Michael Winkler: Die Russen waren es

Also, wenn irgendwo auf der Welt etwas Böses oder zumindest Gemeines passiert, stecken die Juden dahinter. Ehrlich! Oder die Freimaurer. Noch ehrlicher! Die schlimmsten aber sind die Jesuiten. Ja, diese Verschwörungstheorien kennen Sie alle. Unsere Wahrheitsmedien lassen sich nicht lumpen und haben eine eigene Verschwörungstheorie in die Welt gesetzt.

Wenn es irgendwo auf der Welt nicht so läuft, wie das die Wahrheitsmedien erwarten, dann stecken die Russen dahinter. Die Russen haben Trump zum US-Präsidenten gemacht, die Russen haben die Briten für den Brexit stimmen lassen, und jetzt hetzen die Russen die Katalanen auf, ihre Unabhängigkeit zu fordern.

Und ja, die Russen haben den Amerikanern diesen Endlos-Krieg in Afghanistan eingebrockt. Nur wegen den Russen haben die Amis bin Laden aufgebaut. Außerdem waren es die Russen, die Killary Clinton dazu gebracht haben, den Islamischen Staat zu schaffen.

Die Russen sind auch schuld, daß die Goldbindung des US-Dollars aufgehoben wurde. Denn es waren die Russen, die Kennedy in dieses Mondflug-Programm gehetzt haben, wo die Milliarden Dollar sinnlos verpulvert worden sind, welche die USA gebraucht hätten, um in Vietnam zu gewinnen.

Im nächsten Tatort ist der Mörder übrigens der Gärtner. Zum einen ist der Mörder immer der Gärtner, zum anderen ist der Gärtner allein schon durch seinen russischen Akzent verdächtig.

Straßen in der EU sind zu schmal, Brücken zu schwach und Tunneldecken zu tief, um für schweres Militärgerät nutzbar zu sein. Nicht alle, aber immer öfter. Es wäre ja Quatsch, Verkehrswege und Infrastruktur robuster zu bauen, nur damit die Generäle bei ihren Sandkastenspielchen Panzerhaubitzen über Fußgängerstege rollen lassen können.

Zwar hält eine Brücke, die locker eine Panzerkompanie trägt, auch dem Zivilverkehr viel länger stand, aber nun mal unter uns, wer braucht sowas noch? Es genügt vollkommen, wenn die Infrastruktur noch 20 oder 25 Jahre hält, dann kann sie ruhig zerbröseln. Das ist dann das Problem der Islamischen Republik Germanistan, nicht mehr unsere Angelegenheit.

Und das Militär? Hey, Pfuschis Schrottwehr kann bestenfalls unter Aufbietung aller Kräfte einen zehn Kilometer breiten Frontabschnitt halten. Da leisten schlecht geplante Verkehrswege einen weitaus sinnvolleren Beitrag zur Landesverteidigung.

Ich muß zugeben, ich freue mich auf den 14. November. Warum? Weil da der neue, verbesserte Firefox herauskommt. Warum ich das erwähne? Weil die aktuelle Version 56.0.2 (64 Bit) gerade das zweite Mal abgestürzt ist und ich den Rechner neu starten mußte. Deshalb habe ich keine Lust, noch eine weitere Meldung zu suchen. Soweit ich mich erinnere, war mein erster Firefox die Versionsnummer 4. Als konservativer Mensch bleibt man eben alten Programmen treu, beißt die Zähne zusammen und wartet die paar Tage noch ab.

Quelle: Michael Winkler


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