterstattung über Flüchtlingskriminalität wird mit dem „Code 291“ unterbunden. Man gibt damit den Flüchtlingen jenen Schutz, um die weitere kriminelle Enfaltung voranzutreiben. Mittlerweile gerät die Situtation – wie in Frankreich – völlig außer Kontrolle. Straßenschlachen, brennende Autos und anderes sind an der Tagesordnung. Diese Situation ist durchaus mit jener in Frankreich vergleichbar.

Die schwedischen Minister beginnen nun über die Situation in ihrem Land zu lügen. So hatte die sozialdemokratische Entwicklungshilfeministerin Ylva Johannson dargestellt, dass es ein Sinken der Vergewaltigungsrate in Schweden geben würde. Das war natürlich gelogen, wie man zwischenzeitlich weiß. Schon bemerkenswert: Eine Frau, die eigentlich die Frauenrechte hoch halten müsste, lügt ausgerechnet über die Vergewaltigungsrate. Was für einen Charakter muss man haben um das zu machen?

Ehemalige europäische koloniale Macht als Tagtraum im Rahmen europäischer Selbsteinschätzung

Frankreich, Spanien, Portugal und Großbritannien bestimmten mit ihren Kolonialreichen einst die Welt. Europa lebt noch von den Träumen dieser ehemaligen Größe. Es waren Europas Kolonialmächte die die Welt-Bedeutung Europas schufen. Mit dem Untergang dieser Mächte und der auch der zunehmenden Führungsrolle der so genannten Entwicklungsländer im wirtschaftlich-technsichen Bereich ist Europa zunehmend entmachtet worden. Europas Macht heute? Welche?

Großbritannien hat einerseits BREXIT, was Chancen für die Briten birgt und andererseits Probleme aller Art. Das ehemalige Empire ist vom gefürchteten Weltenlenker zu einem wirtschaftlichen Anhängsel jener Länder geworden, denen es früher seinen Stempel aufgedrückt hatte.

Chinesen und Inder investieren in Großbritannien im großen Stil, und das ist es was der dortigen Wirtschaft das überleben sichert. Ob nun die wichtige Rolle Chinas im Bereich der britischen Stromerzeugung also beispielsweise der Finanzierung des neuen britischen Atomkraftwerkes in Hikley Point oder die Investition der ehemaligen britischen Kolonien im ehemaligen Mutterland, als Paradebeispiel sei hier TATA genannt, dass die britischen Automarken Jaguar, Daimler, Land- Rover und Range Rover besitzt. Wirtschafftlich ist es ein wirtschaftliches Zielland und nicht mehr Führungsakteur wie ehemals im Rahmen des internationalen wirtschaftlichen Geschehens.

Großbritannien ist weder militärisch noch Wirtschaftlich als Groß- oder Weltmacht zu sehen. Es ist eine militärische Mittelmacht, aber auch nur weil jedes Land mit Atomwaffen als militärische Mittelmacht gesehen wird. Zwischenzeitlich ist die ehemals größte Kriegsmarine der Welt, die britische, so klein, dass sie nicht mal mehr in der Lage ist, Großbritannien selbst zu schützen.

Großbritannien hat wohl den tiefsten Fall aller Kolonialmächte zu verkraften. Von der ehemaligen globalen Nummer eins zum nicht mal Schatten seiner Selbst. Das ist kein Schatten, der vom Empire übrig blieb. Die Briten selbst stehen nun im Schatten ihrer eigenen ehemaligen Kolonie, also von Indien, gegen das sie heute weder militärisch noch wirtschaftlich eine Chance haben. Die Briten werfen keinen Schatten mehr – das muss man erkennen – sie stehen Ihrerseits im Schatten von Indien, China und anderen.

Frankreich: Wie in meinem Artikel dargestellt ist Frankreich schwer unter Druck. Die Wirtschaft am Boden, militärisch weltweit gefordert, und nicht mehr in der Lage diesen Forderungen gerecht zu werden.

Frankreich ist weder in der Lage seinen eigenen Hinterhof, der Zone Franc / CFA-Zone, noch im Rahmen der eigenen inneren Sicherhheit für Frieden zu Sorgen (Terroranschläge, innere Unruhen, etc.). Wirtschaftlich steht das Land am Rande des Desasters, und kann sich nur mit Hilfe der EZB einerseits und asiatischen Investitionen andererseits über Wasser halten. Die westafrikanischen Länder der Zone Franc, 14 Länder die gößtenteils die ärmsten der Welt sind, mit über 155 Millionen Einwohnern, hängen Frankreich wie ein Mühlstein um den wirtschaftlichen Hals. Asien als Rettungsanker: Der französische Autokonzern PSA hat gerade die europäischen General Motors-Töchter Opel und Vauxhall gekauft – vor allem mit Geld vom chinesischen Peugeot-Investor Dongfeng.

Dem sich sich noch immer als Grande Nation sehenden Frankreich ist alles entglitten, was es die letzten Jahre begann. Man war zu einer Neuordnung in Nordafrika angetreten – hatte dazu Libyen destabiliesiert, und in den Krieg getrieben und wollte auch sonstig die Region aufmischen. Eine gewaltige Pleite, die nur den Flüchtlingsstrom von einer Flüchtlingsflut zum einem Flüchtlings-Tsunami wachsen ließ.

