Michael Winkler: Ein paar deutsche Ideen sind selbst für eine aufstrebende Türkei nützlich

Falls Sie sich gefragt haben, warum Heiko Ehrenburg Maas so wild darauf ist, Facebook zu zensieren – hier ist die Antwort.

Niedersachsen hat es eingesehen: Wenn eine Merkel-Wahl stattfindet, verzerrt das nur das Ergebnis. Sie haben sich entschlossen, einen knappen Monat später zu wählen, am 15. Oktober. Warum die Wähler nur einmal aufhetzen, wenn man das für das doppelte Geld gleich zweimal machen kann?

Am 24. September dürfen übrigens 6,3 Millionen „Deutsche mit Migrationshintergrund“ mitwählen, das sind mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten. Wir sind auf dem Schritt zur Selbstentmündigung schon einen guten Schritt vorangekommen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, gepriesen sei sein Name, will aus der Türkei einen fortschrittlicheren Staat als Deutschland machen.

„Wenn meine Bürger und Brüder, die im Moment im Ausland sind, ins Land zurückkehren, werden sie sagen: Was ist schon Deutschland? Sie werden sagen: Mein Land hat es überholt.“

Früher hätte uns eine solche Angeberei ein mitleidiges Lächeln entlockt, aber seit Merkel die Substanz der BRD aufbraucht, die gut ausgebildeten Leute ins Ausland vergrault und als Ersatz die Dritte Welt zu uns holt, klingen die Worte Erdogans des Allmächtigen wie eine realistische Zukunftsprognose.

Ich sehe höchstens ein Problem bei der Kapitalisierung der türkischen Wirtschaft. Ausländisches Kapital würde jedoch einen Ausverkauf bedeuten, auch das hat man in Deutschland falsch gemacht. Es gibt jedoch ein erprobtes Verfahren der inländischen Kapitalisierung: Mefo-Wechsel. Ein paar deutsche Ideen sind selbst für eine aufstrebende Türkei nützlich.

Nordkorea braucht nur seine Atomwaffen und seine Fernraketen aufzugeben, und schon hat es Frieden mit den USA. Das hat im Irak geklappt, das hat in Libyen funktioniert, nur in Syrien noch nicht. Der Irak und Libyen haben ihre Chemiewaffen zerstört, woraufhin die Amerikaner die Demokratie eingeführt haben, mittels heldenhafter Einsätze ihrer Bomberflotten.

Ohne die Russen hätte auch Syrien schon die Demokratie, weil die Amerikaner den gewählten Präsidenten beseitigt hätten. Die Schuld an diesem Konflikt trägt natürlich ganz allein Nordkorea: die haben doch glatt die Dreistigkeit, von den USA einen Friedensvertrag zu verlangen! Seit 1953 herrscht nur ein Waffenstillstand, kein Frieden. Die USA können sich den Frieden gar nicht leisten, denn dann müßten sie womöglich sogar mit Deutschland und Japan Frieden schließen.

Im Tageskommentar zum 11. Juni habe ich noch von 45% Preiserhöhung beim Trinkwasser berichtet. In den vergangenen zwei Monaten ist die Qualität des Trinkwassers offenbar weiter abgesunken, jetzt ist von Preissteigerungen in Höhe von 62% die Rede. Nur die Landwirtschaft als Schuldige ist gleichgeblieben. Zuviel Dünger, zuviel Nitrat, heißt es.

Falls Sie noch Nachrichten verfolgen, achten Sie bitte auf einen kleinen, recht häufig auftretenden Nebensatz, der gerne auftaucht, wenn über das Wetter geredet wird. Darin werden „Ernteausfälle“ erwähnt. Früher bedeuteten Ernteausfälle Hungersnot, damals, als es noch nicht möglich gewesen war, die Überschüsse aus der Wetterau auch nur in den Spessart zu bringen. Heute bedeuten Ernteausfälle höhere Preise. Das Merkelwetter in Deutschland hat uns Ernteausfälle beschert, die Hitzewelle im Süden sorgt für Ernteausfälle in Spanien, Italien, Österreich und dem ganzen Balkan.

In eigener Sache: Ich möchte mich für die zahlreichen Glückwünsche zu meinem Geburtstag bedanken. Mit einer derartigen Flut an E-Mails habe ich nicht gerechnet – auch nicht mit den zahlreichen Witzen, die darin enthalten waren. Eines muß ich jedoch korrigieren: Meine Mutter ist nicht gestorben, sondern „nur“ im Altenheim, aber eben nicht mehr hier, an meiner Seite. Insofern sind die Kondolenzen ein wenig verfrüht.

Quelle: Michael Winkler


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