Michael Winkler: Eine gedankenscharfe Perle der Sprachkultur

Auf meiner Lieblings-Baustelle habe ich heute tatsächlich einen Arbeiter gesehen. Immerhin, es hat sich etwas getan seit dem letzten Donnerstag: So 50 Meter Schalungen für eine kleine Betonmauer sind aufgebaut worden, der innere Käfig der Absperrung ist etwa dreimal so groß wie zuvor.

Bei der Dauerhaftigkeit solcher Baustellen hätte man in früheren Zeiten überlegen können, diese in der jeweils neuesten Version des gedruckten Stadtplans einzuzeichnen. Im heutigen Digital-Zeitalter wäre es ein gutes Zeichen einer aktiven Stadtverwaltung, diese bei Google Maps eintragen zu lassen. Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für Reiseveranstalter: eine Busreise zu den Autobahnbaustellen in der Region. Da dort immer viel mehr abgesperrt ist als nötig, wäre ein „Grillen auf der Autobahn“ eine weitere denkbare Attraktion.

Da hat er in einem wichtigen Spiel das schlechteste Ergebnis seit Bestehen der Champions-League eingefahren und schon ist er weg, der Herr Ancelotti. Das gehört eben zu den Unterschieden zwischen dem FC Bayern München und den politischen Parteien. Da werden Versager ausgewechselt, bei den Parteien dürfen sie bleiben.

Es gibt noch weitere Unterschiede: Ein führender Funktionär des FCB hat eine Gefängnisstrafe verbüßt, die führenden Funktionäre der Parteien gehören erst noch ins Gefängnis. Die Spieler des FCB sind Millionengehälter wert, die Abgeordneten der Parteien keinen Pfifferling. Wenn die Spieler des FCB auftreten, kommen Tausende, um dies zu sehen, wenn die Redner der Parteien auftreten, kommen Tausende, um „Haut ab!“ zu rufen.

Eine Gemeinsamkeit gibt es jedoch: Ob FCB oder Politiker, wenn sie Pressekonferenzen abhalten, sind sie alle lästig.

Die anderen Parteien bekämen ab heute Nahles in die Fresse, hat sie gesagt, die neue Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag. Angeblich haben sich viele Deutsche über die unflätige Wortwahl geärgert. Ob das dieselben Leute sind, die feinsinnig reagieren, wenn irgendwo ein Dummdödel-Politiker der AfD vorwirft, Nazis zu sein? Wenn ein Parteien-Vollpfosten von Antisemitismus, Rassismus oder Rechtsradikal schwadroniert? Wenn ein mit Diäten versorgter Vollidiot von „demokratischen“ Parteien spricht und unterstellt, es gäbe auch undemokratische?

Verglichen mit dem Blödsinn, den ihre Kollegen absondern, war Andrea Nahles Aussage eine gedankenscharfe Perle der Sprachkultur.

Die Quotenfrauen in CDU und CSU beklagen sich darüber, daß ihr Anteil auf 19,92% abgesunken ist. Warum? Dank einer Frau, einer gewissen Angela Merkel, die über 20 Prozent der ehemaligen Unionswähler abgeschreckt hat. Die Quotenfrauen hatten in der Regel Listenplätze, weshalb sie bei Merkels Wahlergebnis draußen bleiben müssen. Vor den Wahlen hat die Damen das nicht gestört, jetzt fordern sie, in Zukunft als Direktkandidatinnen aufgestellt zu werden. In der Zwischenzeit sollen mehr Quotenfrauen ins Kabinett, als Sprecherinnen in Ausschüsse und zumindest als Stellvertreterinnen Posten in der Fraktionsführung bekommen.

Was das Feminat nicht erwähnt: In den 68 Jahren der bisherigen Existenz der BRD hatten wir in 17,65% der Zeit einen weiblichen Bundeskanzler. In dieser Zeit hatten wir die Euro-Krise, die Finanz-Krise, die Griechenland-Krise, die Flüchtlings-Krise, die Türkei-Krise – also ganz und gar keine guten Zeiten.

Ausländische Straftäter in deutsche Gefängnisse zu sperren, kostet den ohnehin ausgepreßten Steuerzahler eine Menge Geld. Schon der Visionär Didi Hallervorden hatte da eine geniale Lösung, die allerdings aus YouTube verschwunden zu sein scheint. Es ist billiger, Strafgefangene all inclusive in der Türkei, in Tunesien oder anderen Ländern Nordafrikas unterzubringen.

Die Herrschaften dürfen die Ferienorte während der Dauer der Strafe nicht verlassen. Das hat den Vorteil, daß die betreffenden Staaten, insbesondere der Minister für Tourismus, dieser Vorlage zustimmen wird. Die Strafgefangenen sind der Landessprache mächtig, es gibt keinerlei Verständigungs- und Integrationsprobleme. Und wenn die Strafe verbüßt ist, sind die Herren Ex-Sträflinge genau dort, wo sie hingehören. Eine Abschiebung ist nicht nötig.

Sollten die Herren im Urlaubsland straffällig werden, unterliegen sie der Justiz ihres Heimatlandes, der Umzug aus dem Ferien-Resort ins lokale Gefängnis ist nicht mehr deutsche Angelegenheit.

Quelle: Michael Winkler


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