Italien ist im Rahmen einer schweren Wirtschaftkrise in einem nicht endenwollenden Problemsumpf. Verstärkt wird dies noch durch den unaufhörlichen Flüchtlingsstrom, der von Nordafrika nach Italien schwappt, die dortige Insel Lampedusa als Synonym dieser Problematik. Beim Libyen-Krieg hat Italien mitgemacht und zusammen mit Frankreich jenes Chaos angerichtet, das nun herrscht. Wie Frankreich auch ist Italien nicht in der Lage Libyen zu neuer Stabilität zu verhelfen. In Libyen ist der IS ein starker militärischer Faktor und die großmächtigen Italiener – wie auch die Franzosen – sind nicht in der Lage den IS dort auszuradieren.

Italien ist kein internationaler Machtfaktor mehr, sondern nur mehr ein Spielball im Rahmen des internationalen Geschehens.

Spanien: Das spanische Kolonialreich war ehedem so groß, nämlich weltumspannend, dass es ein Reich war, in dem die Sonne niemals unterging. Übrig blieben davon zwei Mikro-Kolonien. Die Exklaven Ceuta und Mellila in Nordafrika werden durch Zäune vor Migranten geschützt. Das macht Spanien zur Zielscheibe heftiger Kritik von Seiten jener Euro-Länder die Grenzzäune als faschistisch bewerten. Ungarns Grenzzäune als Paradebeispiel – und natürlich die spanischen Zäune zur Grenze von Marokko sind auch gemeint. Die Spanier haben alle Hände voll zu tun, um die Flüchtlingssituation in ihrem Bereich im Griff zu halten. Wirtschaftlich versucht man jene Stabilisierung die in den letzten drei Jahren zu bemerken war, weiter zu führen.

Spanien, einst weltbestimmende Kolonialmacht, ist zu einem Spielball der internationalen Ereignisse geworden. Wirtschaftlich ist man bemüht, Investoren ins Land zu holen, politisch bemüht man sich international nicht negativ aufzufallen, um den wirtschaftlichen Kontakten nicht zu Schaden. Spanien, ein Schatten seiner selbst, vergleicht man es mit den alten glorreichen kolonialen Zeiten, kämpft um das eigene Überleben.

Portugal, die einst gefürchtete Kolonialmacht ist nun wieder jener unbedeutender Kleinstaat, als das er sein Staatsdasein begonnen hatte. Ein Kleinstaat der mit Hilfe von internationalen Finanzspritzen sein Überleben finanziert bekommt und verglichen mit der alten kolonialen Größe, heute nur mehr ein klägliches Dasein fristet.

Deutschland hat über die EZB Europa noch einigermaßen im Griff. Bestimmend in der Welt ist es nicht mehr. Getrieben vom Flüchtlingschaos, das es selbst verursachte brachte es Europa Destabilisierung und Terror. Deutschland hat nicht mehr jenen guten Ruf und jene wirtschaftliche Führung die noch vor 15-20 Jahren im Weltgefüge gegeben war. Während andere Länder aufstiegen, stagnierte Deutschland – und die Folgen werden nun nach und nach sehr deutlich sichtbar.

Was man bemerken sollte – an all diesen „Fronten“, die die EU hat, ist die EU, ist Europa, zwischenzeitlich absolut in der Defensive. Man hat optimistisch-offensiv begonnen, jeweils die Auseinandersetzung gesucht und steht jetzt vor Scherbenhaufen an allen Fronten. Unfähigkeit führt zu Misserfolg. Es gibt an keiner Front, an der die EU aktiv ist, Erfolge für die EU zu vermelden. Seit Jahren keine Erfolge.

Für Euro-Machtspiele wie jene gegen Russland oder die Türkei hat man im Rahmen der EU eigentlich weder die Macht noch die Nerven noch die Kompetenz. Jetzt werden langsam einige Niederlagen die man schon eingefahren hat, in Ihrer Nachhaltigkeit sichtbar.

Durch den Streit mit der Türkei – beispielsweise – hat sich für Europa der Einflussbereich verschoben. Hatte man mit der Türkei noch einen Einflussbereich der bis zum Kaukasus, bis zur irakischen Grenze und über Armenien und Aserbaidschan bis zum kaspischen Meer reichte, so ist ohne die Türkei, der Einflussbereich bereits am Balkan zu Ende, an der Grenze zur Türkei, mit den Außengrenzen von Bulgarien und Griechenland. Wobei man sich auch fragen darf – wer regiert am Balkan, die EU oder China über die CEEC?

Viel Feind viel Ehr – das gilt nur, wenn man bei vielen Feinden den Sieg davon trägt. Europa ist nicht in der Lage zu siegen. Es ist schon von Glück zu reden, wenn sich die gegebenen Situationen nicht verschlimmern. Das ehemals mächtige Europa ist völlig mit sich selbst beschäftigt, und international in allen Bereichen – wirtschaftlich, technologisch, militärisch und politisch – völlig in der Defensive. Nichts geht mehr. Viele Hunde sind des Hasen Tod!


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly