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Michael Winkler: 16 Jahre Merkel werden schlimmer als 30 Jahre Krieg

Jeder Tag wird dunkler und kürzer. Die Sonne verschwindet mehr und mehr, die Kälte greift um sich. Die Natur wird immer lebensfeindlicher, die Farben weichen, alles wird eintöniger und grauer. Was wie eine Vorausschau auf die nächste Regierungszeit einer gewissen Bundeskanzlerin klingt, ist jedoch nur der Wetterbericht für den Herbst und den herannahenden Winter. Allerdings, die Beschreibung taugt durchaus für das, was uns politisch bevorsteht.

Seattle Seahawks spielen gegen Tennessee Titans. Das sind Mannschaften aus der NFL, der Profiliga im American Football. Warum ich das erwähne? Weil beide Teams bei der Nationalhymne in der Umkleidekabine geblieben sind. Die Hymne gehört bei den Amis dazu, selbst bei Sportveranstaltungen in der Highschool wird diese vorher zelebriert.

Da die USA ein Völkergemisch sind, versucht man auf diese Art ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen. Wenn hochbezahlte Berufssportler der Hymne fernbleiben, ist das folglich eine Aussage. Der Protest richtet sich offiziell gegen Rassengewalt, also dem, was Weiße gelegentlich den Schwarzen antun, nicht gegen das, was Schwarze laufend allen anderen und sich selbst antun.

Indirekt richtet sich der Protest gegen Donald Trump. Diese Meldung, die natürlich nicht in den merkeldeutschen Wahrheitsmedien auftaucht, zeigt deutlich, daß es in dem Völkergemisch der USA gärt.

Die Frage ist, wie lange wird sich Trump noch halten können? Gegen den Präsidenten wird ein „Volksaufstand“ inszeniert, geschürt von interessierten, aber kurzsichtigen Kreisen. Wenn der Geist erst einmal aus der Flasche ist, kehrt er freiwillig nicht mehr zurück.

Volksverhetzung als ständige Aufgabe der Wahrheitsmedien gelingt allenfalls in einer Diktatur, in einer Demokratie führt sie zum Ende dieser Demokratie – und womöglich zum Ende des Staates. Ein Völkergemisch wie in den USA zum Gären zu bringen, wird zu Auseinandersetzungen führen. Und da in den USA jeder problemlos an Waffen kommt, wird dort ein Bürgerkrieg einen enormen Blutzoll fordern.

Wir sollten noch eines beachten: Dank Merkels offener Grenzen entsteht hier, im Herzen Europas, ebenfalls ein Völkergemisch. Dieses wird von den Wahrheitsmedien ebenso aufgehetzt. Wenn jeder, der vor einer solchen Zukunft warnt, als „Rechts“ und „Nazi“ diffamiert wird, zerstört dies die innere Führung des deutschen Volkes. Der angebliche Reichtum, der uns immer eingeredet wird, ist sehr begrenzt. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum führen zu einem Ressourcen- und Verteilungsproblem, das schließlich gewaltsam gelöst wird.

Bayerns Fernsehinterview-Minister als Spitzenkandidat der CSU hat es nicht in den Bundestag geschafft. Die Seehoferei hat der absoluten Mehrheiten gewöhnten Partei ein 40 Prozent minus X eingebracht, das nur dadurch abgefedert wird, daß die CSU sämtliche Direktmandate gewonnen hat. Dieser Erststimmenerfolg bei fehlenden Zweitstimmen erzeugt Überhangmandate, allerdings führt er auch dazu, daß niemand über die Liste einzieht – auch nicht Joachim Herrmann als Nummer Eins.

Da jedoch ein Minister kein Abgeordneter sein muß, kann er trotzdem nach als Innenminister nach Berlin wechseln. Auf sein Hobby, vor jeder erreichbaren Kamera zu stehen, muß er dort jedoch verzichten.

Ansonsten ist das Ergebnis der Bundestagswahl durchaus erfreulich. Union und SPD haben die schlechtesten Ergebnisse der Nachkriegszeit eingefahren und die AfD ist drittstärkste Partei geworden. Weniger erfreulich ist die Rückkehr der FDP und das Abschneiden der Grüninnen. An die Linke haben wir uns inzwischen gewöhnt, die wollen schließlich nur spielen, nicht wirklich beißen.

Verantwortlich für die schlechten Ergebnisse ihrer Parteien sind Merkel und Schulz. Bei der Union hat es nicht einmal mehr zu einem Wahlprogramm gereicht, da war Merkel das einzige Versprechen, was viele Wähler als Drohung aufgefaßt haben. Die SPD hat es mit Schulz als Programm versucht, mußte aber einsehen, daß der Messias nach zwei Schritten im Wasser versunken ist. Für ein zündendes Programm haben der SPD nach dieser Erkenntnis die Leute gefehlt.

Mit der Absage an eine weitere große Koalition hat die SPD einen wichtigen Schritt getan. Als Oppositionsführer hat sie die Möglichkeit, der AfD die Bühne zu stehlen. Ob sie sich jedoch wirklich regenerieren kann, muß sich erst noch zeigen.

1972 ist die CDU mit dem Slogan „Wir haben die besseren Männer“ angetreten. Genau das umschreibt das Problem der SPD. Weiter so mit Sigmar das Pack Gabriel? 2021 erneut Gestapo- und Zensurminister Heiko den Deutschenhasser Maas? Andrea Nahles, die für das Gestern, sich selbst und nichts sonst steht? Martin Schulz, den Förderer von CETA und TTIP?

Sich erneuern geht nur mit neuen Leuten, mit Persönlichkeiten, die für neue Ideen und die Zukunft stehen, das SPD-Personal ist ebenso verbraucht wie die Partei selbst. „Erneuerung“ ist der richtige Weg, aber bitte nicht mit den Polit-Greisen, die heute für die Partei stehen.

Die AfD tut schon wieder das, was sie am besten kann: auf sich selbst einschlagen. Noch-Vorsitzende Frauke Petry hat erklärt, daß sie zwar in den Bundestag einziehen, aber nicht der AfD-Fraktion angehören will. Die AfD hat das Problem der Aussteiger aus der Union und der FDP, die übergetreten sind, um etwas zu werden. Nun, da sie etwas geworden sind, sehnen sie sich nach der Union und der FDP zurück, wollen einfach nicht wahrhaben, daß sie als Alternative zu CDU, CSU, SPD und den restlichen Blockparteien gewählt worden sind.

Die AfD steht vor der schweren Aufgabe, sich zu konsolidieren. Sie muß die Parteiwechsel-Karrieristen loswerden und ihren eigenen Markenkern herausarbeiten, als Alternative für Deutschland. Wenn sie das nicht schafft, wird sie zur Eintagsfliege unter den Parteien.

Die Kanzlerin der Alternativlosigkeit kann weiter regieren. Volker Pispers hat das schön erklärt: Merkel ist egal, wer die Sänfte trägt und wohin sie getragen wird, solange sie nur drinsitzt.

Mit der FDP rechts und den Grüninnen links von der Union deckt die Jamaika-Koalition zwar ein breites politisches Spektrum ab, ist jedoch auf Spannung gebaut. Die Koalitionsverhandlungen werden dauern, was herauskommt, wird für alle unbefriedigend, bis auf jene, die dabei einen Dienstwagen erhalten.

Wir sollten uns keine Hoffnungen machen, diese Chaolition wird, so sie zustande kommt, auf Machterhalt und nicht auf Erneuerung spielen. Die phantasielosen Gestalten, die jetzt an die Macht gelangen, haben für den Machterhalt jedoch nur ein Rezept: die Unterdrückung des Volkes. Für eine Regierung mit wechselnden Mehrheiten ist Merkel zu schwach und zu unfähig. Meine Prognose deshalb: sie wird 2019 nach Brüssel gehen.

Die Frage ist nur, was nach Merkel kommt. Schäuble ist zu alt, von den Laien und de Maizière werden gerade demontiert. Der neu gewählte Bundestag ist keine Ideenschmiede, sondern ein Gehege für Dinosaurier. Da wäre es geradezu eine Erlösung, wenn die Herrgott mal wieder ein Steinchen schmeißen würde.

16 Jahre Merkel werden schlimmer als 30 Jahre Krieg.

Quelle: Michael Winkler