Michael Winkler: Alles Nazis und Faschisten

Ein Mann mit Migrationshintergrund wird als Kleinkind in einer Gastfamilie aufgenommen und wie deren eigener Sohn aufgezogen. Er erhält im Gastland jede Art Bildung und erlangt eine hochgestellte Position in der Regierung. Der Mann erscheint vollständig integriert, insbesondere da er vom Gastland nur Gutes erfahren hat. Trotzdem tötet er einen niederrangigen Beamten des Gastlands, später sorgt er für große Verwüstungen und Tausende, womöglich Hunderttausende Toter in eben diesem Gastland.

Immerhin hat er danach die Anständigkeit, das zerstörte Gastland von seinesgleichen zu befreien und mit diesen undankbaren Leuten in der Wüste zu verschwinden. Die Geschichte vom verräterischen untergeschobenen Balg steht in der Bibel, der Hauptakteur heißt Moses und das niedergeschmetterte Gastland ist Ägypten. Wie schön, daß das ZDF neben dem ganzen Zeig-den-Führer-Unsinn auch solche Dokumentationen mit klarem Zeitbezug sendet.

Die Niederländer sind Nachkommen der Nazis und allesamt Faschisten. Diese Erkenntnis beschert uns Erdogan der Großprächtige, Sultan des Osmanischen Reiches. Dies zeigt deutlich, wie sinnleer der Begriff „Nazi“ dank seines inflationären Gebrauchs geworden ist. Sogar in Bayern hat das „Nazi“ weitgehend den alten „Saupreiß“ ersetzt. Zumal im politischen Bereich ist praktisch jeder Nazi und Faschist, wir brauchen uns deshalb nicht zu wundern, wenn die Türkei uns mit den Bezeichnungen belegt, die unsere politische Führung so freizügig benutzt hat. Sind eben alle Nazis und Faschisten, nicht wahr, Herr Erdogan?

„Die schwerste humanitäre Katastrophe seit 1945“ hat er ausgerufen, der UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien. In Afrika, genauer im Südsudan, Jemen, Somalia und Nigeria, drohen 20 Millionen Menschen zu verhungern. 4,4 Milliarden US-Dollar würden bis Juli benötigt. Ich bedauere, aber ich kann darauf nur zynisch antworten: Selbst schuld!

Das sind Krisen-, Kriegs- und Bürgerkriegsgebiete, wo die Menschen übereinander herfallen und wo sie selbst ihr Land verwüsten. Manche Konflikte dauern solange an, bis sie sich ausgebrannt haben. Die Welt ist schon jetzt überbevölkert, hier muß sich selbst regulieren, was der Regulierung bedarf.

Angesichts der Gewinne der Wall Street und der Privatvermögen so mancher Volksverhetzer wie George Soros sind 4,4 Milliarden Dollar ein Klacks. Den Putsch gegen die gewählte Regierung der Ukraine haben die USA mit weit höheren Beträgen unterstützt, und Saudi-Arabien, das seit über einem Jahr den Jemen bombardiert, gibt Jahr für Jahr mehr Geld für das Luxusleben der Königsfamilie aus.

Ganz davon abgesehen, ist diesen 20 Millionen Menschen mit einem solchen Betrag nicht wirklich geholfen. Wir haben letztlich nur die Wahl, sie jetzt untergehen zu lassen, sie dauerhaft und in immer größerer Anzahl zu alimentieren oder sie aus dieser Weltgegend wegzuschaffen. Letzteres ist die unsinnigste Lösung, denn dies würde bisher ruhige Weltgegenden mit diesem Problem infizieren und so die Konflikte immer weiter ausdehnen.

Quelle: Michael Winkler


